Sag Ja zum Nein

Jun 13, 2015

Checklisten, Packlisten, Einkaufslisten – alles, was der Unüberschaubarkeit meines Lebens ein wenig Struktur aufdrückt, ist willkommen. Unangefochten an der Spitze meiner Lieblingslistenliste steht jedoch sie: die STOP DOING LIST.

“Relax. Nothing ist under control”, heißt es. Stimmt natürlich. Aber manchmal ist es eher die Illusion, zumindest einen Teil meines Lebens unter Kontrolle zu haben, die mir beim Entspannen hilft. Wenn man viele Bälle jongliert, tut es dem Nervensystem gut, Aufgaben in überschaubare Schritte zu zerlegen, gewissenhaft zu planen und … Listen zu schreiben. Meine To Dos, Prioritäten und langfristigen Ziele sammle ich in einem Bullet Journal. Vielleicht greife ich auch irgendwann die Idee des Grafikdesigners Stefan Sagmeister auf, alle sieben Jahre ein Jahr Auszeit einzuplanen, und während dieses Jahres fixe Zeiten für Visionssuche, zum Nachdenken und Relaxen zu reservieren, anstatt einfach in den Tag hinein zu leben (siehe The Power of Time Off).

Nun aber > TATARATATATATAM!!!! < meine aktuelle und höchstpersönliche STOP DOING LIST:

STOP DOING #1: STRESS DENKEN

Sprache schafft Wirklichkeit. Gedanken sind Selbstgespräche. Mit welchen Worten und Phrasen wir sie führen, bestimmt, wie wir die Welt wahrnehmen. Daher ersetze ich gedanklich “Ich bin so im Stress” durch “Ich habe erfreulich viel zu tun”. Oder “Jetzt mache ich noch schnell dieses oder jenes” durch “Jetzt mache ich noch in Ruhe …” Kleine Ursache, große Wirkung.

STOP DOING #2: VERGLEICHEN

Es wird IMMER jemanden geben, der einen flacheren Bauch, mehr Geld auf dem Konto oder eine konsequentere Kopfstandpraxis hat als ich. Es wird auch IMMER jemanden geben, der dicker oder ärmer ist als ich, oder gar keinen Kopfstand macht. Was ist so falsch am Mittelmaß? Seit ich mich dazu bekenne, ist alles viel entspannter.

STOP DOING #3: ESSEN, WENN ICH NICHT HUNGRIG BIN 

Manner Schnitten, Schokolade mit 85 % Kakao und Erdbeeren mit Schlag kann man natürlich auch ohne Hunger essen. Ohne Ausnahmen ist es keine Regel. Und es gibt sogar Tage, an denen ich die Ausnahme zur Regel mache. Egal – siehe #10.

Mantra: Kein Drama.

STOP DOING #4: NICHT ESSEN, WENN ICH HUNGRIG BIN 

Führt ja doch nur zu Heißhungerattacken, und das Thema “Diät” habe ich endgültig durch. In irgendeinem Punkt muss man mit 41 schießlich klüger sein als mit 21.

STOP DOING #5: BILLIG KAUFEN 

Im Möbelgeschäft bekomme ich an der Kassa einen 5 % Gutschein für den nächsten Einkauf. Das Farbenfachgeschäft schickt mir zu meinem Geburtstag einen 3 % Gutschein. Im Supermarkt gibt es heute 15 % auf Tiefkühlware.

MIR DOCH EGAL. GAR NICHT KAUFEN SPART 100%. ÄTSCH.

STOP DOING #6: MULTITASKING

Ist sowieso ein Mythos und kostet Zeit und Nerven, auch wenn wir das immer wieder nicht wahrhaben wollen.

Mantra: “Eines nach dem anderen”. 

STOP DOING #7: JAMMERN

Meinem Ärger Luft machen, Frust ausdrücken, ein kurzes Bad im Selbstmitleid nehmen: Ja. Endlosschleifen ohne Lösungsorientierung: Nein.

STOP DOING #8: ANDEREN BEIM JAMMERN ZUHÖREN.  

Siehe #7.

STOP DOING #9: ZU WENIG SCHLAFEN

Der schwierigste Punkt auf meiner Liste – wo doch das Leben sooo spannend ist. Ich weiß ganz genau, wie wichtig Schlaf für mein Immunsystem, für meine Stimmung und für meine Leistungsfähigkeit ist, aber … naja. Schön, dass ich noch Entwicklungspotenzial habe. Und nochmal: siehe Punkt 10.

STOP DOING #10: ALLE PUNKTE AUF EINER LISTE ABHAKEN WOLLEN

Kann zwar befriedigend sein, passiert aber selten. Schließlich packen wir immer viel mehr in unsere Listen, als wir bewältigen können. Darum schön realistisch bleiben und mit 80 % zufrieden sein.

Foto: © Jeanette Dietl – Fotolia.com

Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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