Von der Angst ins Vertrauen

Ja, wir alle sind gefordert, jetzt, in Zeiten des Coronavirus.

Wir alle sind gefordert, die Angst liebevoll anzunehmen UND uns fürs Vertrauen zu entscheiden. Jeder für sich und wir alle gemeinsam.

Das Interessante ist: Die Angst vor der Angst ist oft viel schlimmer als die Angst selbst.

Warum haben wir so viel Angst vor der Angst?

Nicht nur, weil sie ein unangenehmes Gefühl ist. Sondern weil wir denken, wenn wir Angst haben, müsse es auch eine Ursache für die Angst geben. Das heißt, wir denken, wenn wir uns fürchten, dann fürchten wir uns zu Recht.

Aber das stimmt nur teilweise.

Angst ist einerseits eine überaus intelligente und unmittelbare Reaktion des Körpers auf reale, existenzielle Bedrohungen. Dass es diesen biologischen Mechanismus gibt, hat uns Menschen als Spezies das Überleben gesichert. In Sekundenbruchteilen versetzt unser autonomes Nervensystem uns in die Lage, zu flüchten, zu kämpfen oder “einzufrieren” – alles geniale Überlebensstrategien für den Fall, dass wir einem Säbelzahntiger, einem Büffel oder einer Königspython begegnen.

Eine ganz ähnliche Angstreaktion entsteht im Körper aber auch dann, wenn gar keine reale Gefahr besteht, sondern nur eine vorgestellte. Dann nämlich, wenn unser Gehirn eine Situation als gefährlich interpretiert.

In Zeiten des Coronavirus zeigt sich das besonders deutlich: Verschiedene Menschen beurteilen die derzeitige Situation ganz unterschiedlich. Manche empfinden sie als lebensbedrohlich und verfallen in Panik, andere bleiben gelassen oder sehen die Situation sogar als Chance. Wahrscheinlich kann niemand die aktuelle Lage wirklich einschätzen, und so gesehen ist keine dieser Interpretationen richtig oder falsch – sie haben allerdings unterschiedliche Wirkungen auf unsere Gefühle, und dadurch auf unser Verhalten.

Liebevoll mit unseren Ängsten umzugehen und sie in Akzeptanz, Vertrauen und Zuversicht zu verwandeln, ist das Beste, das wir im Moment tun können. 

Denn in einem Zustand des Vertrauens

* aktivieren wir unsere Urteilsfähigkeit und können zwischen realen und vorgestellten Gefahren unterscheiden, statt in Panik zu geraten

* können wir achtsam, bedacht und verantwortungsbewusst handeln, statt in blinden Aktionismus zu verfallen

* erkennen wir, dass alles mit allem verbunden ist, statt uns getrennt und isoliert zu fühlen

Eine Möglichkeit, unsere Ängste zu verwandeln, ist, unsere Interpretation – sprich: unsere Gedanken – zu verändern. Das kann allerdings schwierig sein, wenn unser gesamtes System in Aufregung ist.

Eine andere Möglichkeit ist, direkt über den Körper Einfluss auf unser Nervensystem zu nehmen, und uns so in einen Zustand der inneren Ruhe und des Vertrauens zu versetzen. Das wiederum ermöglicht, unsere Interpretationen zu hinterfragen und neu zu wählen. Deshalb habe ich für dich ein paar ganz einfache und überaus wirkungsvolle Übungen zusammengestellt:

 

3 Wege, um von der Angst ins Vertrauen zu kommen

 

# 1 Mudras

Mit Mudras kannst du auf subtile Weise dein Energie- und Nervensystem beeinflussen. Verbindest du sie mit Affirmationen, sind sie besonders wirkungsvoll!

Vajrapradama-Mudra (Geste der unerschütterlichen Zuversicht):

Vajrapradama MudraDie Finger sind sanft ineinander verschränkt, die Zeigefinger etwas weniger als die anderen. Die Daumen zeigen nach oben. Lege die Hände nun so auf deinen Herzraum, dass die Daumen deinen Brustkorb berühren. Atme tief und ruhig und spür, wie sich der Brustkorb hebt und senkt. Nimm wahr, wie sich die Hände wohltuend und schützend über dein Herz legen. Halte die Mudra fünf bis zehn Minuten lang – im Sitzen oder im Liegen.

