COVID-19: Was jetzt gut tut

Noch nie war es so wichtig, gut für uns selbst zu sorgen.

Noch nie war es so wichtig, unsere Gedanken bewusst, sorgsam und liebevoll zu wählen.

Noch nie war es so wichtig, zu verstehen, dass wir Verantwortung für unser Wohlbefinden, unsere Gefühle und unsere mentale Gesundheit übernehmen können – und müssen.

Wusstest du, dass unser Wohlbefinden nur zu zehn Prozent von den äußeren Umständen abhängt? Diese sind im Moment zugegebenermaßen nicht die einfachsten. Aber das, was ist, nicht wahrhaben, verändern oder sich dagegen auflehnen zu wollen, ist nicht hilfreich. Mehr noch: Es ist Energieverschwendung.

Wohin wir unsere Energie fließen lassen sollten, ist unsere innere Welt. Denn hier entscheidet sich, wie wir das, was sich im Außen gerade abspielt, erleben. Das wiederum entscheidet darüber, wie wir uns fühlen, wie wir uns verhalten und wie wir mit den Gegebenheiten umgehen. Wir können diese Situation als Katastrophe sehen – oder als Chance, stärker, resilienter und mitfühlender zu werden!

Gleichzeitig ist es wichtig, uns selbst mit allem anzunehmen, was gerade da ist  – jedes Gefühl, jeder Gedanke, all das gehört zur menschlichen Erfahrung. Je achtsamer und mitfühlender wir mit uns selbst umgehen, desto leichter ist es, schwierige Gefühle auch wieder gehen zu lassen.

Die folgenden zwölf Tipps können dir helfen, deine innere Welt zu ordnen und zu klären und deine Gedanken zu managen. So kannst du auch unangenehmen Gefühlen wie Angst oder Unsicherheit immer liebevoller begegnen.

Nicht alles davon wird für dich hilfreich und passend sein – aber ich hoffe, ein paar dieser Tools sind für dich eine wertvolle Unterstützung!

Was jetzt wirklich gut tut

# 1 Let be, let go, let in

In den vergangenen Tagen habe ich viele Menschen erlebt, die völlig angstgesteuert waren, aber von sich behauptet haben, sie hätten keine Angst. Noch mehr als zuvor ist mir bewusst geworden, wie ass viele Menschen nie gelernt haben, ihren Ängsten liebevoll zu begegnen und sie zu transformieren, statt sie zu unterdrücken und sich dadurch von ihnen steuern zu lassen!

Ängste und Sorgen können wir nur loslassen, wenn wir sie zuerst zugelassen haben. Eine wunderbare Praxis dafür ist Let be, let go, let in, die der Psychologe und Bestseller-Autor Rick Hanson empfiehlt. Und so funktioniert’s:

Let be 
Fühle die Angst als Energiewelle, als Vibration, als E-Motion. Sage dir “Da ist Angst” statt “Ich habe Angst”. Mach keine gedankliche Geschichte daraus. Lass die Angst da sein, umarme sie liebevoll mit deinem Bewusstsein, aber identifiziere dich nicht mit ihr.

Let go
So wie die Angstwelle gekommen ist, darf sie auch wieder gehen. Nimm drei tiefe Atemzüge, und lass dabei die Ausatmung länger sein als die Einatmung. Entspanne Schultern und Kiefer. Denk in der Ausatmung: “Ich lasse alle Ängste los.”

Let in
Nachdem du die Angst losgelassen hast, lässt du nun all das Gute, Nährende und Schöne in dich hineinfließen, das dir im Moment zur Verfügung steht. Was siehst du gerade Schönes? Was gibt dir Sicherheit? Welche Menschen sind dir lieb und teuer? Welche guten Gefühle gibt es in dir? Gib allem Raum, was dich jetzt besser fühlen lässt.

>> mehr darüber in diesem Video

 

# 2 Dankbarkeit

Wenn du noch kein Dankbarkeitstagebuch führst, dann ist JETZT ein perfekter Zeitpunkt, um damit zu beginnen! Ich zum Beispiel schreibe fast jeden Abend meine BIG 4 – und jedes Mal fühle ich mich danach besser. Lenk auch in Gesprächen mit anderen Menschen bewusst das Thema auf Dinge, für die ihr dankbar seid!

