Warum bist du hier?

Jan 27, 2017

“Die Meister sagen, dass man eines auf der Welt niemals vergessen darf. Würdest du auch sonst alles vergessen, bis auf dieses eine, gäbe es keinerlei Grund zur Sorge; wenn du jedoch alles andere vollkommen im Sinn behieltest und dich danach richtetest, dies eine jedoch vergaßest, hättest du nichts erreicht.

Es ist, als hätte der König dich in ein fremdes Land geschickt, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erledigen. Du gehst und erfüllst hundert wichtige Aufgaben; wenn du jedoch die eine Angelegenheit, deretwegen du geschickt wurdest, unerledigt lässt, ist es, als hättest du gar nichts erreicht. Genauso kommt der Mensch auf die Welt, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen, das ist sein Lebenszweck. Erfüllt er sie nicht, hat er versagt.” 
~ Aus den Tafelgesprächen des Sufi-Meisters Rumi

Ja, wir spüren es. Tief in uns. Es gibt einen Grund dafür, dass wir hier sind. Einen guten Grund.

Neben all dem Wollen und Sollen.

Hinter all den Zielen und Pflichten.

Unter all den Schichten von Gewohnheiten und Mustern, die unser wahres Wesen verbergen.

Irgendwo dort, ganz tief im Inneren, wissen wir, was der wahre Grund für unser Dasein ist. Wir wissen, wer uns geschickt hat, in dieses fremde Land,  wir wissen, was unsere Aufgabe ist. Etwas in uns ahnt, warum wir hier sind, gerade jetzt, zu dieser Zeit, gerade hier, auf diesem Planeten.

Aber wir vergessen es nur allzu gerne. Und wir lassen uns ABLENKEN.

Manchmal kommt es mir vor, als wäre mein ganzes Leben eine einzige Ablenkung. Immer wieder komme ich vom Weg ab. Kaum habe ich meine Ausrichtung gefunden, mich verbunden mit dem, was ich als meine Aufgabe erkannt habe, springe ich auf irgendeinen äußeren Reiz an. So vieles ist wichtig, ist dringend, ist unterhaltsam, ist faszinierend, und vor allem:  ist um so viel EINFACHER als die Aufgabe, für die ich hierher geschickt wurde.

Es ist um so viel EINFACHER, mit den gewohnten Mustern (eine Automatic Yes Machine sein, Energievampiren den Hals hinhalten, undsoweiterundsofort) auf das zu reagieren, was von Außen auf mich zukommt, als von Innen heraus zu handeln und bewusst zu gestalten.

Es ist um so viel EINFACHER, von einer Aktivität zur nächsten zu springen, als innezuhalten, mich zu spüren, mein Sein, meine Essenz wahrzunehmen.

Es ist um so viel EINFACHER, nachzuplappern, was irgendjemand anderer gesagt hat oder was ich irgendwo gelesen habe, als in mir selbst zu forschen und auszusprechen, was ich wirklich empfinde.

Sogar Meditieren kann ein tolles Ablenkungsmanöver sein.
Du sitzt auf deinem Kissen, murmelst Mantras oder lauscht deinem Atem, und kannst dir einreden, du seist ein besonders guter, ein besonders spiritueller Mensch. Dabei weiß etwas in dir genau, dass eigentlich gerade etwas anderes dran ist. Dass in dir ein Krieg herrscht und du dich mit deinen Schatten auseinandersetzen solltest, statt sie wegmeditieren zu wollen (was nicht funktioniert). Oder dass du eigentlich die Ärmel kochkrempeln und dich ganz “weltlichen” Aufgaben widmen solltest, statt “heilig” auf deinem Kissen zu sitzen. (Sich in der richtigen Haltung und Bewusstheit “weltlichen” Aufgaben zu widmen kann viel “heiliger” sein als zu meditieren.)

Sogar anderen zu helfen kann ein tolles Ablenkungsmanöver sein.
Wie wunderbar ist es doch, gebraucht zu werden, ach, was für ein gutes Gefühl, für andere da zu sein! Manchmal ist es auch genau das, was das Leben gerade von uns will. Manchmal tun wir es aber nur, um uns nicht mit uns selbst beschäftigen, um unsere eigene Bedürftigkeit und Hilflosigkeit nicht spüren zu müssen. Oder um immer schön aktiv zu bleiben und nur ja keine Stille aufkommen zu lassen – denn dann müssten wir zuhören und uns womöglich eingestehen, dass wir aufgehört haben, unser Leben zu leben. Dann müssten wir womöglich schmerzhaft erkennen, dass wir vor lauter Für-andere-da-sein die Verbindung zu uns selbst und zu unserer Essenz verloren haben.

Sogar das grandioseste Seminar, die siebzehnte Ausbildung und der hundertachtundzwanzigste Workshop können tolle Ablenkungsmanöver sein.
Klar, wir sollten lebenslang lernen – ich persönlich bin sogar süchtig danach! Wie oft habe ich mir schon geschworen, endlich eine Pause zu machen und zu integrieren und umzusetzen, was ich gelernt habe, bevor ich mich in die nächste Ausbildung werfe. Diese Schwüre halten im Normalfall genau so lange, bis ein neuer Folder, ein Mail oder ein Plakat meinen Weg kreuzt und ich Feuer und Flamme bin für all das Neue, das ich mir von dieser oder jener Weiterbildung, von diesem oder jenem Seminar verspreche. Oft spüre ich aber: In Wirklichkeit ist dieses Verhalten eine Flucht. Ich laufe vor mir selbst und vor meiner wahren Aufgabe davon. Denn was ich brauche, um sie zu erfüllen, finde ich in keinem Seminar. Es ist längst da – in mir.

Klar, wir brauchen die Ablenkung. Wir brauchen all diese Um- und Irrwege. Denn erst, indem wir merken, dass wir irgendwo “falsch” sind, bekommen wir einen Impuls, die Richtung zu ändern und jenen Platz zu suchen, an dem wir “richtig” sind.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du lebst dein Leben, so wie gestern, wie vorgestern und wie vorvorgestern. Im Grunde ist alles in Ordnung. Und doch meldet sich da immer wieder diese eine Frage. Diese Frage, die an dir nagt und dir zeigt, dass du noch nicht ganz in DEINEM Leben angekommen bist.

Da ist diese leise, zweifelnde Stimme in deinem Inneren, die fragt: Was mache ich hier eigentlich? Wozu bin ich eigentlich hier?

Ich spreche hier nicht unbedingt von Berufung –  ich spreche von einem RUF.

Ich spreche hier nicht unbedingt von Wünschen – ich spreche von AUFGABEN.

Ich spreche von “diesem einen”, das wir niemals vergessen sollten. Dieses eine kann im Laufe eines Menschenlebens viele verschiedene Formen annehmen, sich in unterschiedlichsten Berufen, Beziehungen und Begebenheiten zeigen. Doch die Essenz bleibt immer gleich. Und wenn wir “dieses eine” leben, geben wir uns und dem Leben die Antwort auf die Frage, warum wir hier sind.

Hand aufs Herz:

Bist du schon im richtigen Leben oder noch im falschen?

Was ist “dein eines”, dessentwegen du hier bist?

Und was ist dein Lieblingsablenkungsmanöver?

Ich frag ja nur 🙂

“To transcend duality is the kingly view.

To conquer distractions is a royal practice.”

~ Osho, The Book of Tantra

Big, wild love

Laya

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Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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