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Warum ich abnehme: Guter Treibstoff, schlechter Treibstoff 

 April 6, 2023

"Aber wieso denn?", rufen meine Schwiegermutter und meine Schwägerin im Chor. 


"Du BIST doch schlank! Wieso ausgerechnet 60 Kilo?"


Dasselbe Schauspiel neulich bei den Herzenstöchtern in Linz (einer meiner Lieblings-Boutiquen): "Das Wichtigste ist doch, dass du dich wohlfühlst", entrüstet sich die Verkäuferin. "Das Gewicht ist völlig nebensächlich!"


Ja, eh. 


Ich traue mich schon fast nicht mehr, öffentlich zu erwähnen, dass ich gerade am Abnehmen bin und bis zu meinem 50. Geburtstag Anflug auf die 60-Kilo-Schallmauer nehme. 


Und ich bin die letzte, der man verklickern muss, dass es NIEMALS ums Körpergewicht geht, NIEMALS ums Abnehmen, NIEMALS um den Taillenumfang, sondern IMMER IMMER IMMER um Selbstliebe und Befreiung von konditionierter Scham. 


Immerhin war ich in meinen Dreißigern jahrelang hauptsächlich damit beschäftigt, meine Essstörung zu überwinden. Ich weiß ALLES über emotionales Essen, seelischen Hunger und bedingungslose Körperliebe - ich schwör's 😉 


Ich würde hier im Goldstück auch gar nicht groß über mein 60-Kilo-Ziel schreiben, wäre es nicht das allerbeste Beispiel, um den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Treibstoff zu erklären.


Diesen Unterschied zu verstehen, ist sehr wichtig. Also los. 



Schlechter Treibstoff 

Bevor ich mit 29 Jahren schwanger wurde, war ich dünn. Das war das erste, was andere Menschen an mir bemerkten. Ich hatte nicht mal mehr einen Menstruationszyklus - den hatte mein Körper eingespart. Während der Schwangerschaft nahm ich stolze 20 Kilogramm zu, zehn davon blieben  dauerhaft, und ich hasste sie. 


(Wenn du dich jetzt fragst, wie frau ohne Menstruationszyklus schwanger werden kann, dann kann ich nur sagen: Herr Sohn hatte immer schon einen starken Willen. Und weigerte sich, ein NEIN zu akzeptieren ?)


Ich hasste meinen Körper. Ich hasste mich und meine Unfähigkeit, disziplinierter zu sein.  Über den Schmerz dieses Selbsthasses und meinen seelischen Hunger tröstete ich mich mit Essen hinweg. Gepaart mit der Überforderung des Single-Mom-Daseins entwickelte sich aus diesem Teufelskreis eine Essstörung. Binge Eating Syndrom, um genau zu sein. Und dafür verachtete mich noch mehr. 


All meine Versuche, weniger zu essen und die überflüssigen Kilos wieder loszuwerden waren von "schlechtem Treibstoff" befeuert.


Ich dachte, wenn ich schlanker und disziplinierter wäre, würde ich mich selbst wieder achten und lieben können. Ich dachte, auch andere würden mich dann lieben. Ich dachte, wäre ich nur endlich wieder dünn, wäre ich glücklich. Ich wollte mich verändern, weil ich die, die ich war, verabscheute.


Toxischer Treibstoff.


Denn: Selbst wenn ich mal abnahm, mochte ich mich immer noch nicht. Und glücklich war ich darüber bestenfalls zehn Sekunden lang, wenn ich auf die Waage stieg. Ansonsten blieb alles beim Alten. Ich versuchte, die Umstände zu verändern, um andere Gefühle in mir zu erzeugen. 


Damals wusste ich noch nicht, dass der Weg genau andersherum geht.



Guter Treibstoff

Heute liebe ich meinen Körper, egal, wie viel er wiegt. Und mich, egal, ob ich diszipliniert bin und meine Ziele erreiche oder nicht. (Zumindest bin ich schon viel näher dran an dieser bedingungslosen Selbstliebe als früher ?.)


 Wieso will ich dann abnehmen? 


Eben WEIL ich mich liebe.


Und das ist GUTER Treibstoff.


Ich mag mir selbst wieder dieses herrliche Gefühl von federleicht, beweglich und flockig schenken. Ich mag meinem Future Self Gesundheit schenken. Ich tausche - nicht immer, aber oft - kurzfristige Befriedigung gegen langfristige Zufriedenheit. 


