DONE! Die Liste, die’s wirklich bringt.

Jan 31, 2015

Kennst du das? Du warst den ganzen Tag aktiv, oder die ganze Woche, hast dort etwas angepackt, hier etwas in die Wege geleitet, jede Menge Kleinkram erledigt, dabei den Blick auf’s Ganze nicht verloren, hast dich um deinen Haushalt, deine Kinder, deine Bankgeschäfte, deine Zimmerpflanzen und deine Haustiere gekümmert…. und am Ende starrst du auf genau die drei Punkte auf deiner To-Do-Liste, die offen geblieben sind. Und bist unzufrieden. Sehr unzufrieden sogar.

Also: ICH kenne das. Und ich bin gerade dabei, es mir gründlich abzugewöhnen. Dabei hilft mir meine Freundin, die DONE List.

Am Ende des Tages, der Woche, des Monats (und auch des Jahres)  setze ich mich hin und schreibe auf, was ich alles geschafft habe. Auch an Tagen, an denen ich subjektiv das Gefühl habe, mich verzettelt oder nichts auf die Reihe gekriegt zu haben, kommt da einiges zusammen. *

Vielleicht regt sich in dir Widerstand gegen eine solche Liste . Noch mehr Druck? Noch mehr Leistungsdenken? Wieder dem Tun mehr Wert beimessen als dem Sein?

Darum geht es aber gar nicht. Ganz im Gegenteil.

Wenn man versteht, wie der menschliche Geist (monkey mind) funktioniert, dann kann man ihn auch beherrschen. Austricksen. Oder zumindest zügeln.

1) Der menschliche Geist nimmt die Ausnahme mehr wahr als die Regel. Obwohl er es längst besser wissen müsste, ist Perfektion für ihn die Norm. Am Unperfekten saugt er sich förmlich fest, anstatt all das wahrzunehmen, was ihn an Gelungenem, Schönem, Perfektem umgibt. Zeig deinem Geist eine Mauer aus tausend Ziegelsteinen Zwei davon sind fehlerhaft. Worauf wird er wohl fokussieren?

2) Der menschliche Geist ist immer hungrig. Wenn du ihn nicht gezielt fütterst, zieht er sich ständig geistiges Junk Food rein, das es an jeder Ecke gratis gibt (Zeitungen. TV-Sendungen. Das Gejammer von Menschen, die in die Probleme dieser Welt verliebt sind, statt sie zu lösen. **) Ist monkey mind mit dieser Art von Nahrung erst mal vergiftet, kann es eine Zeit dauern, bis ihm vollwertige Kraftnahrung wieder schmeckt. Oft braucht es davor sogar eine Zeit des Fastens und Leerwerdens (zum Beispiel durch regelmäßige Meditation oder ein längeres Retreat).

3) Der menschliche Geist ist ein Gewohnheitstier. Ihm etwas Neues beizubringen, erfordert Konsequenz und Geduld. In Stressphasen neigt er dazu, wieder in seine alten Gewohnheiten zu verfallen.

Meine Freundin, die DONE List macht sich genau diese Mechanismen zunutze, indem sie

1) dem Geist keine Chance zum Meckern lässt. Auf der DONE List gibt es ausschließlich abgehakte Punkte.

2) ihn mit so vielen gesunden Leckereien überhäuft, dass er zufrieden schmatzt, statt sich gierig nach Junk Food umzuschauen – zumindest für eine gewisse Zeit.

3) ihn gebetsmühlenartig immer wieder mit positiven Eindrücken überschwemmt, bis sie ihm zur Gewohnheit geworden sind – die ihn dann auch in herausfordernden Zeiten vor gedanklichen Negativspiralen rettet.

Die strenge Schwester der DONE List ist die TO-DO-List. Seit wir in zähen Verhandlungen folgende Vereinbarungen getroffen haben, bin ich aber auch mit ihr auf TO und DO:

Neben jedes To-Do kommt eine realistische Zeitschätzung. Wenn die Summe der veranschlagten Stunden auf der Tages-To-Do-List wieder mal krass in den zweistelligen Bereich ausschlägt, wird zuerst geschmunzelt, und danach gnadenlos gestrichen.

