Warum du dich mit deinen Dämonen verbünden solltest

Mai 5, 2016

Es gibt keine Kraft ohne Gegenkraft. Es gibt kein Licht ohne Schatten. Jede Qualität trägt auch ihr Gegenteil als Keim in sich.

So ist es auch bei den Chakras.

Jedes Chakra ist mit einer besonderen Kraft, einer speziellen Energiequalität verbunden. Ich nenne diese Kräfte Seven Sisters.

Dass man die dazugehörigen Gegenkräfte, die den freien Energiefluss in den Chakras behindern, als Dämonen bezeichnen kann, habe ich zum ersten Mal im sehr empfehlenswerten Buch Eastern Body, Western Mind der Chakra-Expertin Anodea Judith gelesen – und ich war sofort fasziniert von diesem Konzept.

Nun ist „Dämon“ natürlich ein ganz schön heftiger Begriff – aber er macht absolut Sinn. Vor allem dann, wenn wir diese Dämonen als Gegenkräfte verstehen, die im Endeffekt das stärken, wogegen sie sich zunächst richten – allerdings nur dann, wenn wir bereit sind, uns ihnen zu stellen. Und das ist naturgemäß nicht immer angenehm.

Solange sie uns unbewusst sind, hemmen die Dämonen unseren Energiefluss, hindern uns daran, vorwärts zu gehen und uns frei, kreativ und authentisch auszudrücken.

Genau dadurch aber lenken sie unsere Aufmerksamkeit auf Themen, die noch der Lösung oder der Heilung bedürfen. Wenn wir dann beginnen zu forschen und herauszufinden, warum wir blockiert und gehemmt sind, dann können wir diese Blockaden lösen und die ursprüngliche Kraft, die uns innewohnt, besser verstehen und nutzen.

Stellen wir uns zum Beispiel unseren Ängsten, und machen wir die Erfahrung, dass wir sie überwinden können, dann wachsen wir und bekommen mehr Vertrauen in uns selbst und ins Leben allgemein.

Insofern sind Dämonen nichts Böses, sondern Boten der Heilung. Wenn wir aufhören, sie zu ignorieren oder vor ihnen davonzulaufen, und stattdessen versuchen, ihre Botschaften zu verstehen, verwandeln sie sich von furchterregenden Wesen in Diener und Heilbringer.

1. Angst – der Dämon der wilden Frau (Wurzelchakra)

Sind wir mit Ängsten konfrontiert, geht es immer ums Überleben. Selbst wenn es so subtile Ängste sind wie die Angst vor Peinlichkeiten oder einer Zurückweisung, liegen darunter immer Existenzängste. Denn für unsere Ahninnen war es tatsächlich lebensgefährlich, nicht zum Clan zu gehören, abgelehnt oder verstoßen zu werden. Diese existenzbedrohenden Zusammenhänge sind in unseren Genen – und damit in unseren Gehirnfunktionen – gespeichert.

Nur wenn wir unseren Ängsten ins Gesicht blicken, ihre Ursachen erkennen und sie zu unseren Verbündeten machen, können wir unser Urvertrauen wiederfinden. Wir lernen, der Erde, unserer eigenen Stärke, unserem Überlebenswillen und unseren Urinstinkten zu vertrauen.

Leidest du manchmal unter diffusen Existenzängsten oder hast das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren? Dann frag den Dämon der Angst, was er dir sagen möchte.

2. Schuld – der Dämon der Lebenskünstlerin (Sakralchakra)

Der Dämon der Schuld ist (neben dem der Scham, siehe drittes Chakra), wohl der lebensfeindlichste Dämon, gleichzeitig auch der, der am Schwierigsten zu erkennen und in Griff zu bekommen ist. Schuldgefühle können absolutes Gift für unsere Beziehungen sein. Sie verhindern den natürlichen Fluss emotionaler und sexueller Energie. Sie hindern uns daran, auf andere Menschen zuzugehen, authentische und tiefe Beziehungen zu führen, und eine erfüllende Sexualität zu leben.

Neigst du dazu, dich ständig zu rechtfertigen oder für etwas zu entschuldigen? Dann frag den Dämon der Schuld, was er dir sagen möchte.

3. Scham – der Dämon der Kriegerin (Solarplexuschakra)

Auch Scham ist ein schwer zu fassendes Gefühl, das bei manchen Menschen das ganze Leben durchdringt, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Scham bewirkt, dass die strahlende Kraft des Solarplexuschakras nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet ist und dadurch zerstörerisch wirkt. Scham unterminiert das Selbstbewusstsein. Scham hindert uns daran, für unsere Ziele zu kämpfen, zu unserer persönlichen Kraft und Macht zu stehen, und spontan und freudvoll zu handeln. Menschen, die mit dem Dämon der Scham konfrontiert sind, fühlen sich auf seltsame Weise ausgebremst.

