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Vier Buchstaben, um deine Ziele zu erreichen 

 Oktober 29, 2021

Es gibt Worte, die kann man nicht übersetzen.

Das finnische Wort "Sisu" ist so eines.

Sisu steht für Hartnäckigkeit, Zähigkeit, Entschlossenheit und Mumm.

Es steht für einen starken Willen, für Widerstandsfähigkeit, für die Bereitschaft, allen Widrigkeiten zu trotzen.

Die Finn*innen sind sehr stolz auf ihr Sisu. Es gehört zu ihrer Identität und zu ihrer Lebensphilosophie. Es ermöglicht ihnen, auch unter schwierigen Bedingungen Ziele zu erreichen und glücklich zu sein. 

Und auch wir brauchen diese vier Buchstaben - dieses Sisu -, um unsere Träume Realität werden zu lassen.

Denn du hast doch Träume, nicht wahr? Große vielleicht sogar. Wilde. Ungezähmte. Unkonventionelle. Solche, die dir unrealistisch scheinen.

Und genau die sind es, um die es geht.

Genau die sind es, die du nur mit einer kräftigen Portion Sisu in deinen mentalen Muckis verwirklichen kannst.

Sisu ist etwas anderes als "Funktionieren" 


Aber Laya, höre ich dich einwenden, wollten wir das nicht längst hinter uns lassen? Dieses Durchhalten, Zähne-Zusammenbeißen, dieses Funktionieren bis hin zur Selbstausbeutung und Selbstverleugnung in einer Gesellschaft, in der Leistungsfähigkeit zum Fetisch geworden ist und in der auf das zyklische Wesen vor allem von uns Frauen keine Rücksicht genommen wird?

Ja, natürlich.

Aber Sisu ist etwas anderes als Funktionieren.

Sisu bedeutet, anzuerkennen, dass das Leben voller Herausforderungen steckt - und uns diesen bewusst zu stellen, im Vertrauen auf unsere eigene Kraft und Widerstandsfähigkeit.

Viele meiner Klient*innen haben eine ziiieeemlich romantische Vorstellung davon, was es bedeutet, den eigenen Weg zu gehen (und natürlich ging es mir selbst zu Beginn dieses Weges genauso😉).

Das kann uns auch niemand übelnehmen, denn wohlklingende Sprüche über diesen Weg gibt es zur Genüge. Sprüche, die so tun, als wäre der authentische Weg eine Kuschelparty. Diesen hier zum Beispiel, der von Goethe stammen soll (das aber vermutlich nicht tut):

„In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.“

Es stimmt, dass uns glückliche „Zufälle“, Fügungen und Synchronizitäten aller Art erwarten, wenn wir Schritte in Richtung eines wahrhaftigen Lebens zu setzen beginnen.

Es stimmt aber auch, dass jede Menge Hindernisse und Stolpersteine auf uns warten, dass uns Gegenwind ins Gesicht bläst, dass wir harte Entscheidungen treffen müssen, dass Menschen, die uns einst wichtig waren, aus unserem Leben gehen, und andere uns einfach nicht mehr verstehen.

„Es will eben doch nicht sein“, höre ich dann. Oder „Wenn es nicht leicht geht, ist es nicht mein Weg.“

Tja, was würden wohl die Finn*innen dazu sagen?

Sie würden ihr Sisu aus dem Köcher holen und sich den Herausforderungen mit einem trotzigen „Jetzt erst recht!“ stellen.

Du wirst NICHT belohnt, indem alles leicht geht.

Du wirst belohnt, indem du durch all die Hindernisse, den Gegenwind, die Stolpersteine, die Enttäuschungen und Desillusionierungen

  • erstens herausfindest, was du WIRKLICH willst
  • zweitens erkennst, wer WIRKLICH die Menschen sind, auf die du zählen kannst,  und
  • drittens so viel innere Stärke und Halt entwickelst, dass du deine Visionen tatsächlich verwirklichen kannst.


Choose your battles


Viele Jahre lang empfand ich mein Leben als einen täglichen Kampf.

