Wieso Mindset WIRKLICH alles ist. Und ein 24-Stunden Sneak Peek ins Leben einer Mindset Ninja.
„Mindset is everything“ heißt es – aber das ist viel mehr als ein flacher Instagram-Spruch.
Die Wahrheit ist:
Die Welt ist, wie sie ist.
Aber du lebst nicht in dieser Welt, sondern in deinem MIND.
DAS ist deine Realität.
Und diese selbst kreierte Realität sieht für jeden Menschen anders aus.
Wenn du also deine Realität verändern willst, musst du dein Mindset ändern.
Was aber noch viel spannender ist:
Indem du deine innere Realität veränderst, verändert sich auch die „reale“ Welt da draußen.
Menschen reagieren anders auf dich.
Du löst „Probleme“ schnell und unkompliziert, statt stundenlang über sie nachzudenken.
Du erkennst und ergreifst Möglichkeiten, wo du zuvor nur Mauern und Hindernisse gesehen hast.
Ergebnis: Aufwärtsspirale vom Feinsten.
Und das ist kein Manifestations-Woo-Woo, sondern pure Neuropsychologie.
Was die „Mindset-Queen“ Carol Dweck dazu sagt
Carol Dweck, ihres Zeichens Professorin an der renommierten Stanford-Universität und Expertin für die Psychologie von Motivation und Erfolg, hat Jahrzehnte lang zum Thema Mindset geforscht hat.
Dweck hat nachgewiesen, was erfolgreiche, selbstbestimmte Menschen von Menschen unterscheidet, die feststecken, sich nicht weiterentwickeln, und in ihrer erlernten Hilflosigkeit gefangen bleiben:
Die einen haben ein „Growth Mindset“, die anderen ein „Fixed Mindset“.
„Für Menschen mit ‚Growth Mindset‘ sind Herausforderungen aufregend – nicht bedrohlich“, betont Carol Dweck.
Damit das alles nicht so abstrakt bleibt, erzähle ich dir von 24 Stunden im Leben eines Mindset Ninjas – von mir natürlich.
Alles, was ich dir gleich erzähle, ist genau so geschehen, wie es hier geschrieben steht.
Und es zeigt deutlich:
Es geht nie darum, was passiert – sondern immer darum, wie du es interpretierst.
Und darum, was du daraus machst.
Auch Mindset Ninjas haben super messy, chaotische Tage.
Aber sie beurteilen dieses Chaos anders als andere Menschen. Und sie machen etwas anderes daraus.
Diese kleinen, unscheinbaren Momenten sind es, in denen die kleinen, unsichtbaren Shifts passieren – die dann die große Richtung deines Lebens bestimmen.
24 Stunden Mindset im ganz normalen Leben der Laya C.
0️⃣ Stunde 0: Die Waschmaschine stirbt
Sie ist einfach tot, von einer Sekunde auf die nächste, ohne Vorwarnung. Natürlich mit Wäsche und jeder Menge Wasser drin.
🤯 Die Laya vor zehn Jahren: „Oh noooooo! Wieso ausgerechnet jetzt? Wie unfair, sie war doch erst 5 Jahre alt! Und dieser Aufwand, oh mannoooooo.“
🥷 Mindset Ninja: „Cool, Chance auf ein Waschmaschinen-Upgrade! Und was bin ich dankbar, dass nicht ich diejenige bin, die jetzt eine neue kaufen, transportieren und anschließen wird – so wie früher als Single Mom.“
✍️ Der Shift:
1) Potenzial statt Problem. Wofür ist das die Gelegenheit? (In fast allen Fällen: Für ein Upgrade).
2) „Mentale Subtraktion“. Dieser Shift wird auch „Parallel-Leben-Prinzip“ genannt. Sich bewusst zu machen, was fehlen würde, wäre ein bestimmtes positives Ereignis im Leben nicht eingetreten, ist eine spezielle Form der Dankbarkeits-Praxis.
In diesem Fall habe ich mir bewusst gemacht, was für ein Glückspilz ich bin, einen Lebenspartner wie den meinen zu haben. Ich kann mir sicher sein: Am nächsten Tag wird eine neue Waschmaschine da sein. Ich muss ihn nicht bitten – er fühlt sich einfach dafür zuständig.
Davon hätte ich vor fünfzehn Jahren nur träumen können.
