Läufst du vor deiner Berufung davon?

Sep 1, 2018

Wir schwammen in einem tiefblauen, sanften Meer. Wir ließen uns nebeneinander treiben, die kräftige, braungebrannte Frau und ich. Wir wagten uns weit hinaus, weit weg von den anderen und von unserem Boot, das in einer kleinen Bucht vor Anker lag. Ich vergaß meine Angst vor dem offenen Meer. Ich vergaß meine Angst davor, den sicheren Strand hinter mir zu lassen. Ich vergaß auch alles andere rund um mich. Denn das, was die blonde Frau, die neben mir schwamm, erzählte, zog mich in seinen Bann.

Ich hatte sie ein paar Tage zuvor kennengelernt. Sie nahm an einem der ersten Yoga-Retreats teil, die ich je gehalten habe. Auf den ersten Blick war zu erkennen, dass sie eine sehr robuste und willensstarke Frau war. Aber an ihrem Schultergürtel, der auf mich wie ein Panzer wirkte, an ihrer Körperhaltung und an ihren Bewegungen erkannte ich auch sofort, dass etwas in ihr über lange Zeit erstarrt und blockiert gewesen sein musste.

Schon immer haben mich die Lebensgeschichten von Menschen fasziniert, die viele Umwege gegangen sind, die sich oft verrannt oder verirrt haben, ehe sie sich selbst auf die Schliche kamen.

Es gibt Menschen, die schon als Kinder oder junge Erwachsene genau wissen, was sie wollen, und die dann unbeirrt ihren Weg gehen. Ihnen scheint jemand einen Lebenskompass in die Wiege gelegt zu haben, und jeglicher Zweifel über ihre Bestimmung ist ihnen fremd.

Dann gibt es jene Menschen, die gar nicht erst versuchen, herauszufinden, was ihre wahre Aufgabe ist. Vielleicht glauben sie nicht daran, dass sie so etwas wie eine Berufung haben, oder haben nie darüber nachgedacht.

Und dann gibt es jene Menschen, die verzweifelt auf der Suche und gleichzeitig ständig auf der Flucht sind. Die den inneren Ruf hören und sich nach einem Leben verzehren, das ihrem Wesen entspricht, die vielleicht sogar  eine vage Ahnung davon haben, wie ein solches Leben sich anfühlen könnte – die aber gleichzeitig eine Heidenangst vor ihrem eigenen Licht, ihrer wahren Größe und ihrer zentralen Lebensaufgabe haben.

Diese Menschen können zu wahren HeldInnen werden, wenn sie nicht aufgeben, wenn sie sich ihren Ängsten stellen und schließlich den Schritt ins Unbekannte wagen. So wie die gebildete blonde Frau, mit der ich unter einem gleißenden Himmel in einem südlichen Meer schwamm.

Ihr Leben lang, so erzählte sie mir, habe sie an Erstickungsanfällen gelitten. Immer wieder sei ihre Kehle wie zugeschnürt gewesen. Mehrmals habe sie ihre Speise- und Luftröhre untersuchen lassen, aus Angst, sie könnte an Krebs oder etwas ähnlich Schlimmem erkrankt sein.

Sie lief von Arzt zu Arzt, von Krankenhaus zu Krankenhaus – aber die Suche nach organischen Ursachen für ihre Beschwerden blieb erfolglos.

Schließlich begab sie sich auf eine andere Art von Suche.  Und irgendwann, nach vielen Um- und Irrwegen, hängte sie ihren sicheren und hochbezahlten Job in der Wirtschaft an den Nagel und begann, noch einmal zu studieren. Ich weiß nicht mehr genau, welches Fach es war, aber ich erinnere mich noch genau an den Glanz, der in ihre Augen trat, als sie davon erzählte. Noch genauer erinnere ich mich daran, dass etwas in mir sofort den Zusammenhang begriff, als sie erzählte, dass sie ab dem Tag ihrer Entscheidung keinen einzigen Erstickungsanfall mehr hatte, und dass die Beschwerden sich in Luft auflösten.

Diese intelligente und lebenstüchtige Frau musste 50 Jahre alt werden, bis sie sich endlich von ihrer Lebenslüge befreite. Sie litt jahrzehntelang unter körperlichen Beschwerden und den damit einhergehenden Ängsten, bevor sie ihrem inneren Ruf folgte und den entscheidenden Schritt tat.