 

#  3 Fokussiere dich auf das, was geht

Neulich habe ich einer Freundin erzählt, dass ich meinen Vater derzeit nicht besuchen kann, und dass er auch nicht in der Lage ist, zu skypen oder mit Video zu whatsappen. Das Tageszentrum, in das er normalerweise zweimal die Woche gebracht wird, hat geschlossen, und die Betreuerin von der Caritas, die jeden Morgen kommt, um nach ihm zu sehen, besucht ihn im Moment auch nicht. Ich war sehr bedrückt deshalb, und habe mir Sorgen gemacht, dass er sich total isoliert fühlen könnte.

Und weißt du, was meine Freundin geantwortet hat?

“Aber du kannst mit ihm telefonieren”, hat sie gesagt. Und das tue ich jetzt jeden Tag mit möglichst viel Geduld und Achtsamkeit, und ich begegne meinem Vater dabei mit besonders viel Liebe und Fürsorge.

Fokussiere dich auf das, was geht, statt auf das, was im Moment nicht möglich ist! Das macht dich nicht nur zufriedener, sondern auch kreativer und erfinderischer, wenn es darum geht, Lösungen zu finden oder zu improvisieren!

 

# 4 Silver lining

Ich bin ganz begeistert davon, dass so viele Menschen bereit sind, das Gute an der momentanen Situation zu sehen. Dieser Perspektivenwechsel kann Wunder wirken! Falls es dir schwer fällt, etwas Positives an der aktuellen Herausforderung zu finden, dann such bewusst nach dem Silberstreifen am Horizont! Wie das geht, erfährst du hier.

 

# 5 Es gibt keine falschen Entscheidungen!

Kürzlich habe ich in einem Artikel gelesen, was eine Italienerin sich selbst mitteilen würde, könnte sie mit ihrem früheren Selbst vor zwei Wochen sprechen. Sie meinte, sie hätte damals viel vorsichtiger sein und die drohende Gefahr nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen.

Ich finde das absolut nicht sinnvoll. Es gibt keine falschen Entscheidungen – wir entscheiden, so gut wir können, mit den Informationen, die uns im Moment zur Verfügung stehen. Uns selbst Vorwürfe zu machen, weil wir “falsch” entschieden haben, trägt sicher NICHT dazu bei, dass wir uns besser fühlen!

Aber natürlich können wir reflektieren und für die Zukunft lernen. Statt “Hätte ich doch …” können wir denken “In Zukunft mache ich …”.

Schuldgefühle und Selbstvorwürfe sind einfach nicht hilfreich – und das ist Grund genug, sie loszulasssen.

Beyond choice or lack of it, you are.
 
And you take the next step, or you do not.
Or you take the next step
of not knowing which next step
you will take.
 
 
 
 
And out of the not knowing,
the path becomes clear
if only
for a moment.
 
 
 
 
And then the Universe
begins again.
 
– Jeff Foster

 

# 6 Denk nicht an danach

Vielleicht geht es dir auch so – es ist verführerisch, zu denken: “Wenn diese Krise erst mal vorbei ist …”, “Wenn wir das erstmal überstanden haben …” oder “Hoffentlich geht das alles schnell vorbei und alles ist wieder so, wie es früher war!”

Ich habe bemerkt, dass solche Gedanken mich davon abhalten, präsent zu sein und wahrzunehmen, was die momentane Situation von mir erfordert, welche Stärken und Kräfte sie hervorkitzeln möchte.

Eines ist sicher: Auch wenn wir das alles ausgestanden haben, wird es schwierige Gefühle, Schmerz und Schwierigkeiten geben. Wie Buddha so schön sagte:

Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen,

sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

Im Moment will DIESE Erfahrung gemacht werden, und ich bin bereit, mich voll und ganz auf sie einzulassen. Das bedeutet für mich auch, dafür zu sorgen, dass es mir JETZT gut geht, inmitten von Chaos und Ängsten und Unsicherheit – und nicht nur dann, wenn alles in Ordnung ist und die Sonne ungetrübt scheint!

 

# 7 Denk an danach

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Widersprüche liebe? 🙂

Mein Liebster, Herr Sohn und ich haben für die Zeit von Homeoffice, Homeschooling & Co eine Würfelpoker-Meisterschaft ausgerufen. Das passt zu Punkt #6.

Wir haben aber auch beschlossen, dass wir, sobald die Eissalons dieser Welt wieder geöffnet haben, gemeinsam einen ebensolchen aufsuchen werden. Der Gewinner unserer Meisterschaft darf die anderen auf einen riesigen Eisbecher einladen.

Ja, es wird eine Zeit danach geben. Und wir dürfen uns darauf freuen.

