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Leidest du an Impostor-Syndrom? 

 März 30, 2021

Ich fühle etwas Großes in mir, aber gleichzeitig fühle mich klein. 

Beschränkt, eingeengt und gefangen.

ETWAS hält mich zurück.

Und ich schwanke zwischen der Angst, größenwahnsinnig zu sein und dem Gefühl, meine Möglichkeiten zu maximal zehn Prozent auszuschöpfen -  obwohl andere der Meinung sind, ich würde bereits ein unglaublich reiches, unkonventionelles, erfolgreiches Leben führen. 

Also melde ich mich für eine System-Aufstellung an und bitte die Aufstellungs-Leiterin, mein Impostor-Syndrom in den Fokus zu nehmen.

Irgendwann während dieser Aufstellung taucht dann eine Erinnerung auf. Eine Erinnerung an etwas derart Marginales, dass ich fast nicht glauben kann, dass meine Blockade tatsächlich DAHER rühren soll. 

Es war eine Drei auf eine Deutsch-Schularbeit als ich elf Jahre alt war. 

Davor hatte ich nur die besten Noten in Deutsch bekommen, ohne jegliche Anstrengung, ohne Lernen oder Üben. Das Gefühl für Worte war da, und auch das Gefühl für Rechtschreibung und Grammatik. Der Rhythmus war da, die Ideen waren da. Und ich bekam jede Menge Anerkennung. 

Dann der Lehrerwechsel und die schlechte Note - und plötzlich der Zweifel an allem, was ich zuvor über mich selbst gedacht hatte. 

Hatte ich mir meine Begabung nur eingebildet? 

Hatte ich einfach nur Glück gehabt mit meinen früheren Lehrer*innen? 

War da gar nichts Besonderes, hatte ich mich getäuscht?

Eine Elfjährige denkt nicht so -  natürlich nicht. Und noch weniger war diese Elfjährige in der Lage, sich Gedanken über ihre eigenen Gedanken zu machen und zu hinterfragen, wie sie diese Schulnote interpretierte. 

Aber ich erinnere mich gut daran, wie zerstört sie sich gefühlt hat. Wie viele Tränen sie vergossen hat. Und wie wenig die tröstenden Worte und die Umarmung ihrer Mutter daran ändern konnten. 

Ich habe im Laufe meiner Schullaufbahn viele noch viel schlechtere Noten bekommen, aber keine davon scheint mich so sehr geprägt zu haben wie diese Drei in der zweiten Klasse Gymnasium. Und warum? 

Weil sie eine so krasse Inkongruenz zwischen Selbstbild und Fremdbild erzeugt hat. 

Zuerst stimmten mein Gefühl und das Feedback von außen überein: Ich bin gut im Schreiben. 

Plötzlich aber ließ mich das Fremdbild vermuten, dass ich mich getäuscht hatte, und alles stellte sich auf den Kopf. 

Von nun an glaubte ein Teil von mir, ich sei in Wirklichkeit gar nicht talentiert. Und egal wie viel Bestätigung ich nun wieder bekam - in Form von veröffentlichten Kurzgeschichten, gewonnenen Wettbewerben und positiven Rückmeldungen - dieser Zweifel blieb. Und er dehnte sich auf andere Fähigkeiten aus. 

Das unterschwellige Gefühl, eine Betrügerin zu sein, tauchte immer wieder auf. Das Gefühl eines dunklen Geheimnisses. Die Angst, irgendjemand würde schließlich dahinterkommen, dass das, was ich in meiner Arbeit tue, gar keine Substanz hat - und ich würde auffliegen. 

Genau diese Angst ist typisch für das Impostor-Symdrom.

Und es ist verbreiteter, als wir denken. 

Vielleicht blockiert es auch DICH? 


Impostor-Syndrom - was ist das? 

  • Fällt es dir schwer, positives Feedback anzunehmen und zu glauben, dass andere es wirklich ehrlich meinen, wenn sie dir ein Kompliment machen oder anerkennende Worte über deine Arbeit aussprechen?
  • Löst manchmal schon der kleinste Funke an Kritik heftige Zweifel an deinen Fähigkeiten und an dir als Person aus? 
  • Neigst du dazu, die Schuld bei dir selbst zu suchen, wenn etwas schief geht, während du Erfolge eher dem Zufall, den günstigen Umständen oder anderen zuschreibst? 
  • Hast du manchmal das Gefühl, ein dunkles Geheimnis darüber in dir zu tragen, dass du in Wirklichkeit gar nicht so viel kannst, wie es nach außen den Anschein hat, und dass du jederzeit "aufgedeckt" werden könntest?