🧠 Die Wirkung:
ein Gehirn produziert in dem Moment, in dem du die Perspektive wechselst, messbar weniger Cortisol und mehr Dopamin – du fühlst dich buchstäblich besser und hast weniger Stress, obwohl sich an der kaputten Waschmaschine nichts geändert hat.
Studien zur mentalen Subtraktion zeigen, dass sie stärker wirkt als klassische Dankbarkeitslisten, weil sie das Belohnungssystem durch den emotionalen Kontrast intensiver aktiviert.
Der Shift passiert nicht durch Verdrängung, sondern durch bewusste Neubewertung – durch „cognitive reappraisal“ (hell yeah, was für ein sexy Begriff!)
1️⃣1️⃣ Stunde 11: Die Katastrophe, die keine ist
Es ist Feiertag, und Andrea, die in unserem Team für Kundinnen-Support zuständig ist, hat frei. Unser aktuelles Online-Programm mit über 100 Teilnehmerinnen ist gerade gestartet. Genau zu diesem – denkbar ungünstigen – Zeitpunkt hat unsere Kursplattform die App für unsere Kundinnen gewechselt – mit den entsprechenden Kinderkrankheiten.
Und: In unserem Email-Eingang geht es heiß her, weil Kundinnen Mails bekommen, die sie nicht bekommen hätten sollen.
Ich realisiere: Mir ist ein Fehler passiert. Ein wirklich dummer. Ein richtiger Anfänger-Fehler.
🤯 Die Laya vor zehn Jahren: „Oh mein Gott, wie unendlich peinlich. Ich will da gar nicht hinschauen. Das kann doch nicht sein, dass mir so etwas passiert. Alle werden super verärgert sein und sich von meinem Newsletter abmelden. So viel Pech auf einmal!“
🥷 Mindset Ninja: „Jetzt regulier erst mal dein Nervensystem, damit dein Katastrophen-Mind nicht Tango tanzt zwischen deinen hübschen Ohren. Der alten Scham, die sich gerade anschleicht, stellen wir gleich mal ein fettes Stopp-Schild auf. Dann betreibst du Schadensbegrenzung, entschuldigst dich und richtest das wieder gerade. Und: Wer weiß, wovor dich das bewahrt! Diesen Fehler machst du garantiert nicht noch einmal – und du hast etwas für die Zukunft gelernt.“
✍️ Der Shift:
1) Relativierung statt Katastrophisierung
2) Selbstwirksamkeit statt Hilflosigkeit und Vermeidung
3) Silver Lining – was hat die Situation Gutes, auch wenn sie sich gerade höchst unangenehm anfühlt?
🧠 Die Wirkung:
Präfrontaler Kortex aktiviert, Amygdala-Überreaktion ausgebremst – vom Panik-Modus zurück in den „Denk-Modus „Ich habe hier die Kontrolle“ Modus – wo Problemlösung überhaupt erst möglich wird. („Locus of Control“ – auch so ein schönes Konzept.)
Der Shift von „mir passiert etwas“ zu „ich handle“ verändert die neurochemische Signatur: weniger Stresshormone, mehr Noradrenalin für fokussierte Handlungsfähigkeit.
Direttisima von „threat state“ zu „challenge state“ also. Und das Silver Lining trainiert dein Gehirn darauf, Fehler als Datenpunkte zu verarbeiten, statt als Aussage darüber, wie fähig oder unfähig du bist. Das führt zu Resilienz und Risikofreudigkeit statt perfektionistischer Vermeidung.
Na bitte.
1️⃣7️⃣ Nachmittägliches Morgen-Workout
Es ist früher Nachmittag. Mein morgendliches Workout habe ich wegen besagter „Katastrophe“ ausgelassen, und war stattdessen stundenlang mit Fehlersuche und -behebung beschäftigt.
