Fragen kostet was!

Apr 17, 2016

Es gibt zwei österreichische SchriftstellerInnen, die ich wirklich bewundere: Robert Menasse und Anna Mitgutsch.

Als mein Journalismus-Studium dem Ende zuging und ich InterviewpartnerInnen für mein Masterpiece brauchte, habe ich die beiden einfach angerufen, obwohl ich mir absolut nicht vorstellen konnte, dass sie einer einfachen Studentin wie mir ein Interview geben würden.

Mein Herz klopfte wie wild, und meine Knie schienen aus Gummi zu sein. Doch siehe da: Die beiden gaben mir nicht nur Interviews, sondern das daraus entstandene Feature wurde auch noch vom Radio produziert und ich durfte zwei Tage lang mit den Profis arbeiten.

Madhavi Guemoes ist eine meiner Heldinnen – ich liebe ihren Blog und ihre Inspirationen. Da sie in Berlin wohnt und ich bald zwei Wochen dort verbringen werde, habe ich sie einfach angemailt und gefragt, ob ich sie treffen darf.

Lange kam keine Antwort, und ich begann, an mir zu zweifeln. War ich aufdringlich gewesen? War meine Anfrage so ungeschickt oder uninteressant, dass sie mir nicht mal ein NEIN zurückschreiben wollte?

Doch dann Tagen landete schließlich doch noch ein Mail von ihr in meinem Posteingang – und ihre Antwort war JA!

{Wie unser Treffen verlaufen ist, erfährst du natürlich demnächst 🙂 }

Fragen kostet nichts, heißt es. 

Falsch.

Fragen kostet ÜBERWINDUNG. Und MUT.

Doch wenn du bereit bist, diesen Preis zu zahlen, belohnt dich das Leben mit unzähligen ÜBERRASCHUNGEN. 

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Wenn du fragst, musst du mit einem NEIN rechnen. Und ein NEIN ist nicht immer leicht auszuhalten.

Aber:

NEIN ist nicht automatisch eine Zurückweisung oder eine Kränkung.

NEIN ist einfach nur eine Antwort, genauso wie JA.

Wenn du dem Leben vertraust, dass es immer das Beste für dich will, dann kannst du auch für ein NEIN dankbar sein – und neugierig darauf, wozu es dir Gelegenheit bietet.

Wenn du lernst, selbst NEIN zu sagen, lernst du auch, mit dem NEIN anderer umzugehen.

Du nimmst dir die Freiheit, ungezwungen zwischen JA und NEIN zu entscheiden. Und schenkst damit anderen die Freiheit, dasselbe zu tun.

Wie wunderbar!

Fragen kostet etwas. Aber nur Mut! Du kannst nur gewinnen.

Was passiert, wenn du in der Komfortzone bleibst und nicht fragst?

Du hast noch immer nicht, was du wolltest. Es bleibt also alles, wie es war.

Was passiert, wenn du deine Angst überwindest und einfach fragst?

1) Neue Gelegenheiten entstehen.

Ist die Antwort NEIN, dann hast du ebenfalls nicht, was du wolltest. Aber immerhin bekommst du die Gelegenheit, kreative andere Wege zu finden, um zu bekommen, was du willst. Oder darüber nachzudenken, ob das, was du wolltest, wirklich das Beste für dich und alle anderen ist.

2) Du bekommst etwas Besseres.

Ist die Antwort NEIN, ABER … dann bekommst du womöglich etwas viel Besseres, als was du ursprünglich wolltest.

3) HOHOHO!

Ist die Antwort JA, dann bekommst du nicht nur, was du wolltest, sondern hast auch jemandem die Möglichkeit geschenkt, zu helfen und gutes Karma anzuhäufen.

Dieser Jemand fühlt sich dadurch vielleicht gebraucht und wertgeschätzt  – und dieses Gefühl brauchen wir alle hin und wieder. Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, nennt das übrigens den HOHOHO!-Effekt. Jemanden um etwas zu bitten ist, wie Santa Claus an seine Tür zu klopfen und ihm ein großes Geschenk zu machen.

4) Du schenkst dir selbst Stärke und Mut.

Unabhängig von der Antwort hast du die Erfahrung gemacht, dass du deine Ängste überwinden kannst. Du bist stärker und mutiger geworden. Und das ist das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst. 

Keine Frage: Fragen macht frei. Und es bringt die Dinge in Bewegung.

Also: Tu’s einfach! Du kannst nur gewinnen.

Wonach kannst DU noch heute jemanden fragen und damit euch beiden ein Geschenk machen?

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin viel Freude!