Woher kommt dieser Schmerz – und was kann ihn heilen?

Feb 24, 2018

Es gibt einen neuen Mann in meinem Leben. Einen liebevollen, verlässlichen, bewussten und klugen Mann. Einen, wie ich ihn mir immer gewünscht habe.

Es geschieht zu einer Zeit, in der ich langsam über die Trauer über das Scheitern meiner Ehe hinwegkomme, und über die Tatsache, dass mein Traum von einer „intakten“ Familie in die Brüche gegangen ist.

Und da ist diese aufkeimende Hoffnung. Da ist die Sehnsucht, die ich mir kaum einzugestehen wage – die Sehnsucht nach einer wahrhaftigen Liebesbeziehung, nach einem neuen Wir, gemeinsam mit meinem kleinen Sohn, der ohne Vater aufwächst. Und da ist dieser Mann, mit dem das alles möglich zu sein scheint.

Doch dann kommt die Selbstsabotage. Unkontrollierbar schwanke ich zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Panik davor, wieder verletzt zu werden. Zwischen Hingabe und der Angst vor einer neuerlichen Enttäuschung.

Obwohl ich mich so sehr hingezogen fühle zu diesem Mann, stoße ich ihn immer wieder von mir. Ich verstehe mich selbst nicht. Und irgendwann versteht auch er mich nicht mehr, und trennt sich von mir. Per Mail.

Als seine Nachricht eintrifft, sitze ich in meinem Homeoffice bei der Arbeit. Ich lese seine Worte. Augenblicklich breitet sich eine eisige Kälte in mir aus. Ich spüre nicht die leiseste Regung, keine Trauer, keine Bestürzung, keine Wut, keinen Kummer.

Starre.

Ich archiviere das Mail und beginne wieder zu arbeiten, so als sei nichts geschehen.

Rund zwölf Jahre mag das nun her sein, und es sollte noch viele Monate dauern, bis ich die Trauer und den Schmerz zulassen, bis ich weinen und schluchzen, meine enttäuschte Hoffnung herausschrei(b)en und schließlich loslassen konnte. Es sollte sogar noch viele, viele Jahre dauern (und einige weitere Enttäuschungen brauchen), bis die dahinterliegende Schmerz-Erfahrung so weit geheilt war, dass ich mich ohne Selbstsabotage auf eine neue Beziehung ein- und echte Nähe zulassen konnte.

Die dahinterliegende Schmerz-Erfahrung war die des Verlassenwerdens in frühester Kindheit, vermutlich sogar vor meiner Geburt. Aber erst nach vielen Jahren unterschiedlicher Therapien, Aufstellungs- und Körperarbeit und akribischer Selbsterforschung drang ich zu ihr durch.

 

Unsere alten Verletzungen blockieren uns im Heute

“Alle Probleme auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene gehen auf Wunden der Seele in der Kindheit zurück. Wenn wir uns diese Wunden mitsamt den dazugehörigen Überlebensstrategien (oder Masken), die wir entwickelt haben, um die Wunden vor uns und der Welt zu verbergen, bewusst machen, können wir unsere Seelenwunden heilen und Schuldgefühle, Scham und Angst in Eigenliebe verwandeln.”
~ Lise Bourbeau

Ich konnte nicht Nein sagen, aus Angst, sonst verlassen zu werden. Ich ließ zu, dass andere meine Grenzen verletzten, aus Angst, sonst verlassen zu werden. Ich konnte meine Wildheit, meine Ursprünglichkeit und meine Wut nicht ausdrücken, aus Angst, sonst verlassen zu werden. Ich konnte keine echte Nähe zulassen, aus Angst, wieder von einem Menschen verlassen zu werden, der mir sehr, sehr wichtig war.

Wir können nicht mit dem Leben fließen, wenn alte Wunden und Verletzungen den Energiefluss in uns blockieren. Eine meiner Therapeutinnen verwendete dafür den Begriff „Energie-Zyste“: Etwas ist in uns abgekapselt. Gefühle, die wir unterdrücken mussten, weil sie zu intensiv oder zu schmerzhaft für uns waren, sind in unserem System gespeichert, und hindern uns daran, ganz lebendig zu sein und unser Potenzial voll zu entfalten.

