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Warum Mutter Teresa aus-gedient hat 

 Feber 3, 2022

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Februar-Sonne beim Italiener am Grazer Hauptbahnhof und warte auf meine Freundin B.

In einer Stunde wird sie mich abholen und wir werden gemeinsam zur Poesietherapie-Ausbildung fahren. 

Ich bin aus Ljubljana hierher gekommen. Gestern habe ich mit einem guten Freund, der an der slowenischen Küste wohnt, einen langen Spaziergang rund um den Bled-See gemacht. Wir haben philosophiert und diskutiert und in meinen Gehirnwindungen hat es nur so geblitzt und gefunkt. Es war sooooo inspirierend. 

Im Zug nach Graz habe ich heute ein Fragment für mein Buch-Baby geschrieben - gefärbt, getränkt und gewürzt mit den Erfahrungen des Vortages. Ich habe es meinem Freund geschickt. 

"This is beautifully written, you talented poetic baby", hat er geantwortet. "Go on, keep opening eyes and souls..."

Während ich das lese, steigt ein Wissen in mir auf, das aus meinen tiefsten Eingeweiden zu scheinen kommt: "Dafür bin ich hierher gekommen. So war ich von jeher gemeint." 

Und ich könnte heulen.

Oh Göttin, wie lang war der Weg bis hierher.

Wie schwierig. 

Und wie lohnend. 

In diesem Moment verstehe ich: 

Indem ich mich verwirkliche, diene ich. 

Indem ich diene, verwirkliche ich mich.

Aber das geht nur, weil ich ein weit verbreitetes, aber lebensfeindliches Verständnis von "Dienen" abgeschüttelt habe. 

"Geh nicht nur die glatten Wege, geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub! Willst du es im Leben leicht haben, so bleibe immer bei der Herde."
Friedrich Nietzsche


Ein erschütternder Aha-Moment

Wenige Wochen bevor meine Mutter starb, half ich meinem Vater, seine Post zu sortieren. Dabei fiel mir eine Karte in die Hand, die eine Freundin ihm geschrieben hatte. Auf ihr stand ein Zitat: 

"Wir dienen Gott mehr, wenn wir leiden, als wenn wir arbeiten."

Es war ein Moment des Verstehens. Des schmerzhaften Begreifens. Des Mitgefühls. Und der Wut. Denn ich erkannte, wieviel zusätzliches, unnötiges Leid diese Verherrlichung des Leidens im Leben meines Vaters, der stets streng gläubig und hoch katholisch gewesen war, erzeugt hatte.  

Die Verherrlichung des Leids als eine Form des "Dienens" - oder auch nur als einen Weg zu lernen - ist eine der größte Entmächtigungen und Entmündigungen der Menschheitsgeschichte. Sie tut so, als würde sie uns Hingabe lehren, Einverstanden-Sein mit dem, was ist. In Wirklichkeit aber spricht sie uns die Möglichkeit und Fähigkeit ab, aus eigener Kraft unser Leiden zu beenden. 

DIE VERHERRLICHUNG DES LEIDENS IST EINE DER GRÖSSTEN ENTMÄCHTIGUNGEN UND ENTMÜNDIGUNGEN DER MENSCHHEITSGESCHICHTE.


SIE SPRICHT UNS DIE FÄHIGKEIT AB, AUS EIGENER KRAFT UNSER LEIDEN ZU BEENDEN.


Bitte versteh mich nicht falsch: Ich bin absolut überzeugt davon, dass schmerzvolle Erfahrungen ein wichtiger und notwendiger Teil des Lebens sind, und dass es wesentlich ist, uns nicht gegen sie zu wehren, sondern uns diesen Erfahrungen mit unserem ganzen Sein hinzugeben und anzuvertrauen. Genauso überzeugt bin ich aber davon, dass dies nur der erste Schritt ist. Der zweite liegt darin, zu erkennen, dass wir selbst unser Leiden beenden können. 

Sagte ja auch schon good old Buddha. 

Aber was hat das alles mit Mutter Teresa, Lebensaufgabe und Berufung zu tun? 

Nur Geduld. 

Ich komm gleich dazu 😉 


Mutter Teresa gab es nur ein Mal

Wie hat Mutter Teresa das nur gemacht? So selbstlos zu sein, sich so sehr einer guten Sache zur Verfügung zu stellen? Und wie konnte sie so vielen Menschen damit helfen? 

