Hokus Pokus Fokus! So erreichst du deine Ziele

Mai 13, 2017

In den letzten Jahren habe ich tonnenweise Bücher darüber gelesen, wie man seine Ziele erreicht. Parallel dazu habe ich tonnenweise Bücher darüber gelesen, dass wahre Freiheit darin liegt, keine Ziele mehr zu haben und sich stattdessen ganz und gar dem Fluss des Lebens hinzugeben.

Beides klang so richtig. Beides klang plausibel, eindeutig und einfach. Und dadurch schien das jeweils andere wieder völlig falsch zu sein.

In meinem Kopf entstand eine Kluft, in der kleine und große Fragezeichen tanzten. Setzte ich mir Ziele und strengte mich an, um sie zu erreichen, fühlte sich das falsch an. Hörte ich auf, mir Ziele zu setzen und ließ mich einfach treiben, fühlte sich das genauso falsch an.

Dabei wusste ich, dass die Fragezeichen gar nicht notwendig gewesen wären – in den meisten Fällen entstehen solche Verwirrungen nur dadurch, dass wir verschiedene Ebenen vermischen und in dualistischem Entweder-oder-Denken verhaftet sind. Oder weil wir insgesamt viel zu viel nachdenken, anstatt einfach zu tun, zu experimentieren, auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln, aus denen wir dann klüger werden können.

Inzwischen haben sich für mich viele Fragen geklärt, die Kluft ist geschlossen, und was Ziele betrifft habe ich mir mein eigenes kleines Weisheitspaket geschnürt:

Ich setze mir Ziele, aber ich mache weder meine Zufriedenheit und meinen Selbstwert noch mein Seelenheil davon abhängig, ob ich sie erreiche oder nicht.

Ich setze mir Ziele, aber ich verfolge sie nicht verbissen, sondern tanze entspannt und gut gelaunt darauf zu.

Ich setze mir Ziele in dem Wissen, dass ein Ziel zu erreichen niemals das Ende der Reise bedeutet. Wenn ich angekommen bin, bin ich ein anderer Mensch als zu dem Zeitpunkt, an dem ich losging – und unweigerlich tauchen dann neue Ziele auf. Trotzdem tut es gut, kurz innezuhalten, sich selbst auf die Schulter zu klopfen, ein anerkennendes „Toll gemacht!“ zuzurufen und tief durchzuatmen, bevor man sich wieder auf den Weg macht.

Ich setze mir Ziele, die schwer zu erreichen sind – denn lieber scheitere ich an einem zu hoch gesteckten Ziel, als hinter meinen Möglichkeiten zurückbleiben.

Ich setze mir hauptsächlich Ziele, die damit zu tun haben, wie ich mich FÜHLEN möchte. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich mich frei fühlen will. Ich will mich lebendig fühlen, und vor allem will ich nicht mehr hetzen, denn hetzen kommt von hassen, und wer hetzt, hasst sich selbst und das Leben. Ich will Zeit für Stille und Alleinsein haben, aber auch genug Zeit für tiefe, authentische, liebevolle Beziehungen. Ich will spüren, wie meine Kreativität sprudelt, und ich will mich als Königin in meinem Reich fühlen.

Übrigens glaube ich nicht mehr daran, dass wir alles erreichen können, was wir wollen – aber ich glaube fest daran, dass wir alles erreichen können, was im Einklang mit unserer tieferen Bestimmung und den wahren Sehnsüchten unseres Herzens steht.

Vor allem aber glaube ich, dass wir nur eines nach dem anderen erreichen können. Denn wenn wir alles auf einmal erreichen wollen, erreichen wir gar nichts. Wenn wir uns verzetteln, schwächen wir unsere kreativen Gestaltungskräfte enorm.

Vielleicht kennst du das: Du steckst dir ein neues Ziel, und der Energieschub der Anfangseuphorie lässt dich die erste Etappe fast im Flug nehmen. Doch dann kommen die Mühen der Ebene, und du haderst mit den vielen kleinen Schritten, die noch zwischen dir und deinem Ziel liegen, diesen vielen kleinen Schritten, die nicht sofort sichtbare Ergebnisse bringen.

Plötzlich wirst du unsicher, ob du dein Ziel wirklich erreichen kannst. Du zweifelst daran, dass es überhaupt das richtige Ziel für dich ist. Und schon – schwupp! – kommst du vom Weg ab, weil du plötzlich geblendet wirst von etwas anderem, etwas Neuem, etwas, das dir auf einmal viel attraktiver erscheint als das Ziel, das du ursprünglich auserkoren hast. Das scheint im Moment der einfachere Weg zu sei – in Wirklichkeit aber setzt du dich wieder zurück an den Start und hast eine Menge leere Kilometer gemacht. Deine Energie verpufft. Schade darum.

Auch wenn es einiges an Selbstdisziplin erfordert: Es ist um vieles befriedigender – und erfolgversprechender – bewusst zu wählen und zumindest für eine Zeit lang ein einziges Ziel im Auge zu behalten, als ständig hin und her zu springen!