When we deny our stories, they define us. When we own our stories, we get to write a brave new ending.
~ Brené Brown

Das Interessante ist: Wir entwickeln Vermeidungsstrategien und Schutzmechanismen, um uns vor etwas zu schützen, das längst geschehen ist. Wir fürchten uns vor etwas, das in der Vergangenheit liegt. Aber die Angst und die Blockaden –  die erleben wir im JETZT.

Meine ursprüngliche Strategie, um mir die Angst vor dem Verlassenwerden vom Leib zu halten, war, mich an meine Beziehungspartner zu klammern.

Als ich einsehen musste, dass genau dieses Verhalten dazu führte, dass ich wieder verlassen wurde, änderte ich meine Strategie und ließ niemanden mehr so nahe an mich heran, dass sein Verschwinden mich tief verletzen hätte können. Ich sabotierte meine Liebesbeziehungen und verließ meine Partner, ehe sie mich verlassen konnten. Und so re-inszenierte ich die Erfahrung des Verlassenwerdens. Wieder und wieder.

 

Woher kommt der Schmerz?

Ausnahmslos jeder Mensch erlebt in seiner Kindheit Verletzungen, oft auch traumatische Erfahrungen. Ausnahmslos jeder Mensch hat Ablehnung, Zurückweisung, Lieblosigkeit, mangelnde Anerkennung und Würdigung erlebt (auch wenn Eltern und andere Bezugspersonen noch so liebevoll, achtsam und bewusst waren).

Die Verletzungen geschehen in einem Alter, in dem wir schutzlos sind und noch nicht stark und stabil genug, um die Gefühle durch uns hindurchfließen zu lassen. Also bleiben sie in uns, kapseln sich ab. Oder wir koppeln jene Teile von uns ab, die wir für inakzeptabel halten, weil wir uns selbst die Schuld am verletzenden Verhalten anderer geben und glauben, dass an uns etwas falsch ist.

Der Schmerz, den wir uns heute zu fühlen geweigert haben, wird sich morgen bei einem anderen Anlass wieder melden.
~ Safi Nidiaye

Das ist die eine Erklärung. Ich weiß aber definitiv, dass ich seelische Schmerzen in mir trage – oder getragen habe – die nichts mit meiner persönlichen Biografie zu tun haben. Ich persönlich habe weder die Erfahrung von Armut, noch von Missbrauch, noch von Hunger und Krieg gemacht. Dennoch war ich auf meinem Weg der Bewusstwerdung immer wieder mit intensiven Gefühlen konfrontiert, die mit genau solchen Erfahrungen im Zusammenhang standen.

Möglicherweise „erben“ wir die Wunden unserer Mütter und Väter, unserer Ahninnen und Ahnen. Möglicherweise tragen wir auch kollektive Verletzungen, die uns als gesamte Menschheit betreffen, in uns, auch wenn wir auf individueller Ebene keine entsprechenden Erfahrungen gemacht haben.

Eckhart Tolle spricht vom individuellen und vom kollektiven Schmerzkörper. Er sagt, dass jedes Neugeborene bereits einen emotionalen Schmerzkörper mitbringt. Bei manchen Kindern ist dieser Schmerzkörper sehr, bei manchen weniger stark ausgeprägt.

{Tolle spricht übrigens auch davon, dass wir Frauen rund um die Menstruation besonders empfänglich für diesen Schmerzkörper und dadurch in dieser Zyklusphase häufig mit überwältigenden Emotionen konfrontiert sind, die aus unserem kollektiven Schmerzkörper stammen.}

Ich weiß nicht, von wem der Ausdruck stammt, dass jeder Mensch ein Meer ungeweinter Tränen in sich trägt. Ich weiß nur, dass es stimmt.  

 

Der Schmerz über den Schmerz

Das alles zu verstehen half mir, mit meinen schmerzhaften Gefühlen besser umzugehen und emotionale Verletzungen – sowohl individuelle als auch ererbte und kollektive – nach und nach im Licht des Bewusstseins heilen zu lassen.

Aber da blieb immer noch die Frage nach dem Warum. Warum muss jeder Mensch so viel Leid und Schmerz erfahren? Ich dachte an das winzige, unschuldige Wesen, als das ich einst zur Welt gekommen war, und konnte einfach nicht begreifen, warum ich so viel seelischen Schmerz in mir trug. Und es zerriss mir fast das Herz, zu wissen, dass auch mein Sohn unweigerlich schmerzhafte Erfahrungen machen würde müssen.

