Wie deine alten Glaubenssätze dich steuern, was ihnen die Macht entzieht – und wie du sie wirklich überschreibst.
Da steht er also, dieser Satz.
Schwarz auf Weiß.
„Nur wenn ich pflegeleicht bin, werde ich nicht verlassen.“
Uaaaah, echt jetzt?
Solche Überzeugungen treiben noch immer ihr Unwesen in meinem hübschen Köpfchen?
Einen Teil von mir gruselt es, als ich diesen Satz auf dem Papier geschrieben sehe.
Der andere Teil jubiliert.
Hallelujah!
Was mir bewusst geworden ist, kann ich ändern.
Also danke, alter Grusel-Satz, dass du dich gezeigt hast – auf den Seiten meines Journals.
Jetzt ist dein Stündchen gekommen!
Was unsichtbar ist, wird sichtbar in deinem Leben
Die Wahrheit ist:
Gezeigt hat sich dieser Satz schon viel früher. Genau genommen mein ganzes Leben lang.
In meinem Verhalten.
In der Art und Weise, wie ich mich zurückgehalten, wie ich mich gedimmt und gedämpft habe, wie ich Ansprüche und Forderungen hinuntergeschluckt statt ausgesprochen habe, und wie ich meine Standards heruntergeschraubt habe.
Um nicht verlassen zu werden.
Und um nicht als anspruchsvoll oder kompliziert zu gelten.
Zum Beispiel in meiner ersten Ehe, in der ich immer mehr geschrumpft bin – weil ich nur dann Zuwendung bekommen habe, wenn ich „pflegeleicht“ war. Wenn ich „kompliziert“ war, wurde mir mit Verlassen gedroht.
Oder in früheren Jobs, bei denen ich mein Gehalt nicht verhandelt habe. Weil Frauen in Sozial-Organisationen das eben nicht tun. Und wenn sie’s tun, gelten sie als gierig oder unsolidarisch.
Das Script, das dich wirklich steuert
Es sind nicht die Affirmationen, die du schreibst oder denkst, die dich steuern.
Es sind nicht deine bewussten Gedanken (selbst dann nicht, wenn sie zum Großteil liebevoll oder ermächtigend sind).
Es sind die Sätze in deinem Mind, die dir nicht bewusst sind – und die 90 bis 95 % deiner Gedanken ausmachen.
Sie sind das Script deines Lebens.
Und nur, wenn sie an die Oberfläche kommen, kannst du dieses Script umschreiben.
Brillant ist das neue Brav – wie du deine eigenen Regeln aufstellst
Warst du ein „braves“ Kind?
Wurdest du fürs Brav-Sein gelobt – vom Nikolaus, von deinen Eltern, Großeltern oder Lehrer:innen?
Wurdest du fürs Schlimm-Sein geschimpft – zum Beispiel vom Krampus?
Dann weißt du jetzt, wieso du dich so limitiert fühlst, und wieso dein Leben um so viel kleiner und enger ist, als es sein könnte.
Denn genau das „Brav“, für das du belohnt wurdest – mit Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit -, hindert dich heute daran, deine Ziele zu erreichen.
Emotional autonom zu sein.
Dich und deine Erfüllung, deine Gesundheit, dein Wohlbefinden zu priorisieren.
Und genau das „Schlimm“, für das du gerügt oder bestraft wurdest – oder für das du eine gerunzelte Stirn oder verdrehte Augen geerntet hast, von Ohrfeigen ganz zu schweigen -, ist die Brillanz, die dir heute ein ganz anderes Leben ermöglichen würde.
Es ist das Anspruchsvolle in dir. Das Nicht-Angepasste. Das Eigensinnige. Dein Widerspruchsgeist. Das Mutige und das Über-Mütige.
Deine Intelligenz, die immer schon die Regeln hinterfragt hat, die andere für dich aufgestellt haben.
Dein kompromissloses Wollen, ohne Rechtfertigung oder Weichspülung.
Das ist deine Brillanz. Und deine Macht.
„Wenn du nicht brav bist, wirst du mit Liebesentzug bestraft.“
„Wenn du dich nicht anpasst, gehörst du nicht dazu.“
„Wenn du dich nicht aufopferst, bist du als Frau nicht akzeptabel.“
Regeln wie diese magst du gelernt haben. Und sie mögen sich so tief in deine neuronalen Netze eingeschrieben haben, dass du sie gar nicht mehr als das erkennst, was sie sind:
Sätze in deinem Kopf ohne jeglichen Wahrheitsgehalt.