Affirmationen: 
Mein Herz ist ruhig und gelassen.
Ich bin geschützt und behütet.

Wirkung: 
Harmonisiert die Gehirnhälften und aktiviert Tor 13, das unter anderem das Immunsystem stärkt, unsere Selbstliebe fördert und uns hilft, unser inneres Bild von uns und der Welt zu verändern.

Durga-Mudra (stärkt das Urvertrauen)

Lass die Daumen beider Hände zwischen Zeige- und Mittelfinger ruhen, ohne Druck auszuüben. Halte die Mudra zum Beispiel vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen, wenn du dir Sorgen machst oder wenn dich Ängste quälen.  >> zur Anleitung

Affirmationen: 
Ich bin sicher und geborgen.
Ich vertraue dem Leben.

Wirkung: 
Der Daumen ist energetisch mit dem Funktionskreis Magen-Milz verbunden, und somit mit dem Element Erde, das für Stabilität, Heimat, Halt und Urvertrauen steht.  Mit der Durga Mudra können wir uns quasi selbst die Daumen halten und uns so zu einem wohligen Gefühl der Geborgenheit verhelfen. Die Durga-Mudra vertreibt Ängste und Panik, bringt Mut und ein Gefühl der Sicherheit.

 

# 2 Bewegung im Atemrhythmus

Rhythmische Bewegungen mit dem Atem zu verbinden und sie zu wiederholen, hat eine wunderbar ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem. Die Bewegungen dürfen ruhig ganz einfach sei – je unkomplizierter, desto besser!

Sanfte Movement Meditation

Komm in einen hüftbreiten Stand.

Lass in der Einatmung die Arme in Zeitlupe über die Seiten nach oben fließen, bis sich die Handflächen über dem Scheitel schließen. Komm gleichzeitig auf die Zehenspitzen.

In der Ausatmung fließen die Arme genauso langsam wieder seitlich nach unten und du senkst deine Fersen zu Boden. Mach die Bewegung so entschleunigt, dass die Fersen erst ganz am Ende der Ausatmung den Boden berühren und die Arme ebenfalls erst am Ende der Ausatmung wieder in die Ausgangsposition zurückkommen.

Wiederhole diesen Zyklus einige Male. Atme dabei ruhig, gleichmäßig und tief. Nimm dir dann Zeit, um nachzuspüren.

Energische Erdungs-Übung

Verwurzle dich gut über deine Fußsohlen und beug die Knie leicht an. Heb einatmend die Arme über die Körpervorderseite nach oben. Atme dann energisch durch den Mund aus und lass dabei die Arme kraftvoll nach unten und hinten schwingen. In der Einatmung bringst du die Arme wieder nach oben. Der Oberkörper bleibt dabei relativ ruhig.

Wiederhole dynamisch, schnell und energisch für mindestens drei Minuten. Lass in jeder Ausatmung bewusst los und “schleudere” alles, was dich belastet, zur Erde. So wird der Kopf frei und du fühlst dich wieder geerdeter und stabiler!

 

# 3 Summen, Tönen, Singen

Unsere eigene Stimme erzeugt wohltuende und heilsame Vibrationen im Körper, die unter anderem unser Immunsystem stärken. Singen ist erwiesenermaßen ein wirksames Mittel gegen die Angst und ein natürliches Antidepressivum!

Bhramari, die Bienen-Atmung

In aufwühlenden Situationen  ist Bhramari, der Atem der summenden Biene, das perfekte Mittel, um das Außen für ein paar Momente auszuschalten und dich mit deinem Inneren zu verbinden. Das Summen hilft dir, dich auf deine eigene Frequenz einzuschwingen – und schon breiten sich Ruhe und Klarheit in dir aus!

>> Eine Video-Anleitung inklusive Movement-Meditation findest du hier

Mantras singen

Mantras beruhigen dein Geist – allein schon durch die vielen Wiederholungen, aber auch durch die spirituelle Bedeutung, die in ihnen schwingt, und die seit Jahrtausenden praktiziert und weitergegeben wurde.

Um dein Vertrauen zu stärken, sind besonders Schutzmantras wie das Tara Mantra “Om tare tuttare ture soha” oder “Aad Guray Nameh” geeignet!

Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Vertrauen, Zuversicht und Verbundenheit!

Big, wild love

Laya

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