Wenn du bei einem oder mehrere dieser Punkte heftig genickt (oder tief geseufzt) hast, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du vom Impostor-Syndrom betroffen bist.

"Impostor" - das bedeutet so etwas wie Schwindler, Betrüger.  

Der Begriff "Impostor Phänomen" tauchte erstmals in den späten 1970ern auf, als Psychologinnen Frauen untersuchten, die zwar hochgradig leistungsfähig waren, sich selbst aber absolut nicht so fühlten. Heute wissen wir, dass nicht nur Frauen, und auch nicht nur besonders leistungsorientierte Menschen vom Impostor-Syndrom betroffen sind.

Im Grunde geht es darum, sich wie eine Schwindlerin zu fühlen, die anderen etwas vorgaukelt - obwohl man gar keine Schwindlerin ist, und es sich nicht um faulen Zauber handelt, sondern um ECHTE Leistung, ECHTES Talent, ECHTES Engagement.

  

Erschöpfung, Burnout, Depression und andere Folgen

Manche Menschen, die unter dem Impostor-Syndrom leiden, erzielen beträchtlichen Erfolg - aber dieser Erfolg hat einen hohen Preis. Er ist auch nicht nachhaltig, denn er speist sich nicht aus intrinsischer Motivation oder Begeisterung für eine Sache, sondern aus dem Gefühl, dass es nie genug ist, dass frau immer noch mehr leisten muss, um zumindest einigermaßen zu genügen. 

Auf lange Sicht führt diese Tendenz aber natürlich zu einer Abwärtsspirale. Zum Prokrastinieren - aus Angst davor, dass die Ergebnisse unserer Arbeit nicht gut genug sein könnten. Oder dazu, sich für einen Job nicht zu bewerben oder ein Projekt nicht zu übernehmen, weil wir denken, wir seien nicht gut genug dafür. 

Im schlimmsten Fall führt das Impostor-Syndrom langfristig zu chronischer Unzufriedenheit und Erschöpfung bis hin zu Depression und Burnout.


Fünf Typen von Impostor-Persönlichkeit

Wie so oft kommt ein und dasselbe Phänomen in verschiedenen Verkleidungen daher - sonst wär's ja ein bisschen zu einfach 😉

Hier sind ein paar der häufigsten Ausprägungen.


# 1 Die Perfektionistin

Auch den kleinsten Fehler, den sie macht, empfindet sie als bedrohlich; die geringste "Schwäche", die sie zeigt, bringt ihr Selbstwertgefühl ins Wanken. Sie versucht um jeden Preis, sich vor einem möglichen Scheitern zu schützen. Statt es bei 98 Prozent gut sein zu lassen, müssen es für sie 108 Prozent sein - mindestens. 


# 2 Superwoman

Mittelmaß empfindet sie als abstoßend, und die Idee, sie müsse viel harter arbeiten und viel mehr erreichen als andere, ist tief in ihren Knochen gespeichert. Auch mal nichts zu tun und keine ambitionierten Ziele zu haben, macht ihr Angst. 


# 3 Die Expertin

Sie bereitet sich akribisch fürs Meeting, fürs Interview oder für die Präsentation vor. Sich auf ihr Improvisationstalent zu verlassen käme ihr nie in den Sinn. Auch nach dem tausendsten Fachbuch und dem zehnten Zertifikat hat sie das Gefühl, noch nicht genug über ein Thema zu wissen. 


# 4 Das Genie 

Vieles ist ihr schon seit ihrer Kindheit leicht gefallen, zahlreiche Begabungen wurden ihr in den Schoß gelegt. Wo andere üben und sich bemühen mussten, gelang ihr alles mit einem Fingerschnippen. Wenn sie sich dann allerdings auch mal anstrengen, Knochenarbeit leisten oder etwas von der Pike auf lernen muss, hat sie das Gefühl, etwas würde furchtbar falsch laufen - und sie stellt sich selbst und ihre Fähigkeiten grundsätzlich in Frage. Etwas erst lernen zu müssen, statt es bereits zu können, bringt ihr Selbstwertgefühl ordentlich ins Wanken.