Deshalb glaubst du sie.
Und lebst nach ihnen.
Höchste Zeit also, dir diese Sätze bewusst zu machen, sie zu entlarven, ihnen die Macht zu entziehen, deine eigenen Regeln aufzustellen.
Und nach ihnen zu leben.
So sprengst du die Grenzen des alten Brav-Seins.
Und lebst deine ureigenste Brillanz.
Reflektieren und Meditieren – oder gezieltes „Rewrite & Rewire“?
Faszinierende Synchronizität:
Ich nehme gerade an einem Online-Kurs teil, bei dem es um weibliche Macht geht – und darum, wie wir sie zurückgewinnen können.
Auch hier geht es um alte Konditionierungen. Auch hier wird das „Good Girl“-Phänomen angesprochen.
Und auch hier gibt es Journaling Prompts. Wie zum Beispiel: „Wie hält dein ,good girl‘ dich klein?“
Diese Journaling Prompts zu bearbeiten, hat mir einige Erkenntnisse geschenkt.
Aber eben nur Erkenntnisse.
Die können sehr wertvoll sein – aber sie überschreiben nichts.
Wir wissen aus der neurowissenschaftlichen Forschung, dass wir alte neuronale Verbindungen nur aus unserem System löschen können, wenn wir sie überschreiben. Das ist ein Prinzip der Neuroplastizität.
Bewusstmachen alleine entzieht alten Denkmustern weder die Macht, noch ersetzt es sie durch neue.
Bewusstwerdung ist der notwendige erste Schritt. Aber er allein verändert nichts.
Und das ist der Unterschied zwischen Menschen, die viel reflektieren, meditieren oder „normales“ Journaling betreiben – und denjenigen, die gezieltes „Rewrite & Rewire“ praktizieren.
Alte Glaubenssätze überschreiben – was Deep Journaling von „normalem“ Journaling unterscheidet
Bleiben wir beim Beispiel „Braves Mädchen“.
Wie gesagt, bei dem Online-Kurs, den ich gebucht hatte, gab es Fragen wie: „Wie lässt dein ,good girl‘ dich schrumpfen? Wo hält es dich zurück?“
Und so sieht eine Deep Journaling Session zu diesen Thema aus – mit einem gezielten „Rewrite & Rewire“ Prozess. (Schau dir dazu die kostenlose „Rewrite & Rewire“ Masterclass an.)
👉 Schritt 1: Embodiment
Du beginnst nicht sofort mit dem Schreiben, sondern regulierst mit einer einfachen Embodiment-Übung dein Nervensystem und schaffst einen sicheren Rahmen für den darauffolgenden Prozess.
👉 Schritt 2: Innere Bilder und Gefühle
Du lässt innere Bilder aufsteigen von Situationen, in denen du „brav“ sein und dich den Regeln anderer beugen musstest, als Kind, als Jugendliche, als Erwachsene. Du denkst an den Nikolaus und den Krampus deiner Kindheit – an die Belohnungen fürs Brav-Sein und an die Strafen fürs Schlimm-Sein.
Du nimmst auch die Emotionen wahr, die mit diesen Bildern und Erkenntnissen verbundenen sind – Wut, Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Frustration. Du atmest dich in die Weite und gibst diesen Emotionen für einen Moment Raum.
👉 Schritt 3: Thought Download -> das System „entgiften“
Nun lässt du diese alten Regeln und Konditionierungen aufs Papier fließen und machst sie dir auf diese Weise bewusst. Das kann sich anfühlen wie ein Entgiftungs-Prozess – im Moment nicht immer angenehm, auf Dauer aber unendlich befreiend und entlastend.
👉 Schritt 4: Perspektiven-Wechsel
Nun kreierst du in deiner Vorstellung einen neuen Nikolaus – einen, der dich ermutigt, selbst zu denken, anspruchsvoll zu sein, deine eigenen Ziele zu verfolgen, statt dich anzupassen. Einen, der deine wahre Brillanz sieht und hervorkitzelt.