🤯 Die Laya vor 10 Jahren: „Wieder mal von deinen Routinen abgewichen, wieder mal nicht durchgezogen. Na bestens. Jetzt ist es zu spät.“
🥷 Mindset Ninja: „Keine große Sache – und besser spät als gar nicht! Mach einfach ganz kurz, fünf Minuten. Das schaffst du, komm. Und du weißt: Wenn du das jetzt durchziehst, hast du ein Erfolgserlebnis, und stärkst deine Willenskraft fürs nächste Mal.“
✍️ Der Shift:
1) Pragmatismus statt Perfektionismus
2) „Nur ganz kurz“ statt unrealistische Erwartungen
3) Pepp-Talk statt Selbstverurteilung
🧠 Die Wirkung:
Jedes Mal, wenn du trotz Widerstand auch nur fünf Minuten durchziehst, stärkst du deinen anterioren cingulären Kortex – das Gehirn-Areal, das für Willenskraft und Selbstkontrolle zuständig ist und wie ein Muskel wächst, je öfter du es aktivierst.
Der „Nur ganz kurz“-Trick umgeht den inneren Widerstand, weil dein Gehirn kleine Hürden nicht als Bedrohung einstuft. Und der Pepp-Talk führt dich in die Selbstwirksamkeit – und die ist der stärkste Prädiktor dafür, ob du morgen wieder aufstehst und es erneut versuchst.
2️⃣3️⃣ Alles schief gegangen oder alles gut gemeistert?
Endlich bette ich mein müdes Haupt auf mein Kopfkissen. Und wie es meine Gewohnheit ist, wähle ich sehr genau, mit welchen Gedanken ich einschlafen will.
🤯 Die Laya vor 10 Jahren: „Alles geht schief, wirklich. Immer kommt alles gleichzeitig. So ein Chaos. Kann bitte irgendwann alles einfach funktionieren?“
🥷 Mindset Ninja: „Alles gut gegangen – und: Well done you, baby! Nicht ohne, diese Herausforderungen, aber du hast sie mit Bravour gemeistert. Wofür kannst du heute dankbar sein? Welche Learnings nimmst du mit fürs nächste Mal? Und mit welchem Gefühl willst du morgen aufwachen?“
✍️ Der Shift:
1) Fokus auf das richten, was funktioniert hat – statt auf das, was schief gegangen ist
2) Aufmerksamkeit auf Lernen und Wachstumsmöglichkeiten lenken statt auf „Fehler“
3) Intention für den nächsten Tag setzen statt über Vergangenes zu ruminieren
🧠 Die Wirkung:
Was du vor dem Einschlafen denkst, verarbeitet dein Gehirn nachts bevorzugt – das ist das „sleep-dependent memory consolidation“ Phänomen . Deine letzten bewussten Gedanken prägen buchstäblich, welche neuronalen Verbindungen im Schlaf gestärkt werden.
Fokus auf Gelingendes statt Gescheitertes nutzt deine „confirmation bias“: Dein Gehirn sucht automatisch nach Bestätigung für das, worauf du es richtest. Richtest du es auf Probleme, findet es mehr davon. Richtest du es auf Erfolge und Lernmomente, findet es mehr davon.
Die Intentions-Frage aktiviert das retikuläre Aktivierungssystem, also die inneren Wahrnehmungsfilter.
Bessere Schlafqualität, weniger nächtliches Grübeln, und nicht mit den Resten unverarbeiteter Negativität aufwachen, sondern mit selbstgewählter emotionaler Ausgangslage.
Good night. Und good-bye, negativity bias!
Was Mindset NICHT ist
Mindset ist NICHT Positives Denken. Mindset ist kein Schönreden von abscheulichen Dingen, keine rosarote Brille und kein Unterdrücken schwieriger Gefühle.
Mindset ist auch kein Instagram-Spruch.
Und keine Pop-Psychologie.
Was Mindset IST
Dein Mindset ist deine grundlegende Sichtweise: Auf dich. Auf die Welt. Auf dein Leben.
Mindset ist, was du denkst, was du siehst, und wie du es interpretierst.
Mindset ist das Set an Überzeugungen, das dein Leben steuert, ohne dass du es merkst.
Mindset ist dein inneres Betriebssystem. Mindset ist der DJ, der den Sound deines Lebens spielt.
Mindset ist deine innere Regisseurin: Das Leben mag die Szene vorgeben – aber in welche Richtung sie sich entwickelt, und ob das alles ein Katastrophenfilm, ein Drama oder eine Komödie ist, liegt in ihrer Hand.
„We may not be responsible for the world that created our minds, but we can take responsibility for the mind with which we create our world.„
– Gabor Maté
„Wir können nichts dafür, welche Welt unseren Geist geprägt hat. Aber wir können entscheiden, mit welchem Geist wir unsere Welt gestalten.“
Wieso Mindset Ninja?
