Die 7 geheimen Botschaften des Herbstes

Vor zwei, drei Wochen haben sich ein paar rote Tupfen in das satte Grün gemischt.

Seit vergangener Woche leuchtet es mir feurig-rot in allen Schattierungen entgegen, wenn ich aus meinem Bürofenster blicke.

Und seit ein paar Tagen zeigt sich an einigen Stellen dürres, schwarzes Astgewirr auf grauem Beton. Nach und nach rüttelt der Wind an den roten Blättern des wilden Weins am Haus gegenüber, wirbelt sie in die Luft, und lässt sie schließlich tanzend zu Boden schweben.

Herbst.

Jene Jahreszeit, die ich früher nicht ausstehen konnte, weil sie mich traurig und melancholisch gemacht hat. Und die ich heute liebe – weil ich Trauer und Melancholie als Teil des Lebens willkommen zu heißen gelernt habe, und weil ich die Schönheit im Loslassen sehen kann.

Ich bin im Mai geboren, und ich war immer ein Frühlingskind, durch und durch. Ich liebe verheißungsvolle Neuanfänge, ich liebe das Knospen, das Wachsen, das Entfalten, das Aufblühen in der Natur, bei mir selbst, bei meinen Coachees und Seminarteilnehmerinnen. Ich liebe die Explosion der Farben und Düfte, ich liebe die Fülle im Frühling, ich liebe die Üppigkeit des Lebens.

Aber ich bin reifer geworden und habe auch den Herbst zu lieben gelernt – und alles, was er mich lehrt. Das Aussortieren und Abschiednehmen, das Ernten und das Rückbesinnen auf die eigene Essenz, das Erinnern an die Vergänglichkeit aller Dinge – und daran, dass auf jedes Ende ein Neubeginn folgt.

Der Herbst ist der Frühling des Winters.
~ Henri de Toulouse-Lautrec

Psssst … schon jetzt einen Glitzerstein in den Herbst 2020 werfen?

Na klar – das FIND YOUR ESSENCE Retreat in Arbogast ruft!

Find your essence

6. – 10. September 2020
Schreiben, Yoga und die Heilkraft der Natur

St. Arbogast / Vorarlberg

 

Ja, er ist ein großartiger Lehrmeister, der Herbst! Hier sind sieben seiner wichtigsten Botschaften:

 

# 1 Würdige die hellen Stunden

In der Intensität des Sommers sind sie im Überfluss vorhanden – die wärmenden Sonnenstrahlen und das helle Licht. Im Herbst aber werden sie rar, und es gibt Tage, da bleibt die Sonne hinter dicken Nebelwänden verborgen (zumindest dort, wo ich wohne 😉 ).

Aber eben WEIL wir wissen, dass die Sonnenstrahlen immer seltener werden, eben WEIL die Vergänglichkeit unmissverständlich wie Nebelschwaden in der Luft liegt, eben WEIL wir morgens und abends bereits frösteln, können wir jeden Moment als kostbar erleben, in dem wir unser Gesicht der Sonne entgegenstrecken – und das sollten wir tun, so oft es nur geht.

Der Herbst lehrt uns, die hellen Stunden umso mehr zu würdigen und zu genießen, als wir wissen, dass sie begrenzt und vergänglich sind. Er ruft uns auf, dankbar zu sein für jeden Sonnenstrahl, für jeden Tag, der uns noch Wärme tanken lässt, für das bunte Hier und Jetzt – denn der Winter kommt bestimmt!

 

# 2 Feiere Abschied

Der Herbst zeigt uns, dass jeder Abschied auch ein Grund zum Feiern ist. Die Blätter fallen nicht einfach so von den Bäumen – nein, sie erstrahlen zuvor in den schönsten und kräftigsten Farben, sie malen ein üppiges Wunderwerk in den klaren Herbsthimmel, und sie erinnern uns auf diese Weise daran, dass Abschiednehmen ein Fest sein darf – ein Fest der Fülle und der Dankbarkeit.

