„Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo

Mai 27, 2016

Marie Kondo hat eine Mission. Die Japanerin bringt Messies und Ordnungsmuffeln das Ausmisten bei. Und rät zu ganz schön radikalen Methoden. Ich mag so etwas.

Zu viele Dinge um mich herum machen mich nervös. Und etwas Altes loszulassen hat tatsächlich oft magische Folgen – plötzlich flattert etwas Unerwartetes ins Haus. Eine neue Idee, ein neuer Auftrag, ein neues Kleid, ein neuer Mann, …

„Eine dramatische Reorganisation Ihres Heimes bewirkt dramatische Veränderungen in Ihrem Lebensstil und Ihrer Perspektive“, behauptet Marie Kondo.

Recht hat sie. Vielleicht sind die Veränderungen nicht immer dramatisch, aber alleine dadurch, dass wir uns beim Ausmisten und Aufräumen bewusst machen, was noch zu uns passt und was nicht mehr, kommen die Dinge in Bewegung.

Andere Minimalismus-Missionare raten zu einem Vorgehen nach der Devise „step-by-step“. Also immer nur eine Schublade oder ein Schrankfach auf einmal. Marie Kondo hingegen fordert zu einem Radikalschlag auf.

„Einmal in einem Rutsch aufräumen ist wie ein Neuanfang. Danach steht einem glücklichen, befreiten Leben nichts mehr entgegen“, argumentiert sie.

Bei der KonMari-Methode, auch Magic Cleaning genannt, werden die Gegenstände nicht nach Aufbewahrungsort, sondern nach Kategorie aussortiert, und zwar in dieser Reihenfolge: Kleider, Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungsstücke. Weil, so die Aufräum-Expertin, das Ausmisten bei der Kleidung am Leichtesten ist. Wir trainieren unsere Ausmist-Muskeln, bis wir bei der schwierigsten Kategorie, den Erinnerungsstücken, angekommen sind.

Die zentralen Fragen stellen.
Alle Gegenstände einer Kategorie werden auf einen Haufen geworfen. Dann nimmt man einen nach dem anderen in die Hand, achtet auf das Körpergefühl und stellt die zentralen Fragen: „Bringt dieses Ding mir Freude? Macht es mich glücklich?“ Wenn kein klares Ja auftaucht: Weg damit. Auch wenn es teuer war. Oder ein Hochzeitsgeschenk. Oder das alte Erbstück von der Tante Mitzi. Und ja: Auch die Kritzelbilder, die die lieben Kleinen damals im Kindergartenalter produziert haben, dürfen gehen. Schluck.

{Und wenn dir die Entscheidung trotzdem schwer fällt? Dann frag die Dinge!}

Ist erst einmal das ganze Heim nach dieser Methode aufgeräumt, fällt das Ordnunghalten viel leichter. Alles hat seinen Platz. Und durch das „Schockerlebnis“ ist einem bewusster geworden, dass man viel zu viel besitzt. Die Gefahr, in der Zukunft wieder so viel anzuhäufen, ist dadurch geringer geworden.

Marie Kondo hat auch einige sehr praktikable Tipps zum Verstauen von Gegenständen parat. Zum Beispiel werden die Socken feinsäuberlich aneinandergelegt und gefaltet (das geht so) statt ineinandergewurstelt – denn das lieben die zartbesaiteten Baumwoll-Wesen ganz und gar nicht, behauptet die Japanerin. Kleidungsstücke werden nach Farben und Helligkeit sortiert in den Schrank gehängt – die dunklen Teile ganz links, die hellen ganz rechts.

Die Autorin warnt außerdem davor, Kleidungsstücke und andere Dinge an FreundInnen oder Geschwister weiterzuschenken. Denn soll man wirklich andere mit dem zwangsbeglücken, wovon man sich selbst befreit?  Ein solches Verhalten ist eher ein Zeichen von Unentschiedenheit, ein Hinweis darauf, dass wir uns nicht wirklich trennen können oder wollen. Und damit verliert das Ausmisten seine ganze Kraft.

Das Schöne am Ansatz von Marie Kondo ist, dass den Dingen, die man gehen lassen möchte, Dankbarkeit und Wertschätzung entgegengebracht werden. Man gibt ihnen eine Art Segen mit auf den Weg, auf dass sie anderswo Nutzen bringen mögen.

„Wirf alles weg, was keine Freude bringt!“ – so die Essenz der KonMari-Methode.
Fällt uns das schwer, dann kann das im Prinzip nur zwei Ursachen habe, bemerkt Kondo treffend: entweder Anhaftung an die Vergangenheit, oder Angst vor der Zukunft. Ausmisten zwingt uns dazu, uns mit diesen Blockaden auseinanderzusetzen, die verhindern, dass wir geschmeidig mit den ständigen Veränderungen des Lebens mitfließen.

Na dann – ran an die Schränke und Regale. Adieu Vergangenheit, hello Neubeginn!

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Foto: Shutterstock

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