Vielleicht gibt es auf diese Frage keine letztendliche Antwort. Mir persönlich half die Lehre des spirituellen Enneagramms, wonach es neun verschiedene Arten von „Urschmerz“ gibt, die letztendlich jedoch alle mit der Illusion von Trennung zu tun haben, jede in einer anderen Facette (mehr darüber erfährst du zum Beispiel im Diamond Approach bzw. der Rhidwan Schule nach A.H. Almaas, und auch in manchen seiner Bücher, z.B. Facetten der Einheit: Das Enneagramm der Heiligen Ideen).

Noch mehr aber half es mir, langsam zu erahnen, dass schmerzhafte Erfahrungen zum Weg der Seele gehören, dass unsere Seele uns mit bestimmten Entwicklungsaufgaben in diese Welt geschickt hat, damit wir bewusster, heiler und vollständiger werden – und so auch zur Bewusstwerdung und Heilung des Kollektivs beitragen. Nach und nach fielen alle meine individuellen Erfahrungen an ihren Platz, und mehr und mehr konnte ich ein größeres Bild erkennen.

No mud, no lotus, heißt es im Buddhismus: Ohne Schlamm kein Lotus. Schmerz ist fruchtbarer Schlamm, in dem die Lotusblüte der Liebe und der Freude wurzelt. Daran zu denken war für mich hilfreich, wenn ich mal wieder tief, tief im Schlamm meines emotionalen Schmerzes steckte.

 

Was den Schmerz hervorruft

Ich sitze im Auto, komme gerade vom Krankenhaus. Ich war mit meiner Mutter dort. Meine Mutter hat Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Während der Untersuchungen und der Gespräche mit mehreren Ärzten war ich gefasst, vor allem aber habe ich in meiner Rolle als emotionale Stütze für meine Mutter perfekt funktioniert. Jetzt, allein im Auto, steigt ein so tiefes Schluchzen in mir auf, dass es mir fast den Brustkorb zu zerreißen droht. Ich kann nicht mehr weiterfahren, bekomme keine Luft. Irgendwie schaffe ich es schließlich bis Nachhause, lege mich mit einer Wärmflasche aufs Sofa und kringle mich ein wie ein Embryo. Mein ganzer Körper wird von Weinkrämpfen geschüttelt. Jetzt verlässt sie mich wieder, schreit es in mir, sie verlässt mich wieder, und diesmal kommt sie nie mehr zurück.

Egal, wie sehr wir uns abzulenken und zu schützen versuchen – die Gefühle, die in unserem Schmerzkörper gespeichert sind, kommen wieder. Vielleicht stürzen wir uns in die Arbeit, vielleicht betäuben wir uns mit Essen, youtube-Videos, Netflix-Serien oder exzessivem Sport, vielleicht versuchen wir unseren Schmerz wegzumeditieren oder ihn irgendwelchen Lichtwesen zu übergeben.

Das alles funktioniert – wenn überhaupt – nur vorübergehend.

Vielleicht hast du schon öfter erlebt, dass aus einem nichtigen Anlass heraus – oder ganz ohne Anlass – eine Welle schmerzhafter Gefühle in dir hochschwappt. Du fühlst dich unendlich einsam. Oder verraten. Zutiefst verletzt. Unwert. Zurückgewiesen. Nicht gesehen und nicht willkommen auf dieser Welt. Egal welche Ausprägung – die Gefühle sind viel überwältigender, als es dem aktuellen Anlass entspricht. Wenn das der Fall ist, kannst du so gut wie sicher sein, dass es sich um „alte“ Schmerzen handelt, die in der hochkommen.

Jeder von uns hat andere Triggerpunkte. Du magst in Situationen emotional völlig ausflippen, in denen andere nicht mal mit der Wimper zucken, und umgekehrt. Zu verstehen, dass die aktuelle Situation nur eine Erinnerung wachruft und nicht der wahre Grund für die starken Gefühle sind, die in uns hochgespült werden, kann uns helfen, uns selbst und anderen verständnisvoller zu begegnen.