 

# 5 Die Solistin 

Um Hilfe bitten, Unterstützung zu brauchen oder von anderen lernen zu müssen ist für die Solistin ein Zeichen von Schwäche. So schlägt sie sich allein durch und verbringt Nächte damit, etwas auf eigene Faust herauszufinden, was durch eine einfache Frage an jemand anderen innerhalb weniger Minuten geklärt werden hätte können. 


Und woher kommt es, das Impostor-Syndrom?  

Hier kommt die Standard-Antwort ... und sie ist wahr: Hauptsächlich von Prägungen aus der Kindheit. 

Es könnte sein, dass du als Kind wenig Anerkennung, Wertschätzung und Aufmerksamkeit bekommen hast - außer, wenn du besonders viel geleistet hast. 

Es könnte aber auch sein, dass deine Eltern oder andere nahe Bezugspersonen dir das Gefühl gegeben haben, du seist anderen überlegen, hättest in jeder Hinsicht herausragende Fähigkeiten, und alles sollte dir leicht fallen. Wenn du dich dann doch mal anstrengen musstest oder nicht Klassenbeste warst, traten Zweifel auf den Plan - siehe "Das Genie". 

Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen Impostor-Syndrom und frühkindlichen Bindungstypen gibt. Menschen, die keine sichere Bindung zu ihren wichtigsten Bezugspersonen aufbauen konnten, scheinen eher zu Impostor-Syndrom zu neigen als andere. 

Die Kindheit ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. 

Gesellschaftliche Normen und Stereotype können ebenso eine Rolle spielen wie das soziale Umfeld.

Auch in Lebensübergängen scheint das Impostor-Syndrom häufig aufzutreten. Wir waren zum Beispiel superkompetent im Job, und plötzlich sind wir Mutter, und alle Projektmanagement-Skills helfen wenig, wenn das Baby unaufhörlich schreit. Oder wir haben uns jahrzehntelang mit Liebe und Ausdauer um Kinder und / oder hilfsbedürftige Eltern gekümmert, und plötzlich haben wir Zeit, um uns um uns selbst zu kümmern und unsere Kreativität zu entfalten - und haben keine Ahnung, wie das geht.


Schön und gut. Und was mach ich jetzt mit meinem Impostor-Syndrom? 

Das Impostor-Syndrom kann eine ganz schön trickreiche Angelegenheit sein. Und auch komplex - meines zum Beispiel hatte noch viele andere Ursachen als meine erste Drei in Deutsch. Wenn du also das Gefühl hast, tiefer gehen, das Thema an seiner Wurzel bearbeiten und deine innere Handbremse wirklich lösen zu wollen, dann möchtest du vielleicht Coaching oder Therapie in Erwägung ziehen. 

Aber für den Anfang sind auch die folgenden zehn Tipps sehr hilfreich: 


# 1 Sprich darüber

Es ist so ähnlich wie mit der Scham: Darüber zu sprechen und dem "Ding" einen Namen zu geben, kann schon viel bewirken. Wenn du also das Gefühl hast, in Wirklichkeit eine Versagerin zu sein, und dich davor fürchtest, jemand könnte dir auf die Schliche kommen, dann sprich darüber. Mit einer Freundin, deiner Schwester, deinem Partner, einer vertrauenswürdigen Kollegin. Dinge auszusprechen nimmt ihnen oft schon einen guten Teil des Schreckens. 


# 2 Achtsamkeit und innerer Dialog

Beobachte deinen inneren Dialog. Versuch, aus kritischen Selbstgesprächen auszusteigen und deinen inneren Dialog positiver und liebevoller zu gestalten. Erzählt dir von all den Dingen, die du bereits geschafft, geleistet und bewältigt hast. Und wann immer dir etwas nicht gelingt, praktiziere achtsames Selbstmitgefühl.


# 3 Growth Mindset

Mach dir bewusst, dass du dich verändern und wachsen darfst und kannst. Einerseits kannst du das unbehagliche Gefühl, nicht zu genügen, nach und nach aus deinem System lösen. Und andererseits kannst du dort, wo es dir wirklich noch an Wissen, Übung oder Fertigkeiten fehlt, dazulernen. 