 

# 8 Rituale

Es sind die täglichen kleinen Ankerpunkte, die uns Stabilität und Halt geben. Mini-Momente, in denen wir uns geborgen fühlen können. So wie Kinder ihre Gutenachtgeschichte lieben, und den Guten-Morgen-Kuss. Mit täglichen liebevollen Ritualen können wir uns selbst ganz viel Fürsorge schenken!

>> Hier geht’s zu meinen Lieblings-Morgenritualen

 

# 9 Journaling

So viele Gedanken. So viel Verwirrung und Unordnung im Kopf. Sorgen, Ängste, Hoffnung, Chaos, Unsicherheit.

Schreiben hilft uns, unsere Gedanken zu ordnen und unsere Gefühle zu klären. Wir kommen zur Ruhe, können unsere Emotionen regulieren, Belastendes verarbeiten und neue Perspektiven finden. Für Menschen, die gerade viel Zeit allein verbringen, kann das Journal bzw. Tagebuch ein guter Freund sein. Für Menschen, die gerade viel Zeit auf engem Raum mit ihrer Familie verbringen, kann es ein heilsamer Rückzugsort sein.

>> Hier findest du einige meiner liebsten Schreibrituale

 

# 10 Ein Ziel haben

Vielleicht hattest du vor Covid-19 Ziele, die du nun aufgeben, anpassen oder aufschieben musstest.

Aber es ist gut, Ziele zu haben, denn es fördert unser psychologisches Wohlbefinden. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ob, wann und wie wir unsere Ziele erreichen – sondern darum, dass wir uns an ihnen orientieren können. Und darum, was wir lernen und wie wir uns entwickeln, während wir auf unsere Ziele zusteuern.

Vielleicht findest du in dieser speziellen Zeit neue und andere Ziele. Vielleicht ist das DIE Gelegenheit, dir Zeit und Raum für etwas zu nehmen, wofür du zuvor zu wenig Zeit und Raum hattest. Das könnte alles mögliche sein – eine Sprache oder ein Instrument lernen, auf dem Kopf stehen, täglich meditieren, gelassener mit deinen Teenager-Kindern umgehen … oder etwas ganz anderes!

 

# 11 Einen Plan haben

In einer Zeit, in der für viele von uns äußere Strukturen wegfallen, ist es gut, einen Plan zu haben. Natürlich ticken wir Menschen diesbezüglich recht unterschiedlich. Die einen brauchen viel Struktur, die anderen wenig, um sich wohlzufühlen. Die einen planen für ihr Leben gern, die anderen fühlen sich schnell von Plänen eingeengt – sogar von ihren eigenen 😉

Für mich persönlich ist es im Moment wichtig, einen ungefähren Plan zu haben – für meinen Tag, für meine Woche. Natürlich ändert sich ständig irgendetwas. Aber eine liebevolle, selbst gewählte Struktur stabilisiert mich und gibt mir Orientierung in dieser wackeligen Zeit.

Pläne sind unwichtig,
aber Planen ist alles.
~ Dwight D. Eisenhower

 

# 12 Bewegung

Wie wirksam körperliche Bewegung für unsere mentale Gesundheit ist, wurde vielfach nachgewiesen. Aber während in der aktuellen unsere mentale Gesundheit wichtiger denn je ist, fallen für viele von uns die gewohnten Gelegenheiten, uns zu bewegen, weg: Das Fitness- oder Yogastudio, der Weg in die Arbeit, das Treppensteigen, Team-Sportarten, Tanzen, …

Darum heißt es jetzt erfinderisch sein! Zum Glück gibt es ganz viele tolle Online-Angebote, wir können also auch in den eigenen vier Wänden wunderbar in Bewegung bleiben. Auch Kinder lieben Dance-Parties & Co!

Tipp:

Täglich Yoga, Meditation und mehr mit den Loungies gibt’s kostenlos in der Yogalounge Online, auf unserem youtube-Channel und in unser facebook Gruppe.

Beatrice Kraus, eine liebe Freundin von mir,  bietet demnächst Online Freitanzen an – Infos hier.

Das allerwichtigste ist im Moment aber unsere Verbundenheit. Ich erlebe unglaublich viel Solidarität und gegenseitige Unterstützung, und viele Menschen, die großzügig und herzhaft ihre Zeit und Energie anderen zur Verfügung stellen, die derzeit in einer schwierigen Lage sind. Mir kommt es vor, als würden wir als Menschheit und Gesellschaft reifen und wachsen.

Was tut dir jetzt gut und gibt dir Halt und Geborgenheit? Poste in die Kommentare, um andere zu inspirieren!

Big, wild love

Laya

PS: Kennst du schon den kostenlosen Mini-Kurs “7 Tage Selbstliebe”?