Nie Zeit für das, was wichtig ist?

Seit ein paar Monaten steht in unserem Wohnzimmer ein Klavier.

Ich liebe Klaviere. Und ich wollte immer schon lernen, darauf zu spielen.

Aber dieses Klavier gehört nicht mir, sondern meinem Liebsten – und der übt superkonsequent, fast jeden Tag. Sound of silence. Fields of Gold. Und seit kurzem auch Feliz Navidad.

Jedes Mal, wenn ich diese Klänge höre, zucke ich innerlich ein wenig zusammen. Neeeeeiiiin, nicht, weil der Liebste so schlecht spielt (im Gegenteil, er macht große Fortschritte) – sondern weil ICH gerne diejenige wäre, die Klavier spielt und dabei Fortschritte macht!

Zumindest jener kindliche Teil von mir, der immer noch glaubt, dass der Tag 48 Stunden hat, und dass ich wirklich ALLES in mein Leben stopfen kann, was irgendwie reizvoll oder interessant oder angenehm sein könnte, wenn ich nur mein Zeitmanagement optimiere.

Aber es gibt auch einen anderen Teil in mir. Einen, der weiß, dass er wählen muss. Einen, der weiß, dass wahre Freiheit nicht darin besteht, alles tun zu können, sondern sich frei entscheiden zu können. Der auch weiß, dass ich mit Hetzen, Halbherzigkeit und Multitasking niemals glücklich sein werde. Und einen der weiß, dass es die Dinge, für die wir uns entschieden haben, veredelt, wenn wir dafür auf andere Dinge verzichten.

Dieser Teil von mir mag diesen kleinen Stich, den ich jedes Mal verspüre, wenn ich den Liebsten klimpern höre. Denn dieser Stich zeigt mir, dass ich es ernst meine mit meinen Prioritäten. An ihm erkenne ich, dass ich gelernt habe, auf etwas anderes zu verzichten, um mich wirklich dem widmen zu können, was für mich wichtig und wertvoll ist. Und da ich mich nun mal für ein aufwändiges Master-Studium entschieden habe, ist Klavierlernen im Moment einfach nicht drin.

Und wie nennt man das? Erwachsen werden.

 

Zeig mir deinen Terminkalender, und ich sage dir, was dir wichtig ist!

 

„Dafür habe ich keine Zeit“ ist ein verräterischer Satz. Denn wir HABEN keine Zeit für etwas – sondern wir können sie uns NEHMEN, wenn wir das WOLLEN. Mixe ich eine Portion Selbstverantwortung dazu, dann muss ich “Dafür habe ich keine Zeit” ehrlicherweise  durch „Etwas anderes ist mir wichtiger“ ersetzen. 

Wenn Menschen behaupten, keine Zeit für Meditation oder Yoga oder Sport zu haben, aber jeden Tag auf facebook, netflix & Co abhängen, dann bedeutet das einfach, dass ihnen facebook, netflix & Co wichtiger sind als spirituelle Praxis oder Bewegung. Wenn Menschen behaupten, ihre Kinder und ihre Familie seien ihnen das wichtigste auf der Welt, dann aber so viel arbeiten, dass sie kaum noch Zeit und Energie für ihre wichtigsten Beziehungen haben, dann ist etwas faul.

{An dieser Stelle nehme ich mich selbst ganz fest an der Nase – denn Lippenbekenntnisse darüber, dass ich in Zukunft viel weniger arbeiten und dafür viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen würde, habe ich schon oft gemacht –  ohne Taten folgen zu lassen. Uuuuaaargh … ;-)}

Zugegeben – es war noch nie so schwierig wie heute, klare Prioritäten zu setzen und uns standhaft an sie zu halten. Noch nie war es so einfach, sich ablenken zu lassen und so schwierig, sich zu fokussieren. Noch nie gab es so viele ständig verfügbare Verlockungen, und noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten, uns zu verzetteln und zu verlieren.

