Ändere deine Perspektive und du änderst dein Leben!

Es ist Montag, und Montag ist UNSER Abend.

Das bedeutet: Reden, genießen, einander nah sein. Paar-Zeit eben.

Normalerweise.

Denn an diesem Montagabend sitzen mein Liebster und ich nicht wie sonst am Sofa, trinken Tee und genießen ungestörte Zeit miteinander (oder gehen spazieren oder ins Kino…), sondern er sitzt in einer (vermutlich todlangweiligen) Elternvereins-Sitzung, die viel länger dauert als geplant, und ich sitze zuhause vor dem Computer, weil in meinem Büro die Internetverbindung ausgefallen ist und ich mit meiner Arbeit spät dran bin.

So gegen zehn höre ich dann den Schlüssel in der Tür. Ich seufze, schalte den Laptop aus, mein Liebster und ich grinsen einander schief an und wissen beide: Jetzt sind wir viel zu müde für tiefgründige Gespräche, für Fußmassagen und Ideen für kreative gemeinsame Projekte.

Der Montagabend ist für uns ein Wochenhighlight, genauso wie das Freitagsfrühstück in unserer Lieblingsbäckerei. „Bewusste Zeit zu zweit“ ist eine der wichtigsten Säulen unserer Beziehung, und unsere Beziehung ist eine der wichtigsten Säulen in unser beider Leben.

Deshalb lassen wir unsere Dates so gut wie nie ausfallen. Außer, wenn das Leben dazwischenkommt – wie an besagtem Montag.

 

Der Mini-Moment, auf den es ankommt.

Und da ist dieser Mini-Moment, in dem ich einen ersten Frust-Gedanken erwische, einen ersten Anflug von Ärger, und einen winzigen Vorwurf an meinen Liebsten. Musste er sich WIRKLICH unbedingt freiwillig als Elternvertreter melden? Nur weil der Klassenvorstand ihn beim Elternabend so treuherzig-fragend angeschaut hat? Wirklich wirklich???

Doch schwupp! Schon habe ich diese Gedanken eingefangen, bevor sie sich selbstständig machen und mich in eine emotionale Negativspirale hineinziehen können, deren Sog dann auch gleich meinen Liebsten erfasst, so dass wir an diesem Abend nicht nur keine Zeit füreinander haben, sondern uns womöglich auch noch gegenseitig Vorwürfe an die Köpfe schmeißen.

Und schwupp! Schon fabriziere ich andere Gedanken. Zum Beispiel, dass ich dankbar dafür bin, dass wir mit Situationen wie diesen gut umgehen können – eben WEIL wir unsere Beziehung bewusst hegen und pflegen und ihr die Aufmerksamkeit angedeihen lassen, die sie braucht, um lebendig, erfüllend und kraftspendend zu sein. Oder dass ich an meinem Liebsten grundsätzlich sehr schätze, dass er sich für den Elternverein engagiert (wozu ich üüüüüüberhaupt keine Lust hätte). Oder dass die Tatsache, dass er so spät nachhause gekommen ist, mir immerhin ermöglicht hat, in Ruhe meine Arbeit beenden.

Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.

~ Aus dem Talmud

Früher habe ich Situationen wie diese anders gesehen. Ich hätte mich über sie geärgert, mir von ihnen die Stimmung vermiesen lassen, oder irgendjemandem, der zufällig gerade in der Nähe war, die Schuld an allem gegeben. Aber ich habe meine Perspektive geändert – und dadurch auch die Welt, in der ich lebe.

 

Perspektive verändern – wie geht das?

 

WAS du siehst und WIE du es siehst, hängt davon ab, wie du die Dinge beurteilst und interpretierst – kurz: wie du über sie denkst. Zum Beispiel kannst du eine schwierige Situation als Herausforderung sehen, die du bestimmt irgendwie meistern wirst – oder als unlösbares Problem. Du kannst dir Sorgen um dein Kind machen, weil es in der Schule gerade nicht so klappt, wie du dir das vorstellst – oder dir bewusst machen, dass es in jedem Kinder-Leben holprige Phasen gibt, und darauf vertrauen, dass die Angelegenheit (wenn nötig mit Unterstützung) eine positive Entwicklung nehmen wird. Du kannst es deinem Körper übel nehmen, dass er nicht mehr so knackig ist, wie er mit 25 war – oder ihm dankbar für das sein, was er jeden Tag für dich leistet, ohne dass du es überhaupt bemerkst.

Die gute Nachricht ist: Deine Urteile und Interpretationen kannst du verändern – und du kannst wählen, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Das bedeutet: Du kannst wählen, ob du in einer hässlichen oder in einer schönen Welt lebst. Die „Realität“ ist zwar dieselbe – aber DU bist anders, deshalb ist auch DEINE Realität entweder so – oder so.  Aus diesem Moment in der Gegenwart entsteht deine Zukunft, und wie diese Zukunft aussieht, hängt sehr davon ab, wie du dich im gegenwärtigen Moment FÜHLST.

Wenn wir einen klaren Entschluss fassen, wie wir die Welt sehen wollen, und wenn wir hartnäckig üben, sie so zu sehen, wie wir es gewählt haben, dann verändert sich dadurch nach und nach unser Gehirn – und irgendwann ist die neue Brille, die wir aufgesetzt haben, ein Teil von uns geworden, und wir müssen gar nicht mehr daran denken, sie aufzusetzen.

