3 Wege, um dich mit deinen Dämonen zu verbünden

Mai 15, 2016

In einem meiner letzten Blogbeiträge habe ich über die sieben Dämonen geschrieben, die mit Blockaden in den sieben Hauptchakren in Verbindung stehen. Dämonen sind „energetische Wesen“, die den natürlichen Energiefluss behindern. Dadurch kommt es zu Kraftlosigkeit, mangelnder Klarheit, inneren Konflikten, Suchtverhalten etc. In meinem Beitrag habe ich erklärt, warum die Dämonen keine bösen Kräfte, sondern Helfer sind, die uns auf unsere Themen und mögliche Lösungen hinweisen, sofern wir bereit sind, ihnen zuzuhören.

„Und wie frage ich den Dämon der Angst? Oder andere? Und wie bekomme ich eine Antwort, die ich verstehe?“, fragte daraufhin Leserin Birgit in einem Kommentar.

Vielleicht haben auch andere von euch sich diese oder ähnliche Fragen gestellt. Deshalb möchte ich heute drei Möglichkeiten zeigen, wie man mit einem Dämon Kontakt aufnehmen und ihn um Unterstützung bitten kann:

1. Im Körper spüren, visualisieren und mit dem Dämon kommunizieren

Komm an einen ruhigen Ort, an dem du eine Zeitlang ungestört bist – auf deinem Meditationskissen, in deinem Bett, in der Natur – wo auch immer du dich wohl und sicher fühlst. Lass den Atem gleichmäßig fließen und beobachte, wie dein Geist nach und nach zur Ruhe kommt.

Angenommen, der Dämon, um den es dir im Moment geht, ist die Angst. Nimm wahr: Wo in deinem Körper fühlst du die Angst – und wie drückt sie sich aus? Vielleicht ist es ein verkrampftes Gefühl im Bauchraum, vielleicht fühlen deine Knie sich wie Gummi an oder deine Beine sind ganz schwer. Oder du empfindest Enge im Halsbereich oder Spannung in den Schultern. Nimm einfach wahr, was jetzt auftaucht.

Dann bitte die Angst, Gestalt anzunehmen und sich zu zeigen. Lass dir Zeit, versuche, nichts zu erzwingen, sondern warte ab, was vor deinem inneren Auge auftaucht. Sehr wahrscheinlich zeigt sich nach einiger Zeit ein Wesen, ein Symbol oder eine Gestalt. Beurteile nicht, auch wenn du vielleicht überrascht oder verwundert sein magst. Sobald ein klares Bild entstanden ist, kannst du dem Wesen Fragen stellen, zum Beispiel:

~ Was willst du mir sagen?

~ Warum brauche ich dich (noch) in meinem Leben?

~ Auf welches Thema möchtest du mich hinweisen?

~ Was brauchst du von mir, um dich in eine unterstützende Kraft verwandeln zu können?

Vielleicht sind die Antworten sofort da, vielleicht dauert es auch ein wenig, oder es kommen im Moment gar keine Antworten an die Oberfläche. Mach dir deshalb keine Gedanken. Denn alleine, dass der Dämon Gestalt annehmen und  sich zeigen durfte, schon dass du ihn wahrgenommen und ihm Fragen gestellt hast, bringt etwas in Bewegung. Antworten tauchen oft auch erst später auf, zum Beispiel im Traum, in der Meditation, unter der Dusche oder auf dem Weg in die Arbeit.

Wichtig ist, dass du dich bei deinem Dämon bedankst, ehe du sein Bild wieder verblassen lässt. Wenn du Lust hast, kannst du dir danach Notizen machen oder das Wesen malen oder zeichnen.

2. In einen Briefwechsel treten

Nimm dir für diese kleine Übung mindestens eine halbe Stunde Zeit, in der du ungestört bist. Nun schreibst du deinem Dämon einen Brief. Beginne zum Beispiel mit: „Liebe Angst, …“

Dann lass die Worte einfach fließen. Du kannst der Angst erzählen, wie es dir geht, wenn sie dich besucht. Wie es sich für dich anfühlt, Angst zu haben. Welche Geschichte ihr gemeinsam habt. Oder ganz andere Dinge. Wichtig ist nur, dass du deinen inneren Zensor ausschaltest und die Worte ungehindert aufs Papier fließen lässt.