# 4 Body, body, body!

Es ist ganz schön schwierig, Tendenzen, Erinnerungen und Prägungen "wegzudenken", die tief in unseren Körperzellen gespeichert sind. Zum Glück haben wir aber nicht nur unser kluges Köpfchen, sondern auch unseren weisen Körper. Nutze diese Power-Poses, um das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein, durch das Gefühl von Stärke, Selbstbewusstsein und authentischer Präsenz zu ersetzen. 


# 5  Lenke deine Aufmerksamkeit

Statt darüber nachzugrübeln, was alles schiefgehen und wer dich aller kritisieren könnte, kannst du deine Vorstellungskraft bewusst auf das lenken, was alles GUT gehen könnte! Eine der größten und köstlichsten menschlichen Freiheiten besteht darin, dass wir unsere Aufmerksamkeit selbst lenken können (und ja, es erfordert viel Entschlossenheit und Übung, das zu tun).

Und: Eines der wichtigsten Grundprinzipien menschlichen Verhaltens besteht darin, dass wir uns dorthin bewegen, wohin wir blicken. Das ist beim Surfen so und beim Reiten und beim Skifahren. Ich persönlich kann zwar nicht surfen, bin eine grottenschlechte Skifahrerin und seit Ewigkeiten auf kein Pferd mehr gestiegen,  aber ich nutze dieses Prinzip, um meine privaten und beruflichen Ziele zu erreichen - und das klappt mittlerweile ganz gut 😉

Eine der größten und köstlichsten menschlichen Freiheiten besteht darin, dass wir unsere Aufmerksamkeit selbst lenken können .


Und eines der wichtigsten Grundprinzipien menschlichen Verhaltens besteht darin, dass wir uns dorthin bewegen, wohin wir blicken.


# 6 Immer an der Angst entlang

Die Angst vor dem Scheitern, die Angst, zurückgewiesen oder kritisiert zu werden, die Angst, nicht gut genug zu sein ... sie hält uns so klein. Aber wir müssen sie nicht "loswerden", um uns nicht länger von ihr bremsen zu lassen. Die Angst zeigt uns, dass es um etwas Wichtiges geht. Sie verrät uns, dass es Wachstumspotenzial gibt. Wir können mit der Angst sein, ohne uns von ihr lähmen zu lassen.

 

# 7 Scheitern erlaubt! 

"Scheitern ist ein Teil des Plans" - dieser Satz hat mir schon in vielen Lebenslagen geholfen. Inzwischen weiß ich sogar, dass Scheitern kein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg ist, sondern ein Sprungbrett. Aber wer von Impostor-Syndrom betroffen ist, für den ist Scheitern eine große Bedrohung - denn es könnte dazu führen, "aufzufliegen".

Wir können das Scheitern willkommen heißen. Mehr noch, wir können lustvoll scheitern. Hohe Schule, ich weiß - aber wir sind ja ambitioniert, du und ich ... nicht wahr? 


# 8 Umarme deine Menschlichkeit 

Eine der größten Enttäuschungen meines Lebens war die Erkenntnis, dass ich niemals perfekt sein würde, egal, wie sehr ich mich abstrample. 

Aber diese Ent-Täuschung war auch eine große Erleichterung. Sich die Erlaubnis zu geben, ein Mensch mit Schwächen und Fehlern zu sein, ist für Menschen mit Impostor-Syndrom natürlich alles andere als eine leichte Übung - aber es kann gelingen. Vielleicht hilft die Aussicht auf ein Leben ohne Gestrampel dabei?

 

# 9 Gelegentliche Impostor-Gedanken sind sogar vorteilhaft

Hin und wieder an sich selbst zu zweifeln oder typische Impostor-Gedanken zu wälzen ist weder schädlich noch ein Grund zur Sorge. Im Gegenteil!

Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Ärzt*innen, die gelegentlich an sich selbst zweifeln, ihre Patient*innen genauer befragen und bessere Diagnosen stellen. Investment-Broker, die Impostor-Gedanken haben, treffen gewinnbringendere Entscheidungen, weil sie mehr Informationen einholen. 

Wichtig ist einfach nur, dass solche Gedanken nicht überhandnehmen, und dass du dich nicht von ihnen daran hindern lässt, Großartige Dinge zu tun. 