Fokus heißt das Zauberwort. Und so funktioniert’s:

10 Wege, um deine Ziele zu erreichen

1) Verschreib dich einem Ziel und sei ihm treu

Vor rund zwei Jahren traf ich im Sommer in Ljubljana einen Mann, der Haus und Garten verkauft und seinen Job aufgegeben hatte, um einen kleinen Laden aufzumachen, in dem er Kunstdrucke verkaufte. In dem Laden gab es auch ein kleines Museum mit all dem, was er über die Jahre aus allen Ecken der Welt zusammengetragen hatte: uralte Druckerpressen, Lettern aus Blei, vergilbte antiquarische Zeitungen und vieles mehr. In den Augen des Mannes leuchtete ein beseeltes Feuer, und seine Stimme begann zu vibrieren, als er mir alles zeigte und erklärte, sichtlich glücklich über mein Interesse und meine vielen Fragen.

Irgendwann im Laufe des Gesprächs sagte er einen Satz zu mir, den ich niemals vergessen werde:

„I dedicated my life to it.“

Und ich fragte mich: Wäre ich selbst bereit, für meine Wünsche und Sehnsüchte so vieles aufzugeben, auf so vieles zu verzichten?

Im selben Laden kaufte mein Liebster übrigens einen Kunstdruck mit der simplen Botschaft:

Pick one stick to it

That’s it.

Oder, wie Leonie Dawson es einmal so wunderbar ausdrückte: „Be a monk to your goals.“

2) Autsch! Ja sagen heißt Nein sagen

Aus ganzem Herzen Ja zu einem Ziel zu sagen bedeutet, zu vielen anderen möglichen Zielen Nein zu sagen (oder zumindest „Noch nicht“ – sie Punkt 3 🙂 ).

Wir erweisen unseren Zielen Ehre und Respekt, wenn wir ihnen zuliebe auf andere verzichten.

Es tut weh, zu verzichten, aber es ist ein süßer Schmerz – weil du weißt, dass dieser Verzicht auf lange Sicht ein großer Gewinn für dich sein wird.

Short term pain for a long term gain nennt man das – und Verhaltensforscher haben längst bewiesen, dass die Fähigkeit, im Moment auf etwas zu verzichten, um in der Zukunft etwas zu bekommen, was wertvoller ist, glücklichere und erfolgreichere Menschen aus uns macht.

Der bewusste Verzicht auf andere Dinge verleiht unseren Zielen etwas Exquisites und unserem Tun und Handeln Würde. 

3) Wisse: 1) und 2) müssen nicht für immer sein

Dich für eine gewisse Zeit auf wenige Ziele und Dinge zu fokussieren, bedeutet nicht, dass du alles andere für immer aus deinem Leben verbannen musst. Es geht nur um eine Entscheidung für eine gewisse Zeit, damit dein Handeln Kraft bekommt, du Rückenwind spürst und Momentum entwickelst.

All das andere, das dich auch interessiert, das du ausprobieren, kennenlernen oder erreichen möchtest, muss nicht aus deinem Leben verschwinden. Vertraue darauf: Wenn es wirklich zu deinem Lebenszweck gehört, werden sich eure Wege wieder kreuzen. Guaranteed!

4) Tu jeden Tag drei Dinge, die dich deinen Zielen näherbringen

Das müssen keine Riesenschritte oder großen Taten sein. Es sind ja ohnehin die kleinen alltäglichen Dinge, die in Summe den Erfolg ausmachen – es müssen nur die richtigen sein! Schreib dir daher jeden Morgen auf, was du an diesem Tag tun wirst, um dich deinen Zielen zu nähern. Und sei es nur, dass du früher aus dem Bus aussteigst und die letzte Station zu Fuß gehst, weil du mehr Bewegung in dein Leben bringen möchtest!

5) Lass jeden Tag drei Dinge sein, die dich deinen Zielen nicht näherbringen

Es ist essenziell, „dringend“ von „wichtig“ zu unterscheiden – vor allem aber ist es wichtig, uns von Scheindringlichkeiten zu lösen und das, was wirklich wichtig ist, zuerst anzupacken. In The Power of Focus fand ich eine brauchbare Formel, um den Dringlichkeiten, die sich in meinem Leben immer wieder in den Vordergrund drängen, den Garaus zu machen:

Dump it
Lerne „Ich entscheide mich, das nicht zu tun“ zu sagen. Sei stark.

Delegate it
Manche Dinge müssen getan werden – aber nicht unbedingt von dir. Delegiere sie an jemand anderen, und zwar ohne Schuldgefühle. Frag dich: „Wer außer mir könnte das tun?“

Defer it
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen? Was für ein Schwachsinn 🙂 Manche Dinge müssen getan werden, aber beileibe nicht sofort. Plane Zeit für diese Dinge ein – aber reserviere deine persönliche PRIME TIME für das, was die größte Hebelwirkung hat und dich deinen Zielen näher bringt.

