Die Chakras gibt es gar nicht – oder doch?

Es ist lange her, dass ich bei einem spirituellen Lehrer namens Daniel Odier viel über das Leben gelernt habe – und über mich.

Manches, was er gesagt und gelehrt hat, habe ich zwar längst wieder vergessen, aber ein Satz ist mir noch lebhaft in Erinnerung:

„Die Chakras gibt es gar nicht“, sagte er. „Aber es ist sehr hilfreich, mit ihnen zu arbeiten.“

{Diese Weisheit stammte übrigens nicht von Odier selbst, sondern von einem seiner Lehrer, der sie wiederum von einem seiner Lehrer übernommen hatte – und so weiter. Die Namen dieser Lehrer habe ich auch vergessen. Bestimmt waren sie tibetisch oder indisch, auf jeden Fall aber beeindruckend exotisch :-)}

Mein PhysikerInnen-Herz hüpfte vor Freude, als ich das hörte. Denn was der große Meditationsmeister da von sich gegeben hatte, erinnerte mich frappant an eine Aussage, die ich zu Uni-Zeiten (noch viel länger her!) von einem Quantenphysik-Professor gehört hatte:

„Jedes Modell ist falsch – aber manche sind nützlich.“

Der Professor hatte dieses Zitat wiederum von dem britischen Statistiker George Box übernommen.

{Ist es nicht großartig, dass jemand, der Box heißt, so out-of-the-box denkt?}

Wie auch immer – ich war begeistert, und mein naturwissenschaftlich geprägter und skeptischer Geist war hoch zufrieden. Mit einem Modell konnte er sich anfreunden – viel mehr als mit Chakra-Räucherstäbchen, Edelsteinen und beargwöhnenswertem Esoterik-Schmafu.

Im Laufe der folgenden Jahre geschahen jedoch ein paar Dinge, die mein trockenes Physikerinnen-Gehirn einigermaßen ins Schwitzen brachten – und in Argumentationsnot. Vielleicht war doch etwas dran an der energetischen Dimension des Chakra-Modells? 

 

# 1 Die Sache mit dem Wurzelchakra, …

Schon meine ersten Yogalehrerinnen waren der Meinung, ich müsse mich mehr erden und verwurzeln. Irgendwie schien da etwas dran zu sein – aber “Erdung” und “Verwurzelung” blieben zunächst reine Kopf-Gespinste für mich.

Dann begann ich, beim Yoga viel mit meinen Beinen und Füßen zu arbeiten, mich anders zu ernähren und energetisch mit dem ersten Chakra zu arbeiten. Und dann, eines Tages, knetete meine Grinberg-Praktikerin (ihr wisst schon, die Frau mit den Zauberhänden), an meinen Füßen herum und murmelte dabei irgendetwas von „Die Erde wieder dorthin bringen, wo sie hingehört“.

Am selben Tag geschah während meiner Abendmeditation etwas Außergewöhnliches: Während ich auf dem Kissen saß und meinem Atem lauschte, fühlte ich plötzlich einen intensiven, unglaublich warmen, kreisenden Energiestrom im Bereich des Beckenbodens – so als wäre in mein Meditationspolster ein Heizkissen eingebaut.

Von diesem Tag an war ich geerdeter und verwurzelter als je zuvor. Ich hatte nicht mehr ständig das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Existenzängste überkamen mich viel seltener als früher, mein Vertrauen ins Leben und in meine eigene Kraft vertiefte sich beträchtlich. Meine Energie versiegte nicht mehr in Sorgen und Grübeleien, sondern war für mich – ganz körperlich – verfügbar. Natürlich war das alles ein längerer Prozess – aber an jenem Tag erfuhr ich zum ersten Mal ganz körperlich und konkret, was es heißt, eine Blockade im ersten Chakra zu lösen.

 

# 2 … die Sache mit dem Solarplexuschakra

Zu Beginn meines Heilungsweges stellte ich fest, dass mein Bauchraum „leer“ war. Wann immer ich dort hinspürte, war da … nichts. Sogar weniger als nichts. Ein tiefes Loch sozusagen, ein gespenstisches Vakuum.

