Warum es egal ist, wen du liebst, wenn du dich selbst heiratest

Sep 13, 2014

Selbstliebe – das klingt so einfach und ist so schwierig. Wir wissen, dass wir es tun sollten und glauben vielleicht auch, dass wir es tun – uns selbst lieben. Aber hast du diese Liebe schon einmal wirklich am ganzen Leib gespürt?

Es war an einem Tag kurz vor Weihnachten 2012, also auch kurz vor dem prognostizierten Weltuntergang / Bewusstseinssprung. Es lag noch kein Schnee, aber es war bitterkalt, und meine Hände auf dem Fahrradlenker wurden klamm und steif.

An diesem Tag habe ich es zum ersten Mal gefühlt, wirklich gespürt, mit jeder Faser meiners Körpers, mit meinem ganzen Herzen. 

Kurz zuvor war ich in eine Krise geraten, und das in einer Lebensphase, in der sich alles prächtig entwickelte und sich zum Guten zu wenden schien. Ein altes Thema war hochgekommen und ich wurde überschwemmt von Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühlen, Depression. Alles Gefühle, die ich schon seit langem nicht mehr in dieser Intensität empfunden hatte.

Und dann plötzlich, an diesem Wintertag, frierend auf dem Fahrrad, wurde ich von Liebe erfasst und erfüllt, habe zum ersten Mal die Liebe zu mir selbst wirklich gespürt – nicht als intellektuelles Konzept und auch nicht als spirituelle Kategorie. Nicht mein Kopf spürte diese Liebe, sondern mein ganzer Körper. In all meiner Kleinheit, Unsicherheit und Verzagtheit konnte ich mich endlich selbst bedingungslos lieben.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich dieses Gefühl nur in Bezug auf andere gekannt, vor allem in Bezug auf meinen Sohn. Nun wusste ich, was Selbstliebe wirklich bedeutet.

Wenig später habe ich mir dann einen Ring gekauft, einen Silberring mit einer Spirale darauf. Ich habe mir selbst das Ja-Wort gegeben, mich geheiratet und mir Treue geschworen. Ewige 😉

Aber wie in jeder Beziehung… oder fast jeder …. verschwanden bald die Verliebtheit und die Intensität der Gefühle. Meine Selbstliebe war da, aber ihre Stimme war leise im Vergleich zu den vielen anderen Stimmen in mir. Denen, die meinten, ich solle disziplinierter sein, mich nicht so anstellen, weniger Schokolade und mehr grünes Gemüse essen, täglich Kopfstand üben und eine bessere Mutter sein. Denen, die sagten, ich solle mehr für wohltätige Zwecke spenden anstatt neue Stiefel zu kaufen, meine Eltern öfter anrufen, meine Schwiegereltern öfter besuchen, positiver denken und besser verdienen (aber auch nicht zu viel, denn schließlich bin ich Yogalehrerin 😉 )

STOOOOOP!!!!! Da war doch noch etwas….

Ah ja. Selbstliebe .

Einmal heiraten reicht nicht. Den Schwur musst du immer wieder erneuern, am besten täglich oder noch öfter. Du musst dich immer wieder daran erinnern, wie liebensWERT du bist, wie sehr deine Selbstliebe dir zusteht.

Und weil das alles nicht so einfach ist, hier ein paar Tricks, die mir beim Erinnern helfen:

  • Ich stecke mir meinen silbernen Spiralring jeden Tag ganz bewusst an die Hand und erinnere mich daran, dass ich mit mir verheiratet bin. Es muss natürlich kein Ring sein – du kannst dir auch andere Anker setzen, die dich daran erinnern, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist. Zum Beispiel, wenn du dir jeden Morgen im Spiegel zulächelst.
  • Ich stelle mir oft vor, was meine beste Freundin, mein bester Freund zu mir sagen würden, wenn meine strengen inneren Stimmen wieder einmal sehr laut werden. Wie würden sie mich aufrichten, stärken, trösten?
  • Wenn ich im „Hamsterrad-Modus“ bin, frage ich mich, ob „die Liebe“ wollen würde, dass ich derart hetze und mich unter Druck setzen lasse. Statt „die Liebe“ kannst du „Gott“, „das Göttliche“, „das Universum“ einsetzen, was auch immer dir am Sympathischsten ist. Es funktioniert! Sofort weißt du, was du tun kannst, um liebevoller mit dir umzugehen.

Welche Strategien hast du, um deine Selbstliebe zu schützen und wachsen zu lassen?

Foto: ©S. Kobold – Fotolia.com

Anregend wie der erste Schluck Kaffee. Wohltuend wie die Morgensonne. Nährend wie eine Umarmung.

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Heyho, das hat geklappt! Wir hören uns nächsten Sonntag. Bis dahin viel Freude!