Die Wahrheit über Selbstsabotage

Mrz 9, 2019

Showdown im Yogastudio.

Der große Tag rückt näher.

Der Tag des Probeunterrichts.

Die neue Kollegin in meinem Team hat sich mit ihrer Yogalehrer-Ausbildung einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Endlich das tun, was sie sich schon seit Langem erträumt hat. Endlich der Sehnsucht in ihrem Herzen folgen, statt die Erwartungen ihrer Familie zu erfüllen. Endlich den Weg gehen, der sich für sie richtig anfühlt.

Und was geschieht? Anstatt aufzublühen und voll in den Flow zu kommen: nichts als Widerstände. Missgeschicke passieren, das Auto wird kaputt, der Laptop auch, das Handy geht verloren, ein Infekt folgt dem anderen.

Und dann kommt die Angst vor der Feuerprobe: Sie soll vor einer Handvoll erfahrener Yogalehrerinnen eine Lehrprobe abhalten, bevor sie in unseren regulären Klassen unterrichten darf. Das würde wohl so ziemlich jede zukünftige Yogalehrerin ins Schwitzen bringen – und sei sie noch so selbstbewusst und von sich überzeugt.

Meine junge neue Kollegin kommt aber nicht nur ins Schwitzen, sondern bekommt zwei Tage vor dem großen Tag Fieber und Schüttelfrost.

„Kein Problem, wir verschieben den Termin, kurier dich aus“, schreibe ich ihr – aber sie will nicht. Am Tag der Lehrprobe erscheint sie mit glasigen Augen, krächzender Stimme und roter Nase auf der Matte.

Und obwohl ihr anzumerken ist, dass sie alles andere als in Höchstform ist, meistert sie die Unterrichtseinheit mit Bravour.

Als ich sie so anblicke, bei ihrem Debüt in der neuen Rolle, erkenne ich zärtlich:

Sie ist nicht jemand, der nicht gut genug für sich sorgt. Sie ist auch nicht jemand, der etwas übers Knie bricht, das einfach nicht sein will.

Nein.

Sie ist jemand, der an inneren und äußeren Widerständen, Selbstsabotage-Mustern, an seinen Kämpfen mit Drachen, Schatten und Dämonen wächst.

Sie ist eine Heldin.

The women whom I love and admire for their strength and grace did not get that way because shit worked out.

They got that way because shit went wrong, and they handled it.

They handled it in a thousand different ways on a thousand different days, but they handled it.

 ~ Elizabeth Gilbert

 

Du nimmst Fahrt auf … und dann kommt der Gegenwind

Vielleicht hast du das auch schon mal erlebt: Du triffst eine mutige Entscheidung. Du fasst einen kraftvollen Entschluss. Du beschließt, dich von nun an zu zeigen, unbeirrt deinen Weg zu gehen, deine Wahrheit zu sprechen, dich nicht mehr ablenken zu lassen. Vielleicht bist du sogar euphorisch und voller Tatendrang.

Aber dann scheint sich alles gegen dich zu verschwören. Dein Kind wird ausgerechnet an dem Wochenende krank, an dem du zu dem Seminar fahren willst, auf das du dich schon seit Monaten freust. Das Auto hat Totalschaden und die Finanzierung deiner neuen Ausbildung wackelt. Der Wasserrohrbruch in deiner Wohnung passiert genau an dem Tag, an dem du zum Vorstellungsgespräch musst. Du bekommst starke Kopfschmerzen und dein Magen fühlt sich wie eine Waschmaschine an – ausgerechnet dann, wenn du zum ersten Mal allein verreist.

Manchmal sind es weniger die äußeren als die inneren Widerstände. Gestern warst du dir noch hundertprozentig sicher, dass du dich für den richtigen Job entschieden hast – aber heute quälen dich Selbstzweifel, und plötzlich glaubst du, völlig unqualifiziert zu sein. Gestern warst du noch hundertprozentig sicher, dass du ein Buchprojekt starten, einen Garten anlegen oder eine Community gründen willst – aber heute hast du plötzlich tausend andere Ideen und flatterst davon wie ein Kirschblütenblatt im Frühlingswind. Gestern warst du noch hundertprozentig sicher, dass du den Weg in die Selbstständigkeit gehen willst – aber heute ziehen dir Existenzängste den Boden unter den Füßen weg.

Warum zeigen sich genau dann, wenn du endlich Klarheit gewonnen hast, solche Widerstände? Warum weißt du endlich was du willst – und tust dann genau das Gegenteil von dem, was du tun müsstest, um es zu bekommen?

Gibt es Anteile in dir, die dich sabotieren, die es nicht gut mit dir meinen, die sich dir in den Weg stellen, und die dich klein halten wollen? Will ein Teil von dir gar nicht, dass du glücklich, frei, erfolgreich und erfüllt ist?

Auf den ersten Blick mag es so scheinen – doch ein Blick in die Tiefe lohnt sich. Sonst besteht nämlich die Gefahr, dass wir das Vertrauen in uns selbst verlieren.

 

Meine Freundin, die Selbstsabotage

Was, wenn Zweifel, Ängste und Ablenkungsmanöver dazu da wären, die Heldin in dir wachzurufen?

Was, wenn die inneren und äußeren Gegenkräfte eine natürliche Reaktion auf dein Wachstum und deine Ausdehnung wären, die eine wichtige Botschaft für dich haben?