# 10 Du bist mehr als dein Impostor-Syndrom 

Das Impostor-Syndrom ist keine klinische Diagnose, aber das Wort "Syndrom" klingt so, als würde es sich um ein ein psychisches Störungsbild handeln. Die Psychologin Sonja Rohrmann empfiehlt daher, stattdessen von  "Impostor-Selbstkonzept" zu sprechen.


Aber egal, welchen Namen wir wählen, und egal, wie ausgeprägt diese Tendenz bei dir sein mag: Du bist auf jeden Fall viel mehr, viel größer und weiter als sie! 

Denn erstens gibt es mit Sicherheit Lebensbereiche, in denen du frei davon bist. 

Und zweitens - was noch viel wichtiger ist - bist du Bewusstsein, das diese Tendenz beobachten kann. 

Es ist gut, einen Namen für das zu haben, was wir fühlen oder denken.

Aber es gibt keinen Grund dafür, sich damit zu identifizieren. 

Kommt dir das Impostor-Phänomen bekannt vor? Was sind deine Strategien, um damit umzugehen, ohne dich davon an deiner Entfaltung hindern zu lassen? 

Poste in die Kommentare - ich freue mich darauf, von dir zu lesen! 

Buchtipps und Ressourcen:

  • Silvester 2010. Ich sitze im Gottesdienst und weine. Ich weine, als ging es um mein Leben. Und in der Tat: es ging um MEIN Leben.
    Der einzige Gedanke, der in mir ist “ Egal, wie viel ich mache, nie ist es genug“
    Sechs Tage später scheitere ich an einer Glühbirne, die ich kaufen möchte. Ich finde sie nicht und breche im Geschäft vollkommen zusammen.
    Zwei Stunden später finde ich mich auf der geschlossenen Psychiatrie wieder.
    Das Ende?? Nein, der Neubeginn zu MEINEM Leben.
    Während ich das heutige Goldstück lese, empfinde ich tiefe Dankbarkeit. Das o.g. Syndrom befällt mich immer noch – aber heute erkenne ich es und habe gelernt, damit umzugehen. Dazu gehören viel me – time, manchmal schmerzhafte Ehrlichkeit und das Wissen, dass das Leben niemals Sackgasse ist. Es geht weiter und das Leben meint es gut mit mir. Und übrigens: ich muss nicht die Welt retten 😉 und ja, meine Arbeit, das ganze Drumherum läuft auch ohne mich – welch Befreiung 🌅

    • Oh Nina. Ich danke dir – diese Momente, eine solche Gnade. Wenn alles andere zusammenbricht, kommt die Essenz zum Vorschein…..
      Und ja: Daran darf ich mich auch immer wieder erinnern … Planeten kreisen ganz von selbst um Sonnen, die Jahreszeiten kommen und gehen, die Welt dreht sich … auch ohne, dass ich sie manage 😉

  • Ich hatte eine Fortbildung gemacht. Der Seminarleiter gab mir trotz einer Kleinigkeit eine 1 und meinte, dass ich mit meiner Kollegin zusammen die beste Note hätte. Meine Kollegin freute sich. Ich fragte nach, was denn nicht so gut war. Ja, schrecklich, wenn man sich einfach nicht nur freuen kann und noch das Haar in der Suppe sucht. Ich dachte immer, ich will ja besser werden. Aber wie Du schreibst: Wir sind Menschen und nie perfekt. Ich glaube, ich lerne erst jetzt menschlich zu sein. Ein Mensch mit Fehlern und ohne Perfektionismus!

    • Das ist schön, liebe Susanne! Ein Freund von mir hat mal gesagt: „Wenn du echt bist, musst du nicht mehr perfekt sein.“ Das fand ich so erleichternd und befreiend!

      Mmmmmhhh, ich denke, „schrecklich“ ist eine Bewertung, die womöglich wenig hilfreich ist. Wir dürfen mitfühlend sein mit unserem Gehirn – es hat gute Gründe dafür (zumindest evolutionär gesehen 😉 ), seine Aufmerksamkeit auf das Haar in der Suppe zu lenken. UND wir dürfen unsere Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes lenken, ohne uns für unsere Programmierungen zu verurteilen, für die wir ja nichts können 🙂

      Herzlich
      Laya

      • Danke, liebe Laya, für Deine Antwort. Ich denke, echt sein ist unsere Lebensaufgabe. Je echter wir sind, desto besser wird unser Leben.

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