Ein ehrlicher Blick auf den Terminkalender kann manchmal ganz schön weh tun. Wie viel von dem, was wir tun, ist im Einklang mit dem, was uns wirklich wichtig ist? Wie viel Zeit räumen wir uns ein, um innezuhalten und uns unseren Träumen und Wünschen zu widmen? Oder einfach dem, was uns gut tut und nährt?

Zum Glück können wir unseren Kurs immer wieder korrigieren, können uns Zeit nehmen, um unsere Prioritäten zu überdenken und neu zu setzen, und wir können uns immer wieder sammeln, um weniger anfällig für die vielen Ablenkungen zu sein, die hinter jeder Ecke auf uns lauern.

 

5 Wege, um wieder wesentlich zu werden

# 1 Werte

Wesentlich zu werden bedeutet für mich, das zu wählen, was meinem Wesen entspricht – und dazu muss ich zuerst mal mein Wesen gut kennen.

Das beste Zeitmanagement hilft dir nichts, wenn du nicht weißt, was deine Werte sind. Wofür du stehst. Was für dich so wert-voll ist, dass du bereit bist, dafür auf andere Dinge zu verzichten.

In meinen Seminaren und Coachings zeigt sich immer wieder, dass einiges an Tiefen-Arbeit notwendig ist, um herauszufinden, was wirklich die zentralen Werte eines Menschen sind. Denn da gibt es so viele „Sollte“ und „Müsste“ in unseren Köpfen, und so viele ererbte oder anerzogene Muster, durch die wir uns wühlen müssen, um zu unserem wahren Wesenskern vorzudringen – und damit zu dem, was für uns wesentlich ist.

Doch dieser Tauchgang in die Tiefe lohnt sich! Wenn wir uns unserer Werte bewusst sind, dann können wir kleine und große Entscheidungen mit viel mehr Sicherheit und Klarheit treffen.

Lade das kostenlose FLOW~GROW~SHEET herunter und finde heraus, was deine zentralen Werte sind und wie du sie manifestieren kannst! 

 

 

# 2 Raum für Freude

„Wesentlich“ zu sein klingt nach einer ziemlich ernsthaften Angelegenheit, findest du nicht auch? Und irgendwie auch nach Pflicht.

Und so können wir leicht übersehen, dass es unsere höchste Pflicht ist, der Freude zu folgen!

Es gab zum Beispiel eine Phase in meinem Leben, da habe ich meine spirituelle Praxis derartig ernst genommen, dass mir die Freude daran verloren gegangen ist. Daraus habe ich gelernt. Freude ist einer meiner hellsten Leitsterne – und wenn schon Pflicht, dann verpflichte ich mich, mich nach diesem Freudenstern auszurichten!

Deshalb schreibe ich nicht nur jede Woche und jeden Tag meine To-Do-Liste, sondern auch meine JUHU-Liste. Zum Glück sind viele der Dinge, die ich tagaus, tagein tue, sowohl To-Dos als auch Juhus. Wie schön, wenn Freude und Pflicht so miteinander verschmelzen!

Freude ist eine Liebeserklärung an das Leben.
~ A. L. Balling

 

# 3 First things first

Manchmal wissen wir ganz genau, was gerade wichtig wäre – aber schwupp, schon kommen eine Menge (scheinbar) dringende Dinge daher, und wir verschieben das Wichtige auf später.

Ertappst du dich manchmal dabei, dass du dich zuerst um scheinbar dringende Dinge kümmerst, und das Wesentliche aufschiebst – so lange, bis keine Zeit mehr dafür bleibt?  Dann bist du in bester Gesellschaft – denn so geht es uns allen manchmal.  Oft sind die dringenden Dinge schneller zu erledigen und leichter abzuarbeiten, und sie versprechen mehr „instant gratification“ (also unmittelbare Belohnung oder Befriedigung) als die Dinge, die langfristig wichtig für uns sind.

Wenn wir uns entscheiden, wesentlich zu werden, bedeutet das auch, manchmal auf schnelle Befriedigungen zu verzichten.