Wenn es Zeit ist, von etwas oder von jemandem Abschied zu nehmen, können wir uns entscheiden, diesen Abschied in all seinen Facetten zu durchleben und zu erfühlen. Traurigkeit darf da sein, Abschiedsschmerz darf da sein, aber auch das Feiern – denn Traurigkeit und Abschiedsschmerz kann nur erleben, wer vom Leben reich beschenkt wurde.  Indem wir Abschied feiern, lassen wir das aufleben, was unser Leben bereichert und erhellt hat, und wofür wir zutiefst dankbar sein können.

 

# 3 Erinnere dich an das Gute

Der Herbst vertieft den Sommer.
~ Manfred Hinrich

Auch Wehmut hat ihren Platz im emotionalen Mix des Herbstes. So vieles ist unwiederbringlich vorüber … aber ist es das wirklich?

Als mein Sohn in den Stimmbruch kam, war ich unendlich traurig darüber, dass ich nie wieder seine glockenhelle Kinderstimme würde hören können. Dann aber ist mir bewusst geworden, dass dieses süße Stimmchen in mir gespeichert ist, und dass ich es jederzeit wachrufen und mich an ihm erfreuen kann.

Als meine Mutter starb, war ich unendlich traurig darüber, nie wieder ihre zarten Hände, die so leicht waren wie kleine Vögelchen, in den meinen halten zu können. Dann aber wurde mir bewusst, dass das Gefühl, diese Hände zu berühren, immer für mich erreichbar ist, und dass es an mir liegt, es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

In unserer Erinnerung darf alles, was uns lieb und teuer war, weiterleben.

Das bedeutet nicht, dass wir ständig in der Vergangenheit leben sollten. Studien haben gezeigt, dass eine ausbalancierte Zeit-Perspektive zu unserem psychologischen Wohlbefinden beiträgt – und dazu gehört auch, dass wir der Vergangenheit ihren Platz einräumen.

Wähle die Erinnerungen, die du behalten möchtest, speichere sie gut, und rufe sie hin und wieder bewusst wach! So weckt das Schöne aus deiner Vergangenheit gute Gefühle in deiner Gegenwart, und die wiederum programmieren deinen Geist darauf, eine erfreuliche Zukunft zu kreieren. Und wie nennt man so etwas? Erraten: Aufwärtsspirale 😊

 

# 4 Verbinde dich mit deiner Essenz

Metall ist das Element des Herbstes. Metall ist klar und kühl, es ist unterscheidungsfähig, und es lässt nicht mit sich verhandeln.

„Halte in der einen Hand einen Regenbogen, in der anderen ein Schwert“, heißt es. Der Regenbogen steht für Fülle, für unendliche Möglichkeiten, Facetten und Schattierungen und für die Verbindung zwischen materieller und geistiger Welt. Er ist ein Symbol der Unendlichkeit und Unbegrenztheit.

Das Schwert – also das Metall – hingegen steht für klare Grenzen und Entscheidungen. In der menschlichen Dimension unseres Seins gibt es nun mal nur beschränkten Raum, beschränkte Zeit und beschränkte Energie. Die Metallqualität hilft uns, zu entscheiden, was bleiben darf und was gehen soll, was zu uns gehört und was nicht (mehr).

Wenn wir uns von dem trennen, was überflüssig und unserer Lebendigkeit nicht (mehr) dienlich ist, weil es uns beschwert statt erhebt, zurückhält statt weitergehen lässt, dann vereinen wir uns mit dem, was wirklich wichtig ist: mit unserer Essenz.

Wenn das Leben einfach ist,
fallen Vortäuschungen weg,
die Wesensessenz schimmert durch.
~ Laotse

 

# 5 Lass die Stürme des Lebens eine neue Ordnung bringen

Ja, sie haben es in sich, die herbstlichen Stürme! Sie rütteln an den Ästen, wirbeln Blätter auf, fahren uns durchs Haar, und lassen die bunten Drachen in den Himmel steigen. Genau wie diese Drachen können wir eine Vogelperspektive auf unser Leben einnehmen und uns fragen:

Welche höhere Ordnung will sich zeigen? Was sollten wir dringend „in Ordnung bringen“, wo haben wir Chaos gesät oder hinterlassen? Was gehört zusammen und was nicht mehr? Welche liebevollen Strukturen können wir schaffen, um unserem Alltag mehr Orientierung und Klarheit zu geben?