Do it
Manchmal hilft es einfach nicht – eine unliebsame Überraschung fordert deine Aufmerksamkeit und duldet keinen Aufschub. Vielleicht ist dein Kind krank, oder dein Auto weigert sich anzuspringen, oder dein Computer hat sich einen gemeinen Virus eingefangen. Dann tu, was zu tun ist – aber lass den Widerstand dagegen los. Wenn du dein Ziel wirklich klar vor Augen hast, wird dich kein noch so großer Rückschlag davon abhalten, es zu erreichen, und jedes Hindernis, das du überwindest, wird deine Ausrichtung und Klarheit stärken.

6) Sei schon angekommen!

Das ist das Allerwichtigste. Entscheide dich, dich schon jetzt so zu fühlen, dich so zu verhalten und so zu entscheiden, als wärst du bereits am Ziel. Dann entspringen deine Handlungen einem Seinszustand, der im Einklang mit dem ist, was du erreichen willst, und das wirkt wie ein Turbo-Antrieb. Dein Ziel ist dann nicht mehr etwas, das in weiter Ferne liegt, nichts, wonach du trachtest und strebst, nichts, das zeitlich von dir getrennt ist – sondern etwas, das du schon jetzt verkörperst.

Ich habe zum Beispiel das klare Ziel, immer öfter und länger in immer fernere Länder zu reisen. Ich will den kalten Wintern hierzulande entfliehen, vor allem aber möchte ich Abenteuer erleben!

Im Moment erlauben meine familiäre und berufliche Situation noch keine großen Sprünge – aber ich gönne mir immer häufiger Kurztrips in fremde Städte, lese Reiseberichte, beschäftige mich mit den Möglichkeiten des digitalen Nomadentums, spreche mit anderen über meine Pläne und frage sie nach ihren Reiseerfahrungen. Von einer befreundeten Künstlerin habe ich mir ein Visionsbild malen lassen, das bunt und groß in meinem Arbeitszimmer hängt und mich täglich inspiriert, und mindestens einmal pro Woche sitze ich allein auf der Terrasse eines Cafés, schlürfe meinen Cappuccino und tue so, als sei ich an einem fremden Ort. Herrlich!

Es ist wie beim Bogenschießen. Bevor ich den Pfeil abschieße, visualisiere ich, dass er bereits ins Schwarze getroffen hat, und spüre tief in mir das Gefühl der Befriedigung und Freude, das ich dabei empfinden werde. Das erhöht die Trefferquote tatsächlich ungemein. Mein Gefühl lenkt den Pfeil in die richtige Richtung, gibt ihm den richtigen Drall und die richtige Geschwindigkeit mit auf den Weg. It’s magic!

7) Kenne deine Werte

Wenn du dein persönliches Mission Statement kennst, stellen sich manche Fragen gar nicht mehr. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass „Nicht hetzen müssen“ eine meiner höchsten Prioritäten ist, dann wird es mir leicht fallen, meinen Terminkalender luftig zu gestalten, Pufferzeiten einzuplanen und lieber mal einen Termin abzusagen, als in zeitliche Bedrängnis zu geraten. Es mag ein wenig dauern, bis sich aus dieser Klarheit neue Verhaltensmuster und heilsame Gewohnheiten entwickeln – aber dafür sind sie dann umso bewusster und kraftvoller.

8) Leg dir einen Zauberspruch zu

Mein Zauberspruch lautet Hokus Pokus Fokus. Immer wenn ich merke, dass ich mich verzettle, dass ich nach diesem und jenem greife, dass ich viel zu oft meine Mails checke, viel zu lange auf facebook abhänge oder mich endlos mit klitzekleinen Details aufhalte, dann zaubere ich mir mit diesem Zauberspruch meinen Fokus zurück.

9) Stärke dein Solarplexus-Chakra

Im dritten Chakra sitzt deine Ich-Kraft. Um unbeirrt deinen Weg zu gehen, musst du dir deines Wertes und deiner Einzigartigkeit bewusst sein und dich und deine Ziele wichtig nehmen. Ohne starke Mitte geht gar nichts!

Wie du dein Solarplexus-Chakra aktivieren kannst, erfährst du hier:

>> 12 Wege zu mehr Selbstbewusstsein: Erwecke die Kriegerin in dir!

10) Erlaub dir, auch mal unfokussiert zu sein

Gönn dir bewusst Zeiten, in denen du dich ablenken lässt, in denen du dir erlaubst, von einem zum anderen zu springen, durch den Tag zu schlingern und dich treiben zu lassen. Sei ziellos! Mach das Gegenteil von dem, was du dir vorgenommen hast, verstoß gegen deine eigenen Regeln, sei inkonsequent und undiszipliniert und öffne dich allen Möglichkeiten des Moments! Wenn deine Ziele wirklich die deinen sind, werden sie sich dadurch umso lauter zu Wort melden – und du wirst umso klarer fühlen, ob es die richtigen für dich sind.

Beitragsbild: Shutterstock

Big wild love, Laya

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin viel Freude!