Was, wenn deine Selbstsabotage-Muster ein zentraler Hinweis darauf wären, was sich in dir nach Heilung und Ganzwerdung sehnt – und worin deine Medizin bestehen könnte?

Ohne die Angst gäbe es keine Helden.

~ Franz Friedrich Kovacs

Jede Heldin, die einen inneren Ruf hört, wird auch mit Zweifeln und Widerstand konfrontiert. Jede Heldin, die sich auf den Weg machen will, muss über eine Schwelle treten. Jede Heldin, die über die Schwelle getreten ist, muss Prüfungen bestehen. Jede Heldin, die ihre Prüfungen bestanden hat, muss noch schwierigere Prüfungen bestehen. Jede Heldin muss erkennen, was ihre innere Medizin ist. Jede Heldin muss neuerlich über eine Schwelle treten, um – sicherer, selbstbewusster, klarer und stärker als je zuvor – zur Meisterin zu werden und die Medizin, die sie auf der Reise gefunden hat, mit anderen zu teilen … bis alles wieder von vorn beginnt😊
{frei nach der Heldenreise von Joseph Campbell}

Das, womit wir uns scheinbar selbst sabotieren, hat eine wichtige Funktion – und es ist unglaublich wichtig, herauszufinden, was es uns zu sagen hat. Unsere inneren und äußeren Kämpfe, unsere körperlichen Symptome, unsere Antriebslosigkeit, unsere Ablenkbarkeit, unser Feststecken in alten Mustern bis zum Abwinken – das alles blockiert uns nur so lange, bis wir hinhören und hinschauen, und erkennen, was die Botschaft dahinter ist. Dann verwandelt sich die Selbstsabotage in ein Geschenk, das uns auf dem weiteren Weg noch sehr, sehr nützlich sein wird!

 

Und wie erkennst du die Botschaften der Selbstsabotage?

Indem du Fragen stellst. Zum Beispiel so:

Was ist dir am alten Job so lieb und teuer, dass es dir so schwer fällt, ihn loszulassen, obwohl du längst weißt, dass du lieber etwas anderes tun würdest? Kannst du diese Qualitäten mitnehmen in die Veränderung, zumindest zum Teil? Und wenn nicht – was kannst du tun, um das, was du am alten Job mochtest, zu ehren, und in Dankbarkeit Abschied davon zu nehmen?

Oder: Willst du das, was du willst, so sehr, dass du bereit bist, dich auch deinen Schatten zu stellen, deinen tiefsten Ängsten, deiner Traurigkeit, deinen Scham- und Schuldgefühlen? Bist du bereit, auf dem Weg zum Ziel auch Niederlagen und Enttäuschungen zu erleben? Wer oder was kann dir in solchen Situationen zur Seite stehen?

Oder: Wie ernst ist es dir mit deinen Träumen? Ist dir bewusst, dass ein „Okay, aber nur wenn’s leicht geht“? nicht ausreichen wird, um sie zu verwirklichen? Wieviel bist du bereit, zu investieren, und was bist du bereit, hinter dir zu lassen und aufzugeben?

Oder: Hast du bei deinem Entschluss an alles gedacht? Hast du dein Umfeld miteinbezogen, hast du dafür gesorgt, dass du auch ausreichend Schutz und Sicherheiten hast, wenn du den Weg in die Freiheit gehst? Stimmt der Zeitpunkt, oder lohnt es sich, ihn nochmal zu prüfen? Stimmt das Tempo, oder solltest du nochmal hinspüren, ob du dich auch nicht heillos überforderst mit deinen Plänen und Ideen?

Hinter all den Blockaden, hinter jeder Selbstsabotage, hinter jedem Upper Limit Problem gibt es eine Aufforderung, genauer hinzuschauen – und MEHR von dir ins Boot zu holen. Zu erkennen, welche Teile von dir noch nicht ausgerichtet sind auf das, was du dir wünschst und was du kreieren, erleben oder erreichen möchtest. Wo es noch alte Wunden zu heilen, Narben zu versorgen und alte Verstrickungen und Glaubenssätze aufzulösen gibt,  wo du noch mehr Informationen, Unterstützung oder Sicherheit brauchst.

Und: welche Kräfte in dir schlummern, die wachgeküsst werden müssen, damit du als GANZES auf dem Weg bist. Kräfte, von denen du vielleicht noch gar nicht weißt, dass sie in dir stecken!

 

FLOW & GROW – SHEET: Die 7 Gesichter der Selbstsabotage

Nach der Psychologie der Chakras gibt es sieben zentrale Formen von Selbstsabotage: Ängste, Schuldgefühle, Schamgefühle, Kummer/Bitterkeit, Lebenslügen, Ablenkung und Dualität/Anhaftung.

Dieses Worksheet hilft dir dabei, herauszufinden, was alles möglich wäre, wenn du dich nicht selbst sabotieren würdest – und was die Botschaften hinter deinen Selbstsabotage-Mustern sein könnte!

Big, wild love

Laya

PPS: Kennst du schon den Persönlichkeits-Test "Was blockiert dich?" Er hilft dir, herauszufinden, was dich blockiert, und wie du mithilfe der Psychologie der Chakras deine Blockaden lösen kannst!

Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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