 

Perspektive ändern in drei Schritten

Drei Schritte sind also notwendig, um deine Perspektive nachhaltig zu verändern:

1) Verstehen
Sei dir bewusst, dass wirklich DU es bist, die die Wahl hat. Dass es wirklich in DEINER Hand liegt, deine Perspektive – und damit dein Leben – zu verändern.

2) Entschlossenheit

Sei fest entschlossen, deine Aufmerksamkeit gezielt einzusetzen, und deine Urteile und Interpretationen so zu wählen, dass sie dir dienen, statt dich in eine hässliche Welt zu versetzen.

3) Gute Tools und viel Übung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um deine Aufmerksamkeit und deine Interpretationen zu steuern. Meditation zum Beispiel ist ein Königsweg, um Gedanken, die zu Negativspiralen führen, immer früher „abfangen“ zu können. Außerdem gibt es zahlreiche Journaling-Tools, mit denen du neue Gedanken-Autobahnen in deinen Gehirnwindungen etablieren kannst – eines davon stelle ich dir weiter unten vor. Es heißt „Finding Silver Linings“ („Silberstreifen finden“), und es ist super einfach und effektiv!

 

Soll ich mir wirklich alles schönreden?

Nein 😊 Es geht nicht darum, dir eine rosarote Brille aufzusetzen oder alles schönzureden, und es wäre wenig sinnvoll, würdest du laut „Hurra“ schreien, wenn dein Kind krank ist oder deine Katze von einem Auto überfahren wird oder du deinen Job verlierst oder eine gute Freundin sich von dir abwendet.

Aber ohne geübten Geist neigen wir in solchen Situationen dazu, NUR das Negative zu sehen, und übersehen dadurch die vielen feinen Nuancen und Vielschichtigkeiten, die darin enthalten sind. Wir nehmen nicht wahr, was an der Situation auch Gutes sein könnte, und welche Möglichkeiten sich dadurch bieten.

Richtest du jedoch deinen Blick bewusst auf die positiven Aspekte, dann verändert sich deine emotionale Welt. Du FÜHLST dich besser. Und das FÜHLT sich nicht nur gut an, sondern führt erwiesenermaßen dazu, dass du …

… kreativer und aufgeschlossener bis

… verschiedene Perspektiven einnehmen und komplexe Probleme leichter lösen kannst

… bereit bist, mutige Schritte zu setzen, statt dich von deinen Ängsten blockieren zu lassen

… resilienter und optimistischer wirst

Und hier ist es nun – eins meiner Lieblings-Journaling-Tools, um mein Gehirn umzuprogrammieren:

 

Silberstreifen finden

(„Finding Silver Linings“ nach Sonja Lyubomirsky)

Schritt #1

Schreib fünf Dinge auf, die dein Leben bereichern, interessant und genussvoll machen, und für die du dankbar bist. Das können allgemeine Dinge wie „Dass ich körperlich gesund bin“ sein, oder ganz konkrete wie „Mit meiner Schwester Kaffee trinken“. Dieser erste Schritt unterstützt dich dabei, dich in eine positive Schwingung der Dankbarkeit und Wertschätzung zu versetzen.

Schritt # 2

Denk an eine Situation, die noch nicht allzu lange zurückliegt, und die nicht so gelaufen ist, wie du dir das vorgestellt hättest, in der du frustriert, irritiert oder verärgert warst.

Schritt # 3

Beschreibe diese Situation in wenigen Sätzen.

Schritt # 4

Liste nun drei Dinge auf, die dir helfen, das Gute an dieser Situation zu sehen. Wenn du zum Beispiel am Morgen deinen Bus versäumt hast, könntest du Folgendes schreiben:

  1. Obwohl ich den Bus versäumt habe, habe ich immerhin etwas für meine Fitness getan, als ich gelaufen bin, um ihn noch zu erwischen.
  2. Ich bin dankbar dafür, in einer Stadt zu leben, in der alle 10 Minuten ein Bus fährt, und in der der öffentliche Verkehr zuverlässig ist.
  3. In zehn Jahren werde ich völlig vergessen haben, dass ich heute Morgen den Bus versäumt habe.

Nimm dir 21 Tage lang jeweils 10 Minuten Zeit für diese Übung! Du wirst im Alltag schnell merken, wie sich deine Denkmuster dadurch verändern und du auf unangenehme Situation anders reagierst!

 

Warum schreiben?

Vielleicht fragst du dich, ob du nicht einfach nur darüber NACHDENKEN könntest, welche positiven Aspekte in schwierigen, nervigen, mühsamen Erfahrungen stecken. Natürlich könntest du das – aber es wäre viel weniger effektiv.

Denn wenn du schreibst …

signalisierst du deinem Gehirn „Das ist wichtig“. Um die 80.000 flüchtige Gedanken schwirren jeden Tag durch unseren Kopf. Diejenigen davon, die wir aufschreiben, haben eine viel größere Chance, unser Gehirn zu verändern, als jene, die flüchtig bleiben.

… kannst du deine eigenen Tendenzen viel besser erkennen. Vielleicht fällt dir dann auf, dass du zur Übertreibung neigst LINK, dass du die Geschehnisse in einem viel dunkleren Licht darstellst als es notwendig wäre, oder dass du als unverrückbare Tatsache darstellst, was in Wirklichkeit veränderbar ist.

… bist du gefordert, präzise auszudrücken, was du empfindest, und neue Worte für das zu finden, was du empfinden MÖCHTEST. Deine Sprachgewohnheiten haben einen enormen Einfluss auf dein Denken – und dadurch auch auf dein Verhalten.

Big, wild love

Laya

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