Dieser Treibstoff fließt aus einer unerschöpflichen Quelle. Er verunreinigt meinen "Motor" nicht. Er hilft mir, langsam, aber stetig auf meine Ziele zuzusteuern, und den Weg zu genießen, statt immer schon angekommen sein zu wollen. 


guter treibstoff verunreinigt unseren "motor" nicht.


er fliesst aus einer unerschöpflichen quelle - der lust am möglichen, der freude am gestalten, der kreativen kraft. 


Der Unterschied könnte  größer nicht sein!


Dasselbe gilt natürlich auch für andere Ziele - sei es, dass wir eine Ausbildung abschließen, ein bestimmtes Einkommen erzielen  oder einen neuen Partner in unserem Leben willkommen heißen wollen. 


Die Lust am Möglichen, die Freude am Gestalten


Früher waren meine Anstrengungen von einem "Weg von" gesteuert - ich wollte meinem miserablen Ist-Zustand entkommen. Ich war von der Hoffnung getrieben, endlich Anerkennung und Liebe zu erfahren, wenn ich nur endlich schön, gebildet, wohlhabend und erfolgreich genug wäre. Kein Wunder, dass diese Anstrengungen mich erschöpften und nie zum gewünschten Resultat führten.


Heute habe ich solche LUST,  herauszufinden, was ich alles kreieren kann. Was alles drin ist. Es ist ein Spiel mit den Möglichkeiten, mit MEINEN Möglichkeiten. Es ist ein aktives Teilhaben an der Fülle des Lebens, ein Ausloten und Balancieren und Tanzen, manchmal ein Stolpern, manchmal ein anmutiger Tango. 


Ich werde mich so sehr lieben an meinem 50. Geburtstag - egal, wie viel die Waage anzeigt.


Und mein Tank wird voll sein mit gutem Treibstoff. Genug für die nächsten 50 Jahre!


Was gibt DIR Kraft und Treibstoff für Veränderung? Poste in die Kommentare!

  • ……genau dieses „hin zu wo mein Herz ganz weit & leicht wird“, liebe Laya, ist es, was auch mir „Treibstoff“ für Veränderung ist…..aus meiner Fūlle heraus leicht & locker co-kreieren was mir – noch mehr – Freude bereitet….damit dann wieder meine „Tanks“ auffüllen, mein Stimmungsbarometer & meinen inneren Kompass justieren?….dann weiter beschwingt in die von mir gewünschte Richtung, ja!…..und so in meiner Fülle & Kraft BLEIBEN und diese weiter ausbauen….mittlerweile unter anstrengensten Lebensbedingungen erprobt meinerseits!!!!?? Das habe ich in DEINER Academy & durch Deine Journaling-Methode gelernt und wende an & vertiefe dies nun weiterhin…..weil es mir soooooo taugt????….zu erleben, daß/wie/warum ich mir immer Mõglichkeiten gestalten kann….??
    DANKE fūr ALLES , was Du soo großzügig mit uns teilst ???

    Von Herzen begeistert,
    Dagmar

    • Auftanken, justieren, co-kreieren. Welcher Gestaltungsspielraum, yayyyyy!

      Mit einem zärtlichen Gruß an dein begeisterungsfähiges Herz, liebe Dagmar?
      Laya

  • Liebe Laya, ich finde das mega toll, dass Du Dir die 60-Kilo-Marke zum Geburtstag schenkst; was für ein Antrieb, sich selbst noch wohler zu fühlen und damit Selbstliebe pur auszudrücken ?!! Seit ich regelmässig Yoga praktiziere, habe ich ungewollt (!) 7 KG abgenommen, und weiss wovon Du sprichst… Es fühlt sich einfach sagenhaft gut an ?
    Bei mir ist übrigens SEHNSUCHT der Antriebsmotor Nummer eins. Ungeschlagen. Stark. Best Buddy. Sie erscheint aus heiterem Himmel und bewegt mein Herz in alle Richtungen. Mal ist es die Sehnsucht nach Natur, mal nach Ästhetik, mal nach Liebe… Und immer erwachsen daraus die kreativsten und verrücktesten Ideen ? ?? ?? Ich wünsche Dir und Euch allen hier frohe Ostern! Liebe Grüsse, Belinda

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