Angst vor der Zukunft? Hier kommt Hilfe!

Da ist es wieder: das K-Wort.

Unter der Dusche trifft es mich, unvermittelt.

Oder wenn ich einen kurzen Stich im Unterleib wahrnehme.

Oder wenn ich in der Straßenbahn eine Frau ohne Kopfhaar sehe.

Oder wenn ich bei der Routine-Untersuchung bei meiner Gynäkologin bin.

K wie Krankheit.

K wie Krebs.

In den Monaten nach dem Tod meiner Mutter hat es mich verfolgt, das K-Wort, bis in jeden Winkel meines Lebens und meiner Gehirnwindungen. Über viele Jahre hinweg ihren Leidensweg hautnah mitzuerleben hatte Spuren hinterlassen.

Ich befürchtete nicht nur, wie sie an K zu erkranken, sondern hatte auch Angst vor dem Älterwerden, und meine Perspektive auf die Zukunft war ziiieeeemlich düster.

„Deinen Zenit hast du überschritten, Schätzchen!“, sprach eine Stimme in mir. „Von nun an geht’s bergab. Krankheit und Siechtum sind vorprogrammiert. Tja, so ist das Leben … Warum solltest ausgerechnet DU davon verschont bleiben? “

Ich musste also richtig viel richtig tiefe innere Arbeit leisten, um diese Stimme zum Verstummen zu bringen, meine Angst vor K loszulassen, wieder freudvoll und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und mich an meine Schöpferkraft zu erinnern.

Ich habe die Nähe von Frauen gesucht, die jenseits der 70 noch fit, abenteuerlustig und aktiv waren, und sie gebeten, mir ihre Geheimnisse zu verraten. Ich habe Bücher gelesen (meine Favoriten: Göttinnen altern nicht von Christiane Northrup und Der Tanz der großen Mutter von Clarissa Pinkola Estés), und ich habe Unmengen positiver neuer Eindrücke in meinem Geist gesammelt, um die unzähligen von Schmerz, Leid und Tod geprägten Momente, mit denen ich über Jahre hinweg konfrontiert war, auszugleichen.

Manchmal huscht sie noch durch meinen Geist, die Angst vor K. Aber kaum ist sie da und hat sich mein gleichmütig-liebevolles „Aha, da bist du wieder!“ abgeholt, ist sie auch schon wieder weg.

 

Angst ist ansteckend. Zuversicht auch.

Zugegeben – mit konkreten persönlichen Ängsten wie dieser kann ein einigermaßen geübter Geist einigermaßen gut umgehen.

Aber was ist mit globaleren Ängsten wie denen vor Klimawandel, Krieg und anderen Katastrophen?

Eine meiner Freundinnen, ansonsten eine eher hartgesottene Lady, ist förmlich erstarrt vor Angst vor der Klimaerwärmung