Dass ihr Körper ihr die Botschaft ihrer Seele ausgerechnet durch Symptome im Kehlbereich übermittelt hatte, war natürlich kein Zufall. Denn im fünften Chakra geht es um authentischen Selbstausdruck und darum, unsere Herzenswünsche (viertes Chakra) mit unseren Visionen (sechstes Chakra) in Einklang zu bringen.

Der Dämon des fünften Chakras ist die Lüge. Daher zeigen sich Lebenslügen sehr häufig durch Hals- und Kehlkopfentzündungen, Stimmverlust, Nackenbeschwerden, Schulterverspannungen, Erkrankungen der Schilddrüse, etc.

Auch andere Chakras können ausdrücken, dass wir vor unserer wahren Lebensaufgabe davonlaufen. Kopfschmerzen können ein Zeichen des sechsten Chakras dafür sein, dass wir unsere intuitiven Fähigkeiten verleugnen. Herzbeschwerden, schwere Arme oder blockierte Schultern können ein Ausdruck dafür sein, dass wir nicht das tun, wonach unser Herz sich sehnt. Zysten oder Myome im Beckenraum können ein Hinweis des zweiten Chakras dafür sein, dass wir unsere kreative Energie abkapseln, statt sie auszuleben, dass wir nicht „gebären“, was durch uns in die Welt kommen möchte.

Obwohl Körper und Energiesystem ihnen eindeutige Hinweise schicken, laufen viele Menschen vor ihrer Berufung davon.

Ich war eine von ihnen.

Auf einer sehr tiefen Ebene wusste ich, was meine Aufgabe ist – aber ich hatte Angst davor. Ich fühlte mich verletzlich. Etwas in mir hielt sich für zu klein und machtlos, um diese Aufgabe erfüllen zu können. Etwas in mir wollte keine Verantwortung übernehmen. Etwas in mir wollte lieber im Käfig bleiben, obwohl die Tür weit offen stand, und obwohl ein anderer Teil von mir sich nach Freiheit sehnte.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ – dieser Ausspruch von Adorno hat während dieser Zeit eine tiefe Traurigkeit in mir ausgelöst. Ich spürte etwas in mir, das sich unbedingt ausdrücken, das befreit und gelebt werden wollte – aber es war so zart und verletzlich, dass ich nicht den Mut fand, mich damit zu zeigen.

Es war, als würde ich mich auf einer verzweifelten Suche und gleichzeitig permanent auf der Flucht befinden, und es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht unter dieser inneren Spannung litt.

Nach und nach verstand ich aber, warum ich vor meiner Berufung davonlief, obwohl ich mich so sehr danach sehnte, sie zu leben. Durch dieses Verstehen konnte ich eine Schicht nach der anderen abtragen.

Manchmal, wenn der nächste Schritt ansteht, kommt die Angst auch heute noch. Aber ich flüchte nicht mehr. Und das fühlt sich richtig, richtig gut an!

5 Gründe, warum wir vor unserer Berufung davonlaufen:

1) Angst, aus der Reihe zu tanzen

Besser die eigene Bestimmung unvollkommen als eine fremde Bestimmung gut befolgt.
~ Bhagavad-Gita

Die Angst, gesellschaftlichen Normen oder den Erwartungen unserer Familie, unserer FreundInnen oder KollegInnen nicht zu entsprechen, ist oft die erste Hürde, die es zu nehmen gilt.

Wenn alle rund um uns mit einem erträglichen Job, einem Haus im Grünen, wohlgeratenen Kindern und einem gut gestriegelten Border Collie zufrieden sind, dann ist es schwierig, Straßenkünstlerin werden oder als digitale Nomadin um die Welt ziehen zu wollen. Oder umgekehrt: Wenn alle Frauen in unserer Familie Karriere gemacht haben, dann ist es schwierig, wenn wir selbst lieber am Spinnrad sitzen und mit unseren Kindern Kekse backen möchten, statt die Führungsetagen großer Konzerne zu stürmen.

