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Was, wenn es nicht wahr wäre? 

 April 22, 2023

Draußen: Grau. 


Innen: Grau. 

 

Diese Tristesse (*) kenne ich gar nicht von mir. 


Die Ungeduld schon. 


Wenn sich Tristesse mit Ungeduld paart, dann können sich meine Morgenseiten schon mal ziemlich frustriert und wirr anfühlen.


Normalerweise sind Mindf*uck, Selbstmitleid und Opfer-BlaBla nach ein paar Zeilen erschöpft und weichen der Freude, dem Gestaltungsdrang, der Neugier - aber nicht an diesem Morgen. 


Zum Glück weiß ich, wie ich mich da raushole, und bringe mein morgendliches Journaling mit Inspirationskarten auf eine völlig neue Ebene. 


Und was lese ich da? 


"What if it wasn't true?"

Bääähm. 

Was, wenn es nicht wahr wäre, dass das Website-Projekt, das ich vorhabe, eeeewig dauern muss? 


Was, wenn es nicht wahr wäre, dass ich das Curriculum meines Zertifikatslehrgangs nicht neu designen kann, während eine Ausbildungsgruppe läuft?


Was, wenn es nicht wahr wäre, dass sich mein Vater im Pflegeheim einsam fühlt? 


Was, wenn es nicht wahr wäre, dass ich acht Stunden Schlaf brauche? 


*******

(*) Wie sich später gezeigt hat, war meine Tristesse gar keine Tristesse, sondern Langeweile. Ein Teil von mir kann noch immer nicht glauben, dass das Leben als prickelndes Entdeckungsreise gemeint ist und ich mich JEDERZEIT in ein neues Abenteuer  werfen darf!

******

Wie Byron Katie, nur besser


Klar, wir alle lieben Byron Katie.


Ich auch. Und "The Work" hat mich und meine Arbeit durchaus beeinflusst. Allerdings hat mir die erste ihrer vier Fragen immer ein wenig Unbehagen bereitet: "Ist es wahr?"


Das klingt, als gäbe es auf diese Frage eine klare Antwort: "Ja, es ist wahr" oder "Nein, ist es nicht". 


Damit tut unser Mind sich schwer. Er liebt zwar Schwarz-Weiß-Denken, aber er lässt sich Geschichten, die er sich viele Jahre - oder sogar Jahrzehnte - lang erzählt hat, nicht einfach so wegnehmen. Immerhin hält er sie für DIE Wahrheit, auch wenn ein anderer Teil von uns ganz genau weiß, dass es DIE Wahrheit gar nicht gibt. 


Deshalb führt Byron Katie's Frage oft zu Widerstand. Denn manche Dinge sind gleichzeitig wahr und auch nicht - je nach Ebene, auf der wir sie untersuchen.


Die Frage "Was, wenn es nicht wahr wäre?"  hingegen regt unseren Geist zum Spielen und Forschen an. Er KANN gar nicht anders, als sich vorzustellen, was alles möglich wäre, hätten wir nicht diesen Glaubenssatz im Kopf. 

Die Frage "Was, wenn es nicht wahr wäre?"  regt unseren Geist zum Spielen und Forschen an.


Er KANN gar nicht anders, als sich vorzustellen, was alles möglich wäre, hätten wir nicht diesen Glaubenssatz im Kopf. 



Kreiere eine neue Wahrheit - so geht's: 


Du glaubst ja gar nicht, was sich in einem ungemanagten Mind tagtäglich so abspielt!


Rund 70.000 Gedanken. Der Großteil davon unbewusst. 95 % davon dieselben, die wir auch gestern schon gedacht haben, und vorgestern und vorvorgestern. 


Und: Nur ein kleiner Teil dieser Gedanken ist hilfreich, ermutigend oder befreiend. Die meisten sind entweder neutral, oder sie machen uns klein, hilflos, ängstlich. 


Der erste und wichtigste Schritt ist, uns diese Gedanken, die im Laufe der Zeit zu hartnäckigen Glaubenssätzen heranwachsen, bewusst zu machen. Das geht am Besten mit einem Gedankendownload: 


Gedankendownload

Nimm Stift und Papier zur Hand und schreib alles, alles, alles auf, was dir zu einem bestimmten Thema in den Sinn kommt.

Jeden Gedanken, jedes Gefühl. 

Unzensuriert.

Roh. Emotional. Furchtlos.  

Was, wenn es nicht wahr wäre?

Nun liest du deinen Text durch und prüfst, welche Emotionen die einzelnen Sätze in dir auslösen. Spürst du Enge, Frust, Resignation, Wut, Hilflosigkeit? 

Dann frag dich: "Was, wenn das gar nicht wahr wäre?"

Beobachte, was passiert. 

In deinem Mind. 

In deinem Emotional-Körper.

In deinem Herzen.

Spiel mit dem Gegenteil

Probier nun verschiedene Sätze aus, die das Gegenteil deines ursprünglichen Gedankens ausdrücken. 

Zum Beispiel so:


Ursprungsgedanke:
"Ich kann unmöglich das Curriculum ändern, das verwirrt meine Teilnehmerinnen!"


Spielgedanken:

"Ich muss unbedingt das Curriculum ändern, sonst sind meine Teilnehmerinnen verwirrt!"


"Ein neues Curriculum schenkt meinen Teilnehmerinnen Klarheit."


"Ich kann unmöglich beim alten Curriculum bleiben, sonst bin ICH verwirrt!" 

Deine Freiheit, deine Wahl

Wähle nun DEINE neue Wahrheit.


Wähle, was du denken WILLST. 


Sei kühn.  


Brich aus, durchbrich deine uralten Muster. 


Erlaub dir, neu zu denken. 


Neu zu fühlen. 


Neu zu sein. 


Unser gesamtes System versucht beständig, Beweise dafür zu finden, dass unsere Gedanken "richtig" sind. Deshalb sabotieren wir uns so lange, bis das Außen unseren inneren Überzeugungen entspricht. Wenn ich denke, alles wird ewig dauern, werde ich so lange prokrastinieren, bis ich diesen Gedanken bestätigt finde. Wenn ich denke, mein Vater sei einsam, programmiert das meine Wahrnehmungsfilter, und ich sehe nur noch die Dinge, die diesen Gedanken bestätigen - und nicht all die Dinge, die ihn widerlegen.

Unsere größte Freiheit, unsere größte Macht, besteht darin, unserer Gedanken zu wählen.

Frei zu entscheiden, welche Geschichten wir uns erzählen, statt uns von unserem Autopilot-Modus in innerer Gefangenschaft halten zu lassen.

Unsere Konditionierungen aufzubrechen und uns selbst zu erlösen. 

Mach Gebrauch von dieser Freiheit. 

Stift und Papier helfen dir dabei!

 


Online-Workshop, 2. Mai 2023

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Endlich magnetisch statt bedürftig in deiner Liebesbeziehung! 

 

  • So wahr, liebe Laya! Danke! Ja, es gibt so viele Wahrheiten wie Menschen. Jeder hat andere Erfahrungen. Jeder hat andere Sichtweisen. Und schön, dass Du noch einmal beschreibst, wie man seine eigenen Gedanken hinterfragen kann.
    Erstaunlich finde ich, dass 50% unserer Erinnerung falsch sei! Also noch ein Grund mehr, sich seine Gedanken auszusuchen. Was will ich denken? Was tut mir gut?

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