Und das wollte ich nicht mehr. Ich wollte nicht mehr gegen irgendetwas kämpfen und auch FÜR nichts mehr.

Ich wollte mitfühlend sein und freundlich und verständnisvoll und in jedem Menschen das Gute sehen; lieber verzichtete ich auf etwas, das mir „zustand“, als dafür kämpfen zu müssen.

In manchen Situationen ist das eine sinnvolle Haltung.

In anderen ist es Vermeidungsstrategie. Und die führt dazu, dass wir nicht in unsere Stärke und Kraft finden.

„Auch der Kampf gehört zum spirituellen Weg“ sagte vor vielen Jahren ein berühmter Yogalehrer zu mir. Das öffnete mir die Augen, denn bis dahin hatte ich „Kampf“ für etwas höchst Unspirituelles gehalten.

Es dauerte ein paar Jahre, bis ich verstand: wir können kämpfen UND mitfühlend sein. Wir können kämpfen UND nicht recht haben wollen. Wir können kämpfen – nicht um unbedingt zu gewinnen, sondern weil es unsere Entwicklungsaufgabe ist, uns dem Kampf zu stellen, statt unseren Spirit langsam in Scheinharmonie ersticken zu lassen.

WENN WIR KÄMPFEN, GEHT ES NICHT UNBEDINGT UMS GEWINNEN - SONDERN DARUM, UNS DEM KAMPF ZU STELLEN, STATT UNSEREN SPIRIT IN SCHEINHARMONIE ERSTICKEN ZU LASSEN. 


Und wie erkennen wir, ob Kämpfen dran ist oder Nachgeben, Sisu oder Ach-was-solls-ist-doch-nicht-so-wichtig?

Erstens, indem wir uns fragen, ob bei diesem Kampf etwas zu holen ist – und wenn ja, ob es etwas ist, das für uns bedeutungsvoll ist. „Choose your battles“ heißt es so schön. Kämpfen sollte EINE Handlungsoption sein, die uns zur Verfügung steht, aber nicht die einzige. (Und WENN wir uns fürs Kämpfen entscheiden, dann mit klugem und kühlem Kopf - und das will gelernt sein....)

Zweitens, indem wir uns fragen, ob wir die Gründe mögen, die fürs Kämpfen (oder fürs Verlassen der Arena) sprechen. Geht es uns nur um unser Ego? Ums Rechthaben? Oder darum, unsere Kräfte auszuloten, stärker zu werden, zu lernen, zu wachsen? 


Sisu ist nicht alles


Ja, wir brauchen Hartnäckigkeit, Widerstandskraft und Resilienz, einen starken Willen und viel Mumm, um diesem Leben zu begegnen.

Wir brauchen aber auch Hingabe und Weichheit. Wir brauchen Demut und Empfänglichkeit. Wir brauchen Geduld und Mitgefühl mit uns selbst.

Es ist ein Tanz. Manchmal führen wir, manchmal lassen wir uns führen. Manchmal bleiben wir stur bei dem, was wir uns in den Kopf gesetzt haben, manchmal schlagen wir einen anderen Weg ein. Manchmal braucht’s finnische Anstrengung, manchmal südländisches Dolce far niente. Manchmal springen wir ins kalte Eiswasser, manchmal lieber in die warme Badewanne.

Wie fast immer geht es darum, unsere Handlungsoptionen zu erweitern. Ganz zu werden. Vieles zur Verfügung zu haben – inklusive der Fähigkeit zu unterscheiden, was von all dem gerade am hilfreichsten ist.

Ein Stückchen Sisu werde ich mir von den Kolleg*innen im hohen Norden abschauen. Vielleicht gehe ich im kommenden Winter eisbaden, denn das soll die Widerstandsfähigkeit stärken. Vielleicht bleibe ich aber auch Warmduscherin. Mal sehen, was das Leben gerade von mir will!

Buchtipps und Ressourcen:

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Dich erwarten das Beste aus Positiver Psychologie und Schreibtherapie! 

 

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