Egal, welche Reihe es ist – eine gesellschaftliche, eine kulturelle, eine familiäre oder die unserer Peergroup – es erfordert Mut, aus ihr zu tanzen. Das Unverständnis der anderen ist nicht leicht auszuhalten. Dass sie nicht nachvollziehen können, warum wir freiwillig aufgeben, was ihnen lieb und teuer ist, verunsichert uns. Stimmt etwas nicht mit uns? Sind wir größenwahnsinnig geworden, undankbar oder völlig schief gewickelt? Warum können wir nicht so ticken wie alle anderen?

Die Vorstellung, allein zu tanzen, statt in der Reihe der Konformität unterzutauchen, und die Angst, vor den Augen aller anderen Fehler zu machen, wenn wir Pfade beschreiten, die in unserem Umfeld noch niemand beschritten hat, können lähmend wirken.

Aber weißt du, was das Schöne ist? Wir bleiben nicht lang alleine. Wir begegnen anderen Menschen, die – genau wie wir – neue Tanzschritte ausprobieren und mehr Lust auf Authentic Movement als auf Line Dance haben.

Und dann erkennen wir: Es gibt eine Art von Zugehörigkeit und Verbundenheit, für die wir nicht den Preis der Konformität und Selbstverleugnung zahlen müssen. Yessssss!

 

2) Angst vorm Scheitern

In einer so fehlerfeindlichen Kultur wie der unseren ist die Angst vorm Scheitern allgegenwärtig. Aber wenn es darum geht, das ganz Eigene zu leben, dann ist sie noch viel, viel größer als sonst. Denn dann steht richtig viel auf dem Spiel.

Ich zum Beispiel wusste immer, dass meine Berufung etwas mit dem Schreiben zu tun hat. Aber ich habe mich gedrückt und gewunden und immer wieder etwas anderes gemacht als das, wozu ich mich gerufen fühlte.

Und warum dieses jahrelange Versteckspiel?

Um eine Entschuldigung zu haben. Und um der Angst vorm Scheitern auszuweichen.

Ganz nach dem Motto: Naja, ich mache ja nicht das, wozu ich WIRKLICH auf dieser Welt bin. Wenn ich nur erst meine Berufung leben würde, ja dann! Aber das muss leider warten, denn zuerst muss ich mich noch supergesund, vegan, gluten- und kalorienfrei ernähren, jede Mücke und dann noch die ganze Welt retten, und ach ja, ungefähr eine Million Emails beantworten. Wenn dann auch noch der Kühlschrank geputzt ist, die Socken farblich sortiert in der Schublade liegen und mein Sohn endlich Matura hat, ja dann! Dann leg ich los …

Oder nach dem Motto: Vielleicht gibt es so etwas wie Berufung gar nicht. Was, wenn ich endlich das tue, wonach ich mich sehne – und ich habe keinen Erfolg damit? Was, wenn es sich dann immer noch anfühlt, als sei ich im falschen Leben?

Davor hatte ich richtig große Angst. Also versuchte ich weiterhin, irgendwie ein richtiges Leben in ein falsches zu packen. Daran bin ich allerdings so richtig fett gescheitert 😊

Oft sind wir sogar sehr erfolgreich mit dem, was wir tun, obwohl es nicht im Einklang mit unserer Berufung ist. Dann ist es umso schwieriger, den Absprung zu schaffen – denn es gibt keine Garantie dafür, nicht zu scheitern, wenn wir uns unserer wahren Aufgabe verschreiben. Es gibt auch keine Belohnung – außer der, dass es sich endlich richtig anfühlt, und dass wir keine Belohnungen mehr brauchen, weil das Tun und Sein an sich schon so erfüllend ist.

3) Angst vor Erfolg

Hilfe! Was, wenn wir nicht scheitern, sondern erfolgreich, gesund und glücklich sind? Wenn wir tatsächlich in jene Größe, Weite und Freude hineinwachsen, die wir seit jeher als uns zustehend erahnt haben?

Diese Vorstellung lässt unsere Knie oft noch viel mehr schlottern als die Vorstellung zu scheitern. Nicht immer ist uns das bewusst – aber es gibt Anteile in uns, die vor Glück, Selbstbestimmung und Erfolg und der damit einhergehenden Freiheit und Verantwortung eine Heidenangst haben.