Herbstliche Stürme hinterlassen kahle Äste. Ein Baum, der seine kargen Äste in einen graublauen Herbsthimmel streckt, hat eine ganz eigene Ästhetik.

Die Stürme unseres Lebens wirbeln vieles auf – aber nur, um eine alte, ausgediente Ordnung aufzulösen und eine neue Ordnung zu ermöglichen.

Chaos und Ordnung sind zwei der grundlegenden Polaritäten unseres Lebens.

Im Herbst tanzen sie miteinander.

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der die Natur die Seite umblättert.
~ Pavel Kosorin

 

# 6 Vertraue dem ewigen Wandel

Eine Eiche ist eine Eiche ist eine Eiche, egal ob sie sich als Eichenblatt zeigt, als Eichel oder als mächtiger Baum.

Alles ist im Wandel, alles entsteht und vergeht, und doch wandeln sich nur die Erscheinungsformen – das wahre Wesen der Dinge bleibt.

Egal, ob sich gerade Schönheit in unserem Leben zeigt oder Schmerz (oder beides gleichzeitig) – es ist doch beides Ausdruck derselben Lebendigkeit. Es ist immer dieselbe Lebensenergie, die unsere Emotionen bewegt, es ist dieselbe Lebensenergie, die das Ein- und Ausfließen unseres Atems steuert, und es ist dieselbe Lebensenergie, die alles Werden und Vergehen durchströmt.

Manches würden wir gerne festhalten, anderes möglichst schnell loswerden – aber sowohl das Festhalten als auch das Loswerden verhindert, dass wir uns dem Fluss des Lebens anvertrauen.  Der Herbst erinnert uns an die natürlichen Rhythmen und Zyklen unseres Lebensflusses, und daran, dass wir ihnen vertrauen dürfen.

Es liegt eine tragische Komik in unserem Festhalten: Es ist nicht nur vergeblich, sondern es beschert uns genau den Schmerz, den wir um jeden Preis vermeiden wollten.

~ Sogyal Rinpoche

 

# 7 Sieh die Schönheit im Loslassen

Als die Tage meiner Mutter hier auf Erden zu Ende gingen, habe ich oft die zu Boden fallenden Blätter beobachtet. Manche fielen einfach zur Erde und blieben dort liegen. Andere aber wurden von einer Luftströmung erfasst und tanzten oft minutenlang durch die Luft, ehe sie endgültig den Boden berührten. Der Abschied von meiner Mutter war ähnlich – er verlief in Wellen, und ich durfte lernen, dass ich dabei nichts unter Kontrolle hatte. Das war herausfordernd, hatte aber auch eine ganz eigene Schönheit – die Schönheit des Loslassens, die Schönheit der Hingabe.

Wir können uns bereit machen, loszulassen – aber wann es wirklich so weit ist, folgt einem höheren Plan. Loslassen ist ein Prozess, ein Tanz mit der Zeit, mit dem Leben, mit den Plänen des Universums, ein Tanz der Seelen, die in einer anderen Zeitdimension zuhause sind als wir in ihrer menschlichen Manifestation.

Loslassen ist ein Tanz, in dem sogar das Festhalten- und Kontrollieren-Wollen seinen Platz haben darf. Es ist ein Tanz voller Schönheit – wir müssen nur lernen, sie zu sehen.

Man kann in Veränderung nur dann Sinn finden, wenn man in diese eintaucht, mit ihr mitgeht und sich dem Tanz anschließt.
~ Alan Watts

Was magst DU am goldenen Herbst? Was sind DEINE Lieblings-Herbst-Momente? Schreib in die Kommentare – ich bin gespannt, welche Geschenke der Herbst dir bringt!

Big, wild love

Laya

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