Maximal drei Punkte werden mit „PRIO“ markiert, evtl. sogar in PRIO 1, PRIO 2 und PRIO 3 gerankt. Wenn am Ende des Tages diese drei Punkte abgehakt sind, bin ich ZUFRIEDEN. Ist noch mehr erledigt, darf ich mich selbst beglückwünschen und belohnen.

Auf die Liste kommen wirklich ALLE Tasks. Auch die, die so selbstverständlich sind, dass wir ihnen im Normalfall keine Beachtung schenken, die aber trotzdem Zeit in Anspruch nehmen. Wie zum Beispiel Emails beantworten oder den nächsten Tag planen. Tun muss man es sowieso. Warum also nicht auch auf die Liste setzen und das Gefühl beim Abhaken genießen?

Auch Punkte wie „Mittagspause machen“ oder „Am Nachmittag kurz Luft schnappen.“ dürfen auf die Liste. Was Schwarz auf Weiß dasteht, hat bessere Chancen, ernst genommen und verwirklicht zu werden.

Natürlich hält sich das Leben nicht immer an meine Pläne, und schon gar nicht an meine Listen. Aber was soll’s? Mir helfen sie trotzdem, die beiden Schwestern DONE und TO-DO. Wenn man weiß, wie man sie richtig behandelt, bringen sie große Zufriedenheit.

Und nun, lieber Mensch da draußen, noch ein paar Gedanken zum Tun und Nichtstun, Letzteres auch bekannt als „Sein“:

Mehr SEIN, weniger TUN. Ehrlich: Ich kann das nicht mehr hören. Wo ist hier der Gegensatz? Warum dieses Entweder-Oder? BIN ich nicht auch, wenn ich TUE? Selten fühle ich mein SEIN, mein IM EINKLANG SEIN so sehr, als wenn ich das TUE, was ich BIN. Also etwas, in dem ich aufgehe, indem ich mich entfalten und all meine kreative Kraft zum Ausdruck bringen kann. Wenn ich etwas tue, was GANZ MEINS ist.

Im Jnana Mudra, dem Mudra der Weisheit, symbolisieren die zart aneinandergelegten Daumen und Zeigefinger die Vereinigung von menschlichem und universellem Bewusstsein. Die drei ausgestreckten Finger stehen für göttliches Tun, göttliches Ruhen und göttliche Ordnung.

Wenn Tun und Ruhen aus dem Gleichgewicht geraten sind, dann gerät auch die göttliche Ordnung ins Wanken. Da wir in einer Zeit und Gesellschaft leben, in der das Ruhen chronisch zu kurz kommt, ist die Sehnsucht nach „endlich einmal Nichtstun“ überdimensional groß.

Aber wir alle haben unendlich viel Schaffenskraft in uns. Ist die göttliche Ordnung wiederhergestellt, ist der Drang zum TUN ebenso groß wie das Bedürfnis zu RUHEN.

Und jedes Mal, wenn ich mir die Erlaubnis zum Nichtstun gebe, ist innerhalb kürzester Zeit auch die Lust am Tun wieder da. Und am Listen schreiben.

(*) Und dann gibt es natürlich Tage, an denen da gar nichts steht. Oder etwas wie: „Dance, Dakini!“ oder „Sometimes it’s okay if the only thing yout did today was BREATHE.“

(**) Genauso wie die hohlen Phrasen jener Menschen, für die alles Licht und Liebe ist, die sich aber der Arbeit mit ihren Schatten (Shadow Work) verweigern.  Wirken auf den Geist wie die Tafel Schokolade auf deinen Blutzuckerspiegel: Auf ein momentanes High folgt ein umso nagenderes Hungergefühl. 

Foto: © fotogestoeber – Fotolia.com

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin viel Freude!