Ein Stück weit haben wir vielleicht auch Angst vor Kontrollverlust. Denn der eigenen Bestimmung zu folgen bedeutet, sich beherzt in den Fluss des Lebens zu werfen. Alles bekommt dann eine ganz andere Dynamik und Geschwindigkeit. Wo zuerst Blockaden, Stagnation und Lähmung waren, reißt uns plötzlich die Strömung mit – und wir WERDEN zum Fluss. Ein völlig neues, anderes Lebensgefühl erwartet uns. Kein Wunder, dass wir uns zu Tode fürchten 😉

In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

(Dieses Zitat wird Goethe zugeschrieben. Vielleicht stammt es aber doch von dem schottischen Schriftsteller William Hutchison Murray. Egal von wem – es ist wundervoll und sooo wahr!)

4) Angst vor Verletzlichkeit

Sehr oft hat unsere Berufung etwas mit unseren persönlichen Verletzungen und Wunden und mit unserem eigenen Heilungsweg zu tun. Denn genau die Stärken und Kräfte, die uns aus der Bewältigung unserer Probleme und der Auseinandersetzung mit unseren Lebensthemen erwachsen, sind unsere größten Schätze, die mit der Welt geteilt werden wollen.

Unsere Berufung ist nun mal etwas sehr Persönliches. Wenn wir ihr folgen, müssen wir uns öffnen, wir müssen uns mit allem zeigen, was zu uns gehört. Es geht nicht anders – und das macht uns sehr, sehr verletzlich.

Ich zum Beispiel war als Kind super unsportlich. Ich liebte meine Bücher und die Stille – aber bei Volleyball, Vom-5-Meter-Turm-Springen oder Zirkeltraining fühlte ich mich wie von einem fremden Stern. Jede Woche hätte ich mich am liebsten vor dem Turnunterricht gedrückt, weil ich langsamer und körperlich weniger leistungsfähig war als die meisten anderen. Durch Yoga habe ich meine Freude an Bewegung und die Liebe zu meinem Körper wiedergefunden, und meine persönliche Geschichte hat mich zu der Yogalehrerin gemacht, die ich heute bin. Ich bin empathisch. Ich gebe meinen SchülerInnen die Sicherheit, dass sie nichts leisten und keine Performance liefern müssen. Ich vermittle ihnen, dass frau die eigenen Grenzen auch sanft, liebevoll und ohne Druck erweitern kann, und dass jeder Mensch richtig und willkommen ist, so wie er eben gerade ist.

Um meine vermeintliche Schwäche als Stärke und besondere Qualität zu erkennen, musste ich mich meiner Verletzlichkeit stellen und aufhören, andere Yogalehrerinnen nachzuahmen, die sportlicher und kräftiger waren als ich.

Es war ein langer Weg, bis ich wirklich zu dem stehen konnte, was meinen Yoga-Unterricht ausmacht. Mein Stil passt nicht für jede/n. Aber für diejenigen, die in meine Stunden kommen, ist er genau richtig.

Du kannst nicht zu Mut gelangen, ohne durch Verletzlichkeit gegangen zu sein.

~ Brené Brown

5) Angst, es könnte nicht genug sein

Oft ist unsere Berufung mit Fähigkeiten oder Leidenschaften verbunden, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir gar nicht glauben können, dass sie besonders und einzigartig sein sollen.

Vor einigen Jahren habe ich gemeinsam mit ein paar anderen Tanzbegeisterten ein monatliches Freitanzfest ins Leben gerufen, zu dem oft an die hundert Gäste kamen. Einen Raum mieten, eine Website kreieren, Werbung machen, organisieren, … das alles fühlte sich völlig natürlich für mich an, und ich verstand nicht, warum andere mir Anerkennung für etwas zollten, das mir federleicht von der Hand ging.

Aber nach zwei, drei Jahren ging es plötzlich nicht mehr leicht. Das Fest lief super, alles war eingespielt – trotzdem war das Organisieren für mich auf einmal unglaublich anstrengend und mühsam. Das entscheidende Aha ereilte mich, als einer meiner Teamkollegen sagte, für ihn sei es genau umgekehrt. Das Starten und Aufbauen hätten ihn enorm gestresst. Aber jetzt, da alle Handgriffe saßen und jeder von uns wusste, wie der Hase läuft, fühlte er sich in seinem Element.

Da wurde mir klar: Ich bin ein Starter- und Builder-Typ, er ist ein Maintainer. Was mir schwerfällt, fällt ihm leicht und umgekehrt.