 

Aber ich habe doch schon so viel meditiert, Therapien/Aufstellungs/Heilungsarbeit gemacht …

Manchmal fragen wir tapferen Seelen, die sich auf den Weg der Bewusstwerdung gemacht haben, uns, warum es uns eigentlich so geht, wie es uns geht. Warum wir eine dunkle Nacht der Seele nach der anderen erleben (zum Glück unterbrochen von Erfahrungen tiefen Friedens und grundloser Glückseligkeit 😊 ), während andere, die das Wort Meditation nicht mal buchstabieren können und noch nie einen Therapieraum von innen gesehen haben, von derlei Achterbahnfahrten verschont bleiben.

Manchmal zweifeln wir an unserem Weg. Wozu das Ganze? Haben wir nicht angefangen, Yoga zu machen, zur Therapie zu gehen, unsere Familiengeschichte aufzuarbeiten oder uns immer wieder aufs Kissen zu setzen, damit es uns besser geht als zuvor, und nicht, damit wir knietief im Schlamm unserer alten Verletzungen waten – oder manchmal sogar bis zum Hals darin stecken?

Vielleicht ist es so, dass all die „Arbeit“, die wir gemacht haben, uns so stabil, weit und durchlässig werden hat lassen, dass wir nun bereit sind, die Gefühle durch uns hindurch fließen zu lassen. Vielleicht sind wir so bewusst geworden, haben schon so viele verkrustete Schichten abgetragen und können so viel Schmerz „aushalten“, dass die abgekapselten Energie-Zysten sich auflösen und unsere Blockaden hinweggeschwemmt werden können.

Wenn der Orkan der Wandlung wütet, kannst du nicht viel tun. Dann geht es nur noch um das Zulassen all der Gefühle, die dabei nach oben gespült werden. Etwas in deiner Seele hat diese Zeit gewählt, alles hervor und heim zu holen, was du sorgsam versteckt und verdrängt hast. Du kommst nicht aus, gleichgültig wie viel Intelligenz, Therapiestunden und Widerstand du dagegen setzt – es muss und darf geschehen.
~ Eva Denk

Vielleicht ist es aber auch so, wie Richard Bach in Illusionen sinngemäß schreibt: Manche Menschen kommen auf die Welt, um das Leben zu genießen. Und manche, um zu lernen und sich zu entwickeln.

Nichts davon ist besser oder schlechter. Wer sollte darüber urteilen?

 

Heilung geschieht

Es ist Nacht in Florenz, und es ist unerträglich heiß und stickig in dem Hochbett knapp unter der Zimmerdecke – aber ich kann die Fenster nicht öffnen. Obwohl es weit nach Mitternacht ist, ist es auf der Straße vor dem Fenster unsäglich laut.   

Ich bin allein auf Reisen, es ist meine letzte Nacht vor der Heimfahrt. Schon die Tage zuvor hat ein immer stärker werdender, ziehender Schmerz angekündigt, dass etwas in mein Bewusstsein kommen will. Nun liege ich allein hier im Bett und bin plötzlich ein winziges Kind. Bin völlig hilflos, angewiesen auf die Fürsorge anderer Menschen – doch man hat mich verlassen. Ich spüre die Angst, zu verhungern und zu verdursten, auf körperlicher Ebene. Zu der Angst gesellt sich die Scham darüber, dass ich es nicht wert bin, dass jemand sich um mich kümmert, dass ich nicht willkommen zu sein scheine auf dieser Welt. 

Ich habe starke Migräne. Die rechte Seite meines Nackens ist verkrampft und steinhart. Durch meinen Körper geht ein Beben. Das Gefühl existenzieller Einsamkeit scheint mein Herz zu sprengen. Ich versuche zu atmen und lasse den Schmerz so gut es geht durch mich hindurchfließen. Irgendwann ist es vorbei, und mir wird bewusst: Ich bin kein hilfloses Baby mehr. Ich kann selbst für mich sorgen, und ich kann dem verletzten, alleingelassenen, beschämten und verängstigten Kind in mir versprechen, dass ich es nie verlassen werde. In dieser Nacht in Florenz umarme ich mich selbst, streichle mir sanft über die Wange, und weiß, dass Heilung möglich ist.

