In dir ruhend und flexibel: Ardha Matsyendrasana

Mrz 15, 2018

Ich liebe diese Drehsitz-Haltung. In ihr vereinen sich innere Ruhe und eine klare, würdevolle Ausrichtung mit Flexibilität und Lebendigkeit.

Ardha Matsyendrasana macht uns bewusst, wie wichtig es ist, uns zu zentrieren und mit Erde und Himmel zu verbinden, bevor wir unsere Flexibilität ausloten.

Die Variante mit der geöffneten Hand unterstützt außerdem dabei, liebevoll, aber klar STOP zu sagen. Grenzen zu setzen, aber offen und zugewandt zu bleiben, anstatt sich zu verschließen.

Ardha Matsyendrasana – so richtest du dich aus:

  • Streck deine Beine am Boden aus und richte den Oberkörper auf. Winkle das rechte Knie an und stell den rechten Fuß außen ans linke Bein. Eventuell kannst du nun auch das linke Bein anwinkeln und den linken Fuß zur rechten Gesäßhälfte bringen. ACHTUNG – beide Sitzbeinhöcker sollten weiterhin gut im Boden verankert sein! Wenn das nicht möglich ist oder du nach einer Seite einsinkst, lass das linke Bein besser ausgestreckt.
  • Umschließe nun mit beiden Händen dein rechtes Knie, lass die Sitzbeinhöcker in den Boden sinken und zieh dich richtig schön nach oben in die Länge. Der Scheitel strebt Richtung Himmel.
  • Streck nun einatmend beide Arme nach oben und dreh dich ausatmend vom Nabel ausgehend nach rechts hinten. Die rechte Hand stützt dich hinter dem Körper ab. Den linken Ellbogen bringst du außen ans rechte Knie und übst ein klein wenig Druck gegen das Knie aus, um dich noch tiefer in den Twist zu “hebeln”. Bitte die Hebelwirkung unbedingt ganz achtsam ausüben und dabei nichts forcieren!
  • Die linke Hand ist geöffnet. Der Blick geht weich über die rechte Schulter, das Kinn ist leicht gesenkt, damit die Halswirbelsäule sich frei fühlt.
  • Lade den Atem ein, den Bauchraum und den unteren Rücken zu füllen. Mit jeder Ausatmung gibst du das Gewicht des Beckens ab und verankerst vor allem den linken Sitzbeinhöcker gut im Boden. Gleichzeitig kannst du etwas weiter in die Drehung kommen. Mit jeder Einatmung lässt du dich über den Scheitel nach oben wachsen.
  • Fühlst du, wie du aufrecht, flexibel und völlig klar im Augenblick präsent sein kannst? 
  • Nach fünf bis zehn tiefen Atemzügen löst du die Haltung auf. Spür kurz nach und übe dann den Drehsitz zur anderen Seite.

So wirkt der Drehsitz auf den Körper:

Ardha Matsyendrasana

  • mobilisiert und vitalisiert die Wirbelsäule
  • macht flexibel und geschmeidig
  • fördert die Verdauung
  • hilft den kleinen Rückenmuskel links und rechts von der Wirbelsäule, Spannungen loszulassen

So wirkt die Haltung auf den Geist:

Nur wenn wir uns anpassen und flexibel sind, können wir im Einklang mit unserer Umwelt leben. Aber es gibt auch Grenzen.

Zu wissen, wo unsere Grenzen lieben, verleiht Klarheit und Sicherheit. Doch selbst wenn wir einmal über eine Grenze hinausgegangen sind – uns zu sehr verdreht und verbogen haben – können wir STOP sagen, sobald wir es bemerken. Wir können immer wieder zur eigenen Mitte zurückkehren.

Mit unserer Mitte, mit Erde und mit Himmel verbunden zu sein, macht es uns möglich, unsere Grenzen achtsam auszuloten. Wenn wir in unserer Mitte ruhen, können wir unsere Grenzen klar wahrnehmen und respektieren.

Sich selbst zu achten bedeutet, die eigenen Grenzen zu wahren und gleichzeitig achtsam mit den Grenzen anderer umzugehen. 

Übrigens: Ein klares STOP wirkt auch, wenn du es nur innerlich aussprichst. Mit dieser Grenzziehung veränderst du deine Ausstrahlung – und deine Umgebung wird darauf regieren.

Ardha Matsyendrasana ist übrigens nach dem legendären indischen Heiligen Matsyendra, dem “Herrn der Fische” benannt.

Hm. Ob ich wohl irgendwann auch so berühmt (oder so heilig) bin, dass ein Asana nach mit benannt wird? Layasana …. oder so ähnlich 🙂

Enjooooyyyy!

Big, wild love

Laya

Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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