Dort, wo meine Ich-Kraft, mein gesundes Ego, mein Durchsetzungswille sitzen sollten, war nichts als gähnende Leere. Es fühlte sich an, als sei niemand zuhause in meinem Körper. Als hätte ich meinen Platz nicht eingenommen.

Und genau so war es auch.

Heute, viele Jahre später, ist in meinem Solarplexus-Bereich längst die Sonne aufgegangen. Wenn ich hinspüre, nehme ich ein warmes, strahlendes, kraftvolles Licht wahr – und eine enorme Kraftquelle in meinem Oberbauch.

Diese Veränderung im dritten Chakra geschah natürlich nicht von selbst – ich habe viel dafür getan, um die Leere in meiner Mitte zu füllen. Ich machte mich auf die Suche nach Ursachen für meinen mangelnden Selbstwert, meine fehlende Ich-Kraft  – und fand tiefe Scham-Wunden, die aus meiner frühen Kindheit stammen. Im Licht des Bewusstseins – und mit vielen großartigen Tools – durften diese Wunden heilen. So habe ich gelernt, klare Grenzen zu setzen, meine Einzigartigkeit zu würdigen und mich an ihr zu erfreuen. Ich  weiß um meinen Wert, ich weiß um meine ureigene Frequenz und um meine Strahlkraft, und ich lasse mich nicht mehr manipulieren oder in emotionale Abhängigkeiten verstricken, die mir meine Energie rauben. 

 

# 3 … und die Sache mit dem Herzchakra

Mein fünfter Brustwirbel war früher so etwas wie meine Achillesferse. Immer, wenn ich Kopfstand übte, schmerzte er und fühlte sich verletzlich und wund an. Außerdem hatte ich ständig kalte Hände – auch wenn ich damals den Zusammenhang noch nicht verstand.

Egal ob beim Shiatsu, in Cranio Sacral Sessions oder beim Strömen – mein Herz ließ niemanden an sich heran. Immer wieder tauchten während der Körperarbeit Bilder in mir auf von einem glutroten, mit feurig-flüssiger Lava überströmenden Herzen, das hinter einer dicken, kalten Steinmauer eingesperrt war. Dieses Bild passte perfekt zu dem, was mich auf seelischer Ebene blockierte: Ich spürte so viel Liebe in mir, aber ich konnte sie weder ausdrücken noch fließen lassen – denn da gab es so viele Verletzungen. Zurückweisungen, Verrat und tiefe Enttäuschungen, die ich in Beziehungen erlebt hatte, hatten dazu geführt, dass mein Herz sich verschloss.

Also begann ich zuerst damit, mir selbst ganz viel Liebe zu schenken. Nach und nach entstand dadurch ein inneres Klima der Selbstakzeptanz und des Wohlwollens. Nun war ich bereit zu vergeben, führte Rituale durch und löste mich, Schritt für Schritt, von dem, was mich in der Vergangenheit festhielt und verhinderte, dass ich in der Gegenwart erfüllende Beziehungen leben konnte.

Die steinernen Mauern, die sich um mein Herz gelegt hatten, wurden merkbar durchlässiger, und schließlich gab mir eine Yogalehrerin (keine von den hippen in bunten Leggings, sondern eine von diesen alten, unscheinbaren Yoga-Häsinnen, die es faustdick hinter den Hamstrings haben), ein Hands-on für die Brustwirbelsäule und … ZACK! Ich glaube, ich habe tatsächlich ein Schnalzen gehört. Eine Faszien-Verklebung zwischen Herzbeutel und Brustwirbelsäule löste sich, mein Herzbeutel entspannte sich, wurde weich. Tagelang musste ich daraufhin abwechselnd lachen und weinen – so lange, bis ganz viel alter Kummer aus mir herausgeflossen war, und heitere Lebendigkeit sich breitmachte.