Früher hatte ich es als Schwäche empfunden, dass ich mich sofort langweile, wenn die Aufbauphase vorbei ist und etwas in vorhersehbaren Bahnen verläuft. Dass ich die Fähigkeit habe, Dinge ins Leben zu rufen und Projekte ins Rollen zu bringen, empfand ich deshalb nicht als Stärke, weil es sich so selbstverständlich anfühlte.

Gerade dieses Gefühl der Selbstverständlichkeit aber ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine solche Fähigkeit etwas mit unserer Berufung zu tun hat.

Diese Fähigkeit könnte zum Beispiel sein, dass du gut zuhören und dich in andere hineinversetzen kannst. Dass du absolut zuverlässig bist oder super improvisieren kannst. Dass du Menschen zueinander bringst, die sich gegenseitig etwas zu geben haben. Oder dass du Zusammenhänge zwischen Dingen siehst, die außer dir niemand wahrnimmt.

Selbst wenn wir erkannt haben, welche einzigartigen Fähigkeiten und Gaben wir in uns tragen, fällt es uns oft schwer zu glauben, dass sie GENUG sein könnten. Es fällt uns schwer, den Diamanten zu erkennen, den andere in uns sehen. Vielleicht einfach deshalb, weil er uns so vertraut ist, dass wir blind für seine Schönheit und Besonderheit geworden sind.

Es ist das Wichtigste, was wir im Leben lernen können: das eigene Wesen zu finden und ihm treu zu bleiben.

Allein darauf kommt es an, und nur auf diese Weise dienen wir Gott ganz: dass wir begreifen, wer wir selber sind, und den Mut gewinnen, uns selber zu leben. Denn es gibt Melodien, es gibt Worte, es gibt Bilder, es gibt Gesänge, die nur in uns, in unserer Seele schlummern, und es ist die zentrale Aufgabe unseres Lebens, sie auszusagen und auszusingen. Einzig zu diesem Zweck sind wir gemacht; Und keine Aufgabe ist wichtiger, als herauszufinden, welch ein Reichtum in uns liegt.

~ Eugen Drewermann

Divider Gold

Das Davonlaufen vor der eigenen Berufung ist oft einfach ein Teil des Klärungsweges. Und vielleicht sind unsere Fluchttendenzen auch ein Zeichen dafür, dass es um etwas wirklich Großes und Wesentliches geht – denn in der Tat gibt es nichts Größeres im Leben, als herauszufinden, was unsere zentrale Aufgabe ist und wie wir sie erfüllen können.

Noch drei wichtige Hinweise zur Berufung:

  • Dass du deine Berufung lebst, bedeutet nicht, dass immer alles easy läuft und du dich nicht mehr anstrengen musst.
  • Deine Berufung muss nicht zu deinem Hauptberuf werden. Sie muss überhaupt nichts mit deinem Beruf zu tun haben. Es gibt viele verschiedene Formen und Wege, deine Bestimmung zu leben!
  • Es gibt kein Ankommen. Aber es gibt das unglaublich gute Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Das ist die schlechte Nachricht. 

Aber die gute Nachricht ist: Es gibt auch kein falsches Leben im richtigen!

Wenn es sich endlich richtig anfühlt, dann kann kommen was will. Es mag mühsam, verwirrend, chaotisch oder turbulent sein – aber es ist RICHTIG.

Und es will dich mit Haut und Haar, denn das große, große Puzzle braucht genau DICH an genau der richtigen Stelle.

Der Ort, nach dem du dich sehnst, sehnt sich auch nach dir. Er ruft dich. Von ihm geht ein Sog aus. Und sobald du in Bewegung kommst, zieht er dich an wie ein Magnet.

Du kannst flüchten, Haken schlagen, Zickzack oder im Kreis laufen, aber dieser Sog ist da. Und wenn dann irgendwann die Sehnsucht größer wird als die Angst, dann … ja dann! Bist du nicht mehr zu stoppen.

 

„Diese Zeiten sind entscheidende Zeiten, und jede Seele wird an ihrem rechten Platz gebraucht. Es ist, wie wenn man ein riesiges Puzzlespiel zusammensetzt: Es gibt einen richtigen Platz für jedes kleine Puzzlestück.“

Eileen Caddy

Big, wild, love

Laya

Photo by Raul Cacho Oses on Unsplash

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin viel Freude!