Ich habe eine Theorie dazu. 

Ich glaube, sie konnte das nur, weil sie Mutter Teresa war. Weil sie sich damit selbst verwirklicht hat. 

Und zwar nicht ihr kleines Ego-Selbst mit seinem Bedürfnis, besonders "heilig", bescheiden oder für andere wichtig zu sein, sondern ihr "höheres Selbst", wenn es denn so etwas gibt. 

Niemand anderer könnte das so, weil es Mutter Teresa nur ein einziges Mal gab. 

Für jeden anderen von uns, der versuchen würde, so wie sie zu sein, wäre ein solches Leben keine Selbst-Verwirklichung sondern ein Ego-Trip. 

Während sie mit dieser Art des Dienens ihre Essenz verwirklicht und ihre Lebensaufgabe erfüllt hat, würden wir damit uns selbst und allen anderen einen schlechten Dienst erweisen - weil WIR eine andere Lebensaufgabe haben. 

Sich zu verwirklichen heißt, dem Leben zu dienen, der Menschheit, der Evolution. Insofern ist Selbst-Verwirklichung das Gegenteil von Egoismus.

Es bedeutet, uns von allen Ideen des Egos, wer wir sein müssten oder sollten, um ein "guter" Mensch zu sein, zu verabschieden; jeden Vergleich aufzugeben, und statt "gut" endlich "echt" sein zu wollen.

Es bedeutet, uns selbst aus dem Weg zu gehen und uns dem zur Verfügung zu stellen, was durch uns in die Welt kommen will.

Das erfordert Mut, Vertrauen und Hingabe. Es führt uns zu Erfüllung, Wahrhaftigkeit und ... stillem Jubel. 

Zu jenem stillen Jubel, der uns durchströmt, wenn wir endlich den richtigen Platz gefunden haben. 

Jenen Platz, an dem wir so wirken und dienen können, wie es von Anbeginn gemeint war. 

Deshalb: Mutter Teresa hat als Vorbild aus-gedient. 

Das, was es im Mutter-Teresa-Style zu tun gab, hat SIE erledigt. 

DU hast etwas anderes zu tun. 

"In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist."
Martin Buber


Das Ende von Kampf und Konkurrenz

In einem Puzzle hat jedes Teil seinen Platz.

Wenn wir verstehen, dass auch wir im multi-dimensionalen Puzzle der menschlichen Evolution einen Platz haben, der exakt unsere Passform hat, dann müssen wir uns nicht mehr an-passen. Stattdessen können wir uns auf die Suche nach diesem Platz machen und darauf vertrauen, dass es ihn gibt.

Das ist das Ende von: Ausharren, Aushalten, Funktionieren, Sich-Verbiegen, Auf-der-Stelle-treten, Verkümmern, Ertragen und Erstarren.

Das ist gleichzeitig auch das Ende von Konkurrenz und Kampf. Du musst nicht mehr um deinen Platz kämpfen, weil den Platz, der für dich bestimmt ist, nur DU ausfüllen kannst. Du brauchst kein Konkurrenzdenken mehr, weil es für deine Einzigartigkeit keine Konkurrenz gibt. Du kannst anderen zujubeln, statt ihnen ihren Erfolg zu neiden - weil du weißt: DIESEN Erfolg konnten nur SIE erzielen, und DEINEN Erfolg kann dir niemand anderer wegnehmen. 

"Wenn sich ein Mensch zuversichtlich in die Richtung seines Traums bewegt und versucht, das Leben zu leben, das er sich vorgestellt hat, wird er unvermutet in gewöhnlichen Zeiten ungewöhnliche Erfolge haben."
Henry David Thoreau


Also lass uns ein bisschen Puzzle spielen!

Mutter Teresas Platz ist schon besetzt. Meiner auch. 

Aber deiner könnte noch leer sein und sehnsüchtig auf dich warten. 

Hörst du seinen Ruf? 

Laya Commenda


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Buchtipps und Ressourcen:

LAya Commenda Schreiben Coaching


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  • Ach liebe Laya, deine Beiträge sind immer so wertvoll, inspirierend und hoffnungsfroh und ich kann nur ja, ja und nochmals ja sagen und – danke!!!

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