Oft brauchen wir ganz schön viel Willenskraft und Fokus, um den Geschirrspüler NICHT auszuräumen, die Handtücher NICHT aufzuhängen und KEINE Emails zu beantworten, und uns stattdessen unserem kreativen Herzensprojekt zu widmen, über Geldanlageformen zu recherchieren oder eine halbe Stunde Yoga zu machen.

Aber das Prinzip „first things first“ lohnt sich. Denn wenn wir ihm folgen, wartet statt instant gratification echte, nachhaltige Erfüllung auf uns!

Prioritäten zu setzen heißt auswählen, was liegenbleiben soll. 
~ Helmar Nahr 

 

# 4 Es kommt nicht NUR auf die Zeit an

Wie VIEL wir Zeit wir etwas oder jemandem widmen, ist die eine Sache. Wie viel QUALITÄT diese Zeit hat, ist die andere.

Zum Beispiel ist Herr Sohn inzwischen 17 und geht oft seiner eigenen Wege. Klar, dass ich nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringe wie damals, als er noch an meinem Rockzipfel hing. Trotzdem ist er einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, und die Beziehung zu ihm steht an oberster Stelle meiner Prioriäten.

Das Schlüsselwort ist Präsenz. WENN ich Zeit mit meinem Sohn verbringe, dann versuche ich, wirklich DA zu sein. Zugewandt und aufmerksam, ohne Ablenkungen. Diese Präsenz macht einen großen Unterschied – und wenn wir wirklich völlig präsent sind, braucht es oft gar nicht sooo viel Zeit.

Bin ich wirklich DA, wenn ich meinen Liebsten umarme, bevor er morgens in die Arbeit fährt – oder denke ich schon an mein erstes Meeting? Höre ich wirklich zu, während ich mit einer Freundin frühstücke – oder schiele ich auf mein Smartphone?

Eine meiner ersten Yoga-Lehrerinnen meinte: Lieber EIN Asana am Tag, und das in voller Präsenz, als täglich eine Stunde halbherziges Yoga.

Und da stimme ich ihr voll und ganz zu 😉

 

# 5 Reflektieren, evaluieren, Kurs korrigieren

Ich sitze bei einem Studientag über Green Meditation, bin unrund und denke: „Ich müsste es längst besser wissen!“

Denn immer wieder erwische ich mich dabei, dass ich noch mehr lernen und verstehen und neue Tools kennenlernen will, statt die Dinge, die ich gelernt, verstanden und für hilfreich befunden habe, wirklich anzuwenden.

In diesem Muster habe ich schon viele Ehrenrunden gedreht (und ich versuche, geduldig und liebevoll mit mir selbst zu sein, statt mich zu kritisieren und schuldig zu fühlen).

Wir alle kommen immer wieder vom Kurs ab. Das ist nicht weiter schlimm – wichtig ist nur, dass wir uns regelmäßig  Zeit nehmen, um zu prüfen, ob unser Kurs noch stimmt – und ihn wenn nötig zu korrigieren.

Es ist gar nicht so einfach, auf dem weiten Ozean unseres Lebens mit seinen vielen Strömungen zu navigieren. Den eigenen Kurs bewusst zu bestimmen, statt ziellos hin- und herzuschlingern, ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Und eine sehr schöne!

Was hilft DIR, wesentlich zu sein – oder zu werden? Schreib in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu lesen! 

Big, wild love

Laya

PS: Kennst du schon den kostenlosen 7-Tage-Selbstliebe-Kurs? Darin erfährst du die sieben Geheimnisse der Selbstliebe und lernst tolle Tools kennen, mit denen du deinen Selbstliebe-Muskel trainieren kannst!

DAS MAGISCHE ZEITFENSTER

Kostenloser Online-Workshop

Nutze die 7 Rauhnachts-Geheimnisse

und werde zur Schöpferin deiner Zukunft!

You have Successfully Subscribed!