Kurz darauf spürte ich in einer Cranio-Sitzung in meinem Herzraum ein riesiges Karussell, das sich unaufhörlich drehte und mir Energie zufließen ließ. Eine Blockade im Herz-Chakra hatte sich gelöst. Von diesem Tag an waren meine Hände warm, meine Beziehungen veränderten sich, und echte Intimität und Verbundenheit wurden möglich – nicht von heute auf morgen, aber merkbar und stetig.

Ich könnte noch viele weitere Geschichten erzählen.

Zum Beispiel, dass die Stelle zwischen meinen Augenbrauen zu kribbeln beginnt, wenn eine entscheidende Einsicht oder neue Idee im Anflug ist,

Oder davon, dass während einer Meditation, in der ich darum bat, zu verstehen, warum meine Schilddrüse im Ungleichgewicht ist, sich vor meinem inneren Auge ein türkiser Schmetterling von meiner Kehle löste und mir die Botschaft schickte, dass mein Heilungsweg darin besteht, mich der Welt authentisch mitzuteilen und andere Menschen mit meinen aufrichtigen Worten zu berühren.

Oder davon, dass meine Energiezentren sich plötzlich präziser in einer Achse ausrichteten, als ich einen verlorenen Seelenanteil zurückholte. Oder davon, dass in den TeilnehmerInnen meiner Seminare faszinierend treffsichere innere Bilder auftauchen, wenn sie zu zweit eine Chakra-Anamnese durchführen.

Ich behaupte nicht, dass meine Erfahrungen ein Beweis dafür sind, dass es die Chakras „gibt“. Selbst wenn wir das Chakra-System als energetisches Modell betrachten, das energetische Phänomene hervorbringt, bleibt es immer noch ein Modell. Zu glauben, unsere multidimensionale, hochkomplexe menschliche Existenz ließe sich letztendlich durch ein solches beschreiben, wäre eine Anmaßung.

„Wenn du die Geheimnisse des Universums finden willst, denke im Bezug auf Energie, Frequenz und Schwingung“.

Dieses Zitat stammt von Nikola Tesla, einem berühmten Physiker und Erfinder – also nicht unbedingt von jemandem, den man in die Esoterik-Ecke stellen würde 🙂

Aber es ist, so denke ich, ohnehin längst an der Zeit, die künstliche Trennung zwischen Naturwissenschaften und Spiritualität, zwischen Forschung und Esoterik aufzugeben.

Denn dort wie da finden wir nichts als Modelle. Dort wie da sind diese Modelle alle falsch – aber manche sind nützlich.

Das nützlichste, tiefgründigste und vielschichtigste Modell des menschlichen Körper-Geist-Seele-Organismus, das ich kenne,  ist das Chakra-Modell – und ich wünschte, zu Beginn meiner Reise hätte mir jemand erklärt, wie ich es systematisch nutzen kann, um meine Blockaden zu verstehen und zu lösen. Denn mir ging es ähnlich wie einer meiner Seminarteilnehmerinnen, die kürzlich angemerkt hat: „Mit Chakra-Edelsteinen, Räucherstäbchen und Farb-Meditationen habe ich noch nie etwas anfangen können. Aber so wie du die Chakras als psychologisches Modell erklärst, ist es völlig schlüssig – und ich habe das Gefühl, mich plötzlich selbst zu begreifen!“

Nichts gegen Räucherstäbchen und Edelsteine – es gibt viele Zugänge zu den Chakras.

Für mich jedoch liegt ihre wahre Kraft in der psychologischen Erkenntnis-Ebene und in der energetischen Erfahrungs-Ebene –  und in der Landkarte, die sie uns für unseren seelischen Entfaltungsweg zur Verfügung stellen. Genau hier habe ich mich wiedergefunden, vieles erforscht, erlebt, erfahren und erkannt.

Im nächsten Blog-Beitrag nehme ich dich ein Stück weiter mit – und erkläre die grundlegenden sieben Blockaden, ihre möglichen Ursachen und Lösungswege!

Big, wild love

Laya

PS: Kennst du schon den Persönlichkeits-Test "Was blockiert dich?" Er hilft dir, herauszufinden, was dich blockiert, und wie du mithilfe der Psychologie der Chakras deine Blockaden lösen kannst!

Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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