Zen Mind: Eine Ninja reagiert nicht panisch. Sie bleibt gelassen mitten im Chaos. Das ist es, was sie kultiviert hat – und je dicker es kommt, desto ruhiger wird sie.
Meisterin der Angst: Eine Ninja bekämpft Angst nicht, sondern umarmt sie und nutzt ihre Energie.
Hokus Pokus Fokus: Eine Ninja ist unablenkbar. Ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, ist ihre größte Macht.
Mit dem Leben tanzen. Eine Ninja handelt nicht impulsiv. Sie reagiert nicht auf das Leben, sondern tanzt mit ihm. Lässt sich führen. Führt.
Das ganze Alphabet: Eine Ninja ist agil. Wenn Plan A nicht funktioniert, hat sie Plan B bis Z in der Tasche. Flexibilität mit Ausrichtung – das ist ihre Stärke.
Praktizierende sein: Eine Ninja ist ihrer täglichen, formalen Praxis treu. Und: Jeder Momente des Tages ist ihre Praxis. Sie ist Anfängerin, Schülerin, Studentin, Praktizierende, Lehrerin, Meisterin – alles gleichzeitig.
Ausdauer und Beharrlichkeit: Wenn es schwierig wird, kommt eine Ninja erst so richtig in Fahrt. Sie weiß: Beharrlichkeit ist der Schlüssel.
Menschlich, nicht übermenschlich: Eine Ninja macht Fehler – und lernt daraus. Sie strebt nicht nach Perfektion, sondern nach Exzellenz; und die erwächst nur aus der Bewältigung von Scheitern und Misserfolgen. Sie ist keine Superheldin, sondern eine Frau mit Skills und Disziplin.
Ehrlichkeit: Eine Ninja belügt sich nicht. Sie schummelt sich nicht herum. Ihr Bewusstsein ist das schärfste Licht – und in ihm verwandelt sich alles.
Stolz und Würde. Eine Ninja hat ihre alte Scham transformiert. Sie geht ihren Weg mit Würde. Und wenn sie strauchelt oder fällt, dann strauchelt und fällt sie mit Stolz.
(Die historische Bezeichnung für weibliche Ninjas im feudalen Japan war übrigens „Kunoichi“. Diese Frauen setzten oft andere Methoden ein als ihre männlichen Counterparts – weniger direkte Konfrontation, mehr Infiltration, Tarnung und psychologische Taktiken.)
Growth Mindset kann frau lernen
All das war ich NICHT.
Ich war das Gegenteil einer Mindset Ninja. Aufgewachsen in einem Milieu voller Scham, Angst und erlernter Hilflosigkeit, hatte mein Katastrophen-Mind leichtes Spiel mit mir.
Aber seit ich Positive Psychologie nicht nur studiert habe, sondern täglich praktiziere, und seit ich das Konzept von „Growth Mindset“ kennengelernt und zu guten Teilen verinnerlicht habe, spielt mein Mind ganz andere Stücke als früher.
Manchmal kommt es mir vor, als könnte ich meinen Mind dabei beobachten, wie er sich selbst shifted. Und als könnte ich meinem Gehirn dabei zusehen, wie es sich neu verdrahtet. Die Synapsen sprühen und funkeln, neue Netzwerke bahnen sich, werden gestärkt, während andere immer schwächer werden und schließlich verschwinden.
Was für ein Wunder.
Und nichts fasziniert mich mehr, wie sehr diese inneren Shifts meine „Realität“ im Innen und Außen verändern.
Komm, wir schaffen das auch, du und ich.
Eine Ninja zu sein, ist anspruchsvoll. Oft anstrengend. Es erfordert Disziplin und ein radikales Ende des Selbstmitleids. Es erfordert kompromisslose Selbstverantwortung.
Aber jedes Mal, wenn mir die Kraft dafür auszugehen droht, denke ich an Menschen wie Gabor Maté, Alice Herz-Sommer, Maya Angelou oder Viktor Frankl.
Wenn diese Menschen es inmittender grausamsten Umstände geschafft haben, ihren Mind zu meistern, dann kann ich das ja wohl angesichts einer kaputten Waschmaschine auch tun.
Und du? Kommst du mit?