Hast du das Gefühl, nicht in deine persönliche Kraft zu kommen, empfindest du öfter ein unterschwelliges Schamgefühl, oder hast Angst vor deiner eigenen Macht? Dann frag den Dämon der Scham, was er dir sagen möchte.

4. Kummer – der Dämon der Königin (Herzchakra)

Wir alle erleben im Laufe unseres Lebens Verletzungen. Wenn die Wunden, die diese Verletzungen hinterlassen, nicht durch (Selbst-)Mitgefühl, Versöhnen und Verzeihen heilen können, verursachen sie Blockaden im Energiesystem, vor allem im Bereich des Herzchakras. Der Dämon des Kummers hindert uns daran, leichten Herzens durchs Leben zu gehen. Aus Angst vor weiteren Verletzungen verschließen wir uns, anstatt die Liebe, die wir in uns spüren, zu verströmen. Menschen, die mit diesem Dämon konfrontiert sind,  fühlen sich schwer und verschlossen.

Fällt es dir schwer, vergangene Verletzungen loszulassen und dich anderen Menschen zu öffnen? Dann frag den Dämon des Kummers, was er dir sagen möchte.

5. Lüge – der Dämon der Wahrheitssprecherin (Kehlkopfchakra)

Der Dämon der Lüge kann verschiedene Gestalten annehmen. Zum Beispiel kann er verhindern, dass wir unsere innere Stimme hören und mit unserem Unbewussten kommunizieren. Oder er bewirkt, dass wir uns der Meinung anderer anpassen, anstatt unsere innere Wahrheit klar auszusprechen. Oder er zeigt sich in Form von Lebenslügen: Wir spüren, dass wir nicht auf dem Pfad sind, den unsere Seele für uns vorgesehen hat, dass wir (noch) nicht unsere Bestimmung leben, finden aber keinen Weg, um das zu ändern.

Hast du das Gefühl, keinen Zugang zu deiner inneren Wahrheit zu finden, sie nicht ausdrücken zu können oder nicht wirklich dein eigenes Leben zu leben? Dann frag den Dämon der Lüge, was er dir sagen möchte.

6. Täuschung – der Dämon der Seherin (Stirnchakra)

Wir alle haben die Fähigkeit, das zu sehen, was für die Augen unsichtbar ist. Wir alle verfügen über Intuition, den so genannten sechsten Sinn. Aber dieser uns angeborene klare Blick kann vom Dämon der Täuschung getrübt sein. Dann verfolgen wir Visionen, die nicht die unseren sind, oder verlieren uns in Plänen und Fantasien, ohne sie jemals umzusetzen.

Hast du das Gefühl, dich manchmal zu verrennen, die falschen Ziele zu verfolgen, oder dich in Träumen zu verlieren? Dann frag den Dämon der Täuschung, was er dir sagen möchte.

7. Anhaftung – der Dämon der weisen Frau (Kronenchakra)

Der Dämon der Anhaftung kann dazu führen, dass unsere Aufmerksamkeit so sehr auf die materielle Welt gerichtet ist, dass wir die spirituelle Dimension unseres Lebens nicht erkennen. Oder aber wir haften an den Regeln und Ritualen einer bestimmten Religion oder spirituellen Praxis an, und verwechseln dadurch den Finger, der zum Mond zeigt, mit dem Mond selbst.

Hast du das Gefühl, dich nicht mit einer höheren Macht verbinden zu können, oder dich in religiösen Vorstellungen zu verlieren? Dann frag den Dämon der Anhaftung, was er dir sagen möchte.

Noch einmal, weil’s so wichtig ist: Dämonen sind an sich nicht böse, sondern notwendige Gegenkräfte. Stelle dich ihnen, schau ihnen ins Gesicht, sprich mit ihnen – und sie werden ihre Masken fallen lassen und sich als die erkennen zu geben, die sie wirklich sind: Verbündete, die dir helfen, deine Blockaden zu lösen und das Leben zu leben, das du liebst.

Erleuchtung ist nicht durch Imaginieren von Lichtwesen zu erreichen, sondern indem man sich die Dunkelheit bewusst macht.
~ C. G. Jung

© Illustration Chakras: Viktoriia Protsak – Fotolia

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