Neun der besten Dinge, die ich je getan habe

Mai 30, 2016

1. Ich habe zu meditieren begonnen.

Das war vor vielen, vielen Jahren, und seither hat meine Meditation sich immer wieder verändert. Ich bin still gesessen, habe den Atem beobachtet, ich habe Tandava getanzt und Mantren gemurmelt, Buddha-Formen visualisiert, Mudras gehalten und mich in Licht aufgelöst, … Nur wenige Tage sind seither vergangen, an denen ich nicht in irgendeiner Form meditiert habe. Mit der Zeit immer absichtsloser, ohne auf ein mögliches Resultat zu schielen. Vielleicht haben sich gerade dadurch immer mehr Klarheit, Frieden, Ruhe und Intuition eingestellt. Nie mehr ohne, sag ich nur.

 

2. Ich bin Mutter geworden.

Das war nicht geplant, und es passierte in der ungünstigsten Lebenssituation, die man sich vorstellen kann – also genau zum richtigen Zeitpunkt 🙂 Nichts hat mich so sehr gezwungen, mein Mensch-Sein in all seiner Unperfektheit anzunehmen. Nichts hat mich so sehr an mein Limit gebracht – und nichts hat mich so sehr gelehrt, meine Grenzen zu erkennen und notfalls mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Nichts hat mich so sehr dazu aufgefordert, meine Muster, Glaubenssätze und Schuldgefühle loszulassen. Und nichts hat mich je so sehr ans Herz gerührt wie das Lachen und das Weinen meines Sohnes.

 

3. Ich bin aus dem Flugzeug gesprungen.

In 4500 Metern Höhe aus einer uralten, wackeligen Cessna. An meinen Rücken geschnallt: Heinz, mein Fluglehrer. Wann immer ich heute Mut brauche, erinnere ich mich daran. Und an den freien Fall – eine Minute lang ohrenbetäubender Lärm und kein einziger Gedanke. Dann, beim Hinabschweben mit geöffnetem Fallschirm: Nichts als Stille und pure Glückseligkeit. Mut wird belohnt – tausendfach.

Vorher und nachher - Sprung aus 4500 Metern Höhe

 

4. Ich habe beschlossen, Journalismus zu studieren.

Das ist im Grunde nichts Besonderes, aber für mich war es ein entscheidender Moment. Mit 25 habe ich mein Leben zum ersten Mal selbst in die Hand genommen. Zuvor hatte ich nämlich begonnen, Biologie zu studieren – weil mein bester Freund das auch tat. Dann habe ich Lehramt Physik und Mathematik studiert, weil mein Lebensgefährte das für eine gute Idee hielt. Nach einem Jahr als Lehrerin hatte ich hauptsächlich Kopfschmerzen und Alpträume. Also setzte mich hin und schrieb eine Liste meiner Traumberufe. Autorin stand an erster Stelle, Journalistin an zweiter. Ich hatte keine Ahnung, wie ich ein teures Post-Graduate-Studium finanzieren sollte. Aber wie immer, wenn wir beschließen, endlich das eigene Leben zu leben, tritt das Universum auf den Plan. Ich bekam das einzige Stipendium, das in diesem Jahr vergeben wurde. Die Ironie daran: Es wurde von der Lehrergewerkschaft finanziert – und ich bekam es nicht wegen meiner guten Zeugnisse, sondern weil ich zuvor im Gymnasium unterrichtet hatte.

 

5. Ich habe mich selbstständig gemacht.

Nach sechs Jahren in großen Organisationen konnte ich einfach nicht mehr. Ich hatte gerade mit der Yogalehrer-Ausbildung begonnen und mir wurde immer bewusster, wie kostbar jeder Tag meines Lebens ist, und dass ich es meiner Seele schuldig war, ihrem Ruf zu folgen. Ich hatte große Angst, aber noch größeres Vertrauen. Fünf Jahre ist das nun her, aber mir kommt es vor wie zehn. Mindestens! Es ist, als hätte ich mit dieser Entscheidung den Wachstums-Turbo eingeschaltet. Ich habe richtig Muckis bekommen. Heldin meines Lebens – so fühle ich mich jetzt.

 

6. Ich habe ein Büro gemietet, mir den besten Laptop geleistet und eine Assistentin eingestellt.

Weil ich hauptsächlich das tat, was mir Spaß machte, kam mir meine Arbeit oft wie ein Hobby vor. Das führte dazu, dass ich mich ständig unterbrechen und von allem möglichen ablenken ließ. Ich musste erst lernen, dass so viel Freiheit auch viel Disziplin erfordert. Und ich habe gelernt, in mich selbst zu investieren. Teurer Laptop statt Billig-Computer. Eigenes Büro – und später eigenes Yogastudio – statt Mini-Schreibtisch im Wohnzimmer und muffige Seminarräume. Grafik-Profis statt selbstgebastelte Folder. Jede dieser Investitionen war ein wichtiger Professionalisierungs-Schritt. Die beste Investition aber war, eine Assistentin einzustellen. Sie ist in vielen Dingen viel schneller und effizienter als ich, und durch die fünf Stunden, die sie für mich arbeitet, habe ich das Gefühl, mindestens zehn Stunden mehr Zeit zu haben. Und zwar für genau die Dinge, die ich wirklich, wirklich gut kann.  Fühlt sich an wie purer Luxus – ist es auch. Aber gleichzeitig auch Teil des new normal, das ich mir Tag für Tag kreiere.

 

7. Ich habe beschlossen, dass meine Wünsche sich erfüllen.

Dreams do come true if you decide they will.

Steht auf einem Post-it über meinem Schreibtisch, muss also stimmen 🙂
Ich entscheide mich immer wieder dafür – allen Zweifeln zum Trotz.

 

8. Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, auch wenn meine Wünsche sich nicht erfüllen.

Die allerbeste aller Entscheidungen! Denn worauf warten? Happiness is the way, sagte auch schon der Buddha. Und der war immerhin Glück-Experte.

 

9. Ich habe mit Kundalini Yoga begonnen.

Dazu musste ich nach fast zehn Jahren Hatha Yoga zwar erst meinen Stolz überwinden, aber es hat sich gelohnt. In den wenigen Monaten täglicher Praxis beschleunigte sich meine innere Entwicklung derartig, dass mir manchmal ganz schwindlig wird. Und wenn ich dann mit meiner Ausbildungsgruppe im Park auf dem Bauch liege, und wir machen eine Übung, die Making love with mother earth heißt (jetzt lass mal deine Fantasie spielen 🙂 ), frage ich mich zwar, bei welchem verrückten Haufen ich da gelandet bin, aber ich fühle mich genau am richtigen Platz. Verrückt ist gut. Verrückt passt zu mir! Und jede Erfahrung macht mich reicher.

Was sind die neun besten Dinge, die DU jemals getan hast? Und welche neun könntest du noch tun, um immer mehr DEIN Leben zu leben? 

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin: Stay true!