Und du kreierst einen neuen Krampus. Einen, der dich herausfordert, ruhig noch „schlimmer“ zu sein, aufmüpfig, eigensinnig, rebellisch – aber auf eine smarte Art. Auf eine, die dir dient, statt dir zu schaden.
Dieser Nikolaus und dieser Krampus schreiben nun Botschaften an dich. Dieser Perspektivenwechsel entzündet deine Neuroplastizität und bewirkt, dass die alten Glaubenssätze ihre Macht verlieren und die neuen sich tief in deine Synapsen schreiben.
👉 Schritt 5: Rewrite & Rewire
Nun streichst du eine der alten Regeln vehement durch.
Dieses manuelle Durchstreichen hat einen viel tieferen Effekt, als wenn du nur denken würdest: „Ich lasse diesen Glaubenssatz jetzt los“ oder „Ich will das nicht mehr denken.“
Dann formulierst du eine neue Regel und hältst sie schriftlich fest. Das nennen wir „Flip the Script“.
Diesen Vorgang kannst du mit so vielen alten Regeln wiederholen, wie du möchtest.
👉 Schritt 6: Future Pace
Bei Deep Journaling übersetzen wir innere Shifts in konkretes Verhalten. Du legst also eine Handlung innerhalb der nächsten 48 Stunden fest, mit der du nach deiner neuen Regel lebst – und die alte über Bord wirfst.
Und hier kommt der Trick:
Du nimmst dir dieses konkrete Tun nicht nur vor. Du visualisierst dich nicht nur dabei. Sondern du beschreibst es so, als wäre es bereits geschehen. Dein Gehirn verankert diesen Plan also wie eine Erinnerung – und das macht es sehr viel wahrscheinlicher, dass du diesen Plan einhältst.
Diese Technik nennen wir „Future Self Memory“.
👉 Schritt 7: Poetic Empowerment
Den krönenden Abschluss macht – wie bei jeder Deep Journaling Session – ein Poetic Empowerment. In diesem Fall ein neues Narrativ aus fünf Sätzen, nach einer perfekt abgestimmten Struktur.
Und zwar in dritter Person und Vergangenheitsform, mit Anfang, Mitte und Ende. Das Gehirn liebt solche kohärenten, abgeschlossenen Narrative – und integriert die Veränderung, als wäre sie längst geschehen.
20 Minuten für dein „Deep Encoding“
Klingt aufwändig?
Ja, Deep Journaling Sessions beanspruchen ein wenig mehr Zeit und mentale Energie als normales Journaling.
Für die „Braves Mädchen“ Session brauchst du zum Beispiel 20 bis 30 Minuten. Und einiges an Energie – denn echte Umstrukturierungen im Denken und in deiner neuronalen Architektur sind für den Körper energieaufwändig.
Ist es wirksamer als normales Journaling?
Deutlich. Wie sehr, zeigt sich im Laufe der Zeit an den Ergebnissen. An den Veränderungen und Transformationen jener Menschen, die Deep Journaling regelmäßig praktizieren.
Jede Deep Journaling Session integriert Prinzipien und Techniken aus Positiver Psychologie, kognitiv-behavioraler Theorie, narrativer Theorie, Neuropsychologie, Embodiment und Poesie- und Schreibtherapie.
Dadurch geschieht das, was Neurowissenschaftler:innen „Deep Encoding“ nennen.
Und: Jede Deep Journaling Session küsst deine Kreativität wach! Die positiven Emotionen und das Gefühl von Selbstwirksamkeit, die dieser kreative Prozess auslöst, tragen zur Tiefenwirkung bei.
Von Erkenntnisgewinn zu echter Veränderung
Erkenntnisse über alte, limitierende Glaubenssätze sind wertvoll.
Veränderung geschieht aber erst dann, wenn du diese alten Glaubenssätze wirklich mit neuen überschreibst – denn nur dadurch veränderst du dein inneres Script.
Und dadurch dein Leben.
Hell Yeah!
Bist du bereit, dein inneres Script neu zu schreiben?
Die ‚Braves Mädchen‘-Session findest du in der INSIDE Membership – zusammen mit hunderten weiteren Deep Journaling Sessions.
All unsere Kurse und Programme beruhen auf der wissenschaftlich fundierten Deep Journaling Methode.
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