{Ein wunderbares Buch über den Zusammenhang zwischen frühkindlichen Verletzungen und körperlichen Symptomen, und über die heilsame Wirkung von Achtsamkeit und körperbasierter Meditation ist “Die Intelligenz des Körpers: Heilung und Selbstverwirklichung durch körperbasierte Achtsamkeit” von Reginald Ray}

 

“Die eigentliche Heilung geschieht, sobald das Herz sich öffnet und das zuvor verdrängte, abgelehnte oder verstoßene Gefühl aufnimmt.”
~ Safi Nidiaye

 

In den darauffolgenden Jahren erlebte ich noch einige Wellen schmerzhafter Verlassenheits-Gefühle – aber sie waren nicht mehr so heftig, und schließlich verebbten sie fast ganz. Nach und nach kamen meine Anteile zurück: Das wilde Mädchen, das übermütige Kind, das unverschämte, rotzige Gör. Da ich keine Angst mehr vor dem Verlassenwerden haben musste, konnte ich aufhören, immer nur nett zu sein, und lernte, klare Grenzen zu setzen. Vor allem aber konnte ich Nähe und echte Intimität zulassen. Manchmal bekam ich es zwar immer noch mit der Angst zu tun – aber ich musste nicht mehr davonlaufen und meine Beziehungen sabotieren.

„Die tiefste Ebene der Freiheit geht über die Ebene „erlöste Kindheit“ hinaus. Und doch ist es unendlich hilfreich, auf uns als ganzen Menschen zu schauen, denn wo immer wir stehen – das Unerlöste holt uns ein, es lässt sich nicht einfach auf eine andere Ebene verschieben, sondern braucht Auflösung dort, wo es wirkt.“
~ Anna Platsch

 

Deine wunden Punkte sind deine Wunderpunkte

Es gibt kein Problem, das nicht auch ein Geschenk für dich in den Händen trüge. 
Du suchst Probleme, weil du ihre Geschenke brauchst.
~ Richard Bach

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass durch die Heilung unserer alten Wunden das Licht in uns eintritt. Dass wir dadurch ganz werden, und dass wir durch die mutige Auseinandersetzung mit unseren Schmerzen und Schatten zur Essenz finden.

Auf psychologischer Ebene wachsen uns dadurch neue Fähigkeiten zu, oder wir bekommen Zugang zu unseren besonderen Gaben. Zum Beispiel habe ich durch meinen Heilungsprozess gelernt, gut für mich zu sorgen und mich niemals mehr zu verlassen. Ich habe ein ungeheures Feingefühl für die schmerzlichen Gefühle anderer entwickelt, und ein tiefes Verständnis dafür, warum Menschen sich in manchen Situationen „schwierig“ verhalten. Und ich habe gelernt, meine Scham zu überwinden und mich aufrichtig und ohne Masken zu zeigen (zum Beispiel jetzt gerade – hier, in diesem Artikel 😉 )

The wound is the place where the light enters you.
~ Rumi

Auf spiritueller Ebene führen unsere Wunden uns zur Essenz, und der zugrunde liegende Schmerz der Trennung wird transformiert. Zum Beispiel wurde mir bald klar, dass kein Mensch der Welt, sei er auch noch so zuverlässig und treu, mir die Angst vor dem Verlassenwerden nehmen konnte. Da begann ich mich für das Gefühl zu öffnen, dass ich in einem größeren Ganzen geborgen, dass ich gut aufgehoben und eingebunden bin, und dass zu jeder Zeit für mich gesorgt ist, wenn ich nur bereit bin, zu empfangen.

Divider Gold

Kein einfaches Thema, der Schmerz. Manchmal wollen wir ihn nicht fühlen, betäuben uns, lenken uns ab. Manchmal sind wir in ihn verliebt, verherrlichen ihn oder wollen ihn einfach nicht loslassen.

Wirklich frei, so glaube ich, können wir erst werden, wenn wir lernen, unsere Schmerzen und Schatten mutig zu betrachten, sie liebevoll anzunehmen, so dass sie sich – wenn die Seele bereit ist – im Licht des Bewusstseins auflösen können.

Big, wild love

Laya

Mehr zum Thema: 

>> Über den Umgang mit Gefühlen 

>> Stabilität in brüchigen Zeiten

 

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Wohltuend wie die Morgensonne.
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