Hyggel dich glücklich!

Nov 3, 2017

Die Dänen wissen, wie es geht. Zumindest scheinen sie irgendein Geheimnis zu haben, denn laut „World Happiness Report“ sind sie Jahr für Jahr unter den glücklichsten Völkern der Welt.

Das scheint vor allem daran zu liegen, dass die Dänen so hyggelig sind. Mich persönlich macht allein schon dieses Wort glücklich – dich auch?

Die ursprüngliche Bedeutung geht auf das Wort „hu“ zurück, was so viel wie Sinn oder Gedanke heißt – hyggelig stand früher für „sorgfältig“ oder „nachdenklich“. Aber wie das mit Worten so ist – auch sie wandeln sich! Heute steht hyggelig für „Wohlbefinden verbreitend“. Sich zu „hyggen“ heißt, sich selbst Gutes zu tun, sich zu verwöhnen. Selbstfürsorge auf Dänisch sozusagen!

Hyggeln, das bedeutet auch Gemütlichkeit, und ist zugleich eine Lebensphilosophie: den Moment genießen, das einfache Leben feiern, Geborgenheit in sich selbst und in der Gemeinschaft finden. Kleine Rituale kultivieren,  Freunde einladen, gut essen und trinken, und die eigenen vier Wände zum heimeligen Rückzugsort machen.

Gerade die dunklen Abende im Herbst und Winter laden uns ein, es dem glücklichen Dänen-Volk gleichzutun. Um dich zu inspirieren, habe ich eine kleine Umfrage unter den Hyggel-Expertinnen in meinem Umfeld gestartet:

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Meine Freundin Manu ist nicht nur einer der kreativsten Menschen, die ich kenne, sondern auch jemand, der die Gemütlichkeit zelebriert wie keine andere. Ein Blick in ihr Gartenhaus genügt, um zu sehen: Hier ist Liebe am Werk!

Geborgenheit, das bedeutet für Manu: sich wohlfühlen und fallen lassen. Keine Rollen mehr spielen und so sein dürfen, wie man ist.

Manu ist Sängerin. Für jemanden, der wie sie immer wieder auf Bühnen und im Rampenlicht steht, ist „ganz privat sein dürfen“ natürlich besonders wichtig.

Kochen, essen und genießen spielen für Manu eine besonders große Rolle: „Wenn Kuchenduft die ganze Gartenhütte erfüllt – das ist Hyggeligkeit pur.“ Wichtig: Es geht um die einfachen Dinge. Ein paar Kerzen, eine kuschelige Decke, und einfach das genießen, was da ist. Im Winter das knisternde Kaminfeuer, im Sommer den Blick vom kleinen Baumhaus im Garten.

Beim Genießen geht es auch um Bewusstheit: „Es macht einen großen Unterschied, ob ich die Katze im Vorbeigehen streichle, ohne es richtig zu bemerken, oder ob ich den Moment bewusst genieße.“

Manu mit Kater Findus

Auch Kater Findus ist ein hyggeliger Zeitgenosse!

Löchrige Socken und Hyggel to go

Meine Kollegin Renate ist nicht nur anmutige Yoga-Queen, sondern auch ein Mensch, der den Rückzug in die eigenen vier Wände zu schätzen weiß: „Wenn ich nachhause komme, lege ich als allererstes meinen Schmuck ab und schlüpfe in eine bequeme Hose. Dann ziehe ich die bunten Filzpatschen an, die meine Mutter für mich gestrickt hat. Dass sie schon ein wenig löchrig sind, macht sie noch hyggeliger!“

Ein weiteres Selbstliebe-Ritual: Zeit für ein wohlig-warmes Getränk. Egal, ob Chai oder Matcha Latte oder eine Golden Milk: Hauptsache Milchschaum obendrauf! Eine Prise Zimt oder Kakao darf natürlich auch nicht fehlen.

Aber nicht nur zuhause legt Renate Wert auf Hyggeligkeit: „Jedes Jahr im Herbst sammle ich frisch vom Baum gefallene Kastanien und stecke sie in meine Jackentaschen. Wenn ich dann unterwegs bin und mit meinen Händen in der Tasche die glatte, kühle Schale berühre, ist das ein absoluter Wohlfühl-Moment. Hyggel to go sozusagen! Schon meine Oma meinte, dass Kastanien in der Tasche Glück bringen …“

 

Matcha Latte mit Milchschaum

Matcha Latte – natürlich mit Milchschaum! So hyggt frau sich so richtig glücklich.

Das Schöne am Hyggeln

Das Schöne am Hyggeln: Es darf einfach sein. Es sollte sogar! Die Welt da draußen ist schließlich kompliziert genug, da darf in den eigenen vier Wänden die Freude an den einfachen Dingen umso mehr erblühen.

Noch schöner: Du darfst dabei ganz du selbst sein. Keine Performance, keine Hyggel-Weltmeisterschaften, nicht mal teure Hyggel-Outfits sind vonnöten. Schlabbrig-ausgebeulte Jogginghosen sind viel hyggeliger als die hippen neuen Yogapants! Und die alte, abgeschlagene Tee-Tasse, die du von deiner Urgroßmutter geerbt hast, eignet sich wunderbar, um hyggelig-heiße Schokolade zu schlürfen. Mit Milchschaum, versteht sich! Oder mit Sahne …

Das Allerschönste aber ist: Hyggeln geht alleine UND gemeinsam! Je nachdem, wonach dir gerade ist. Wie wunderbar.

Big, wild love

Laya

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

Jeden Sonntagmorgen ein Goldstück in deinem Email-Postfach!

Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin: Stay true!