Danach wechselst du die Perspektive. Du identifizierst dich mit deinem Dämon und schreibst dir selbst einen Brief. Beginne mit „Liebe …“ und setze deinen Namen ein. Wieder lässt du einfach aufs Papier fließen, was gerade auftaucht. Es muss für dich nicht sofort Sinn ergeben. Vertraue dem Prozess. Es geht einfach nur darum, dass du dem Dämon eine Stimme gibst, ihn zu Wort kommen lässt. Beende den Brief mit „In Liebe, deine Angst / dein Kummer / deine Scham / …“.

Bei dieser Form des Intuitiven Schreibens ist das Ergebnis nicht wichtig. Verzichte darauf, grammatikalisch korrekt schreiben zu wollen. Du musst auch keine Satzzeichen setzen oder die Groß- und Kleinschreibung beachten. Der Erkenntnisgewinn entsteht durch die Kommunikation mit deinem Unbewussten, und die funktioniert am Besten, wenn du dich nicht um Regeln kümmerst, sondern deine Hand einfach über das Papier fließen lässt und alles aufschreibst, was in deinem Geist auftaucht. Natürlich kannst du die Briefe später noch einmal lesen und Begriffe oder Passagen, die dir bedeutungsvoll erscheinen, markieren. Unbedingt notwendig ist das aber nicht. Allein der Prozess des Schreibens macht Unbewusstes bewusst und setzt damit eine Entwicklung in Gang.

3. Den Dämonen Nahrung geben

Diese Methode geht noch einen Schritt weiter. Sie stammt aus dem Chöd, einer Praxis des Tibetischen Buddhismus, und wurde von der Amerikanerin Tsültrim Allione für uns westliche Menschen zugänglich gemacht. Das Dämonen-Füttern besteht aus fünf Schritten:

Im ersten Schritt stellst du fest, wo im Körper du den Dämon fühlst.

Im zweiten Schritt personifizierst du den Dämon und stellst ihm drei Fragen: Was willst du von mir? Was brauchst du von mir? Und: Wie fühlst du dich, wenn du bekommst, was du brauchst?

Im dritten Schritt schlüpfst du in die Gestalt des Dämons und beantwortest die drei Fragen.

Im vierten Schritt verwandelst du deinen Körper in genau die Nahrung, die der Dämon braucht, und fütterst ihn so lange, bis er satt ist. Dadurch verwandelt er sich in deinen Verbündeten – meist verändert er dabei auch seine Gestalt. Nun fragst du deinen Verbündeten, wie er dir helfen und dich beschützen wird, welches Versprechen er dir gibt und wie du Kontakt zu ihm aufnehmen kannst. Dann lässt du dich in der Meditation mit deinem Verbündeten verschmelzen.

Im fünften Schritt lässt du deinen Geist in der Gegenwärtigkeit des Augenblicks ruhen, um die gemachte Erfahrung zu integrieren.

In Tsültrim Alliones Buch Den Dämonen Nahrung geben wird diese Methode genau erklärt. Es gibt aber auch Seminare und Retreats, um sie zu erlernen und zu vertiefen!

Indem wir unseren Abgöttern und Dämonen, unseren Hoffnungen und Ängsten unser egoverhaftetes Ich als Nahrung darbieten, opfern wir den Teil unserer selbst, der unsere Ängste erzeugt, und können dann ungehindert und auf vollkommen neue Art unsere Freiheit genießen.
~ Tsültrim Allione

Ich hoffe, dich mit meinen Anregungen inspiriert zu haben – vielleicht hast du aber auch eigene Ideen, wie du mit deinen Dämonen kommunizieren kannst! Sei einfach neugierig und dabei ganz entspannt. Alles geschieht zur rechte  Zeit, und jeder kleine Schritt auf dem Weg führt dich ein kleines Stück weiter in das Leben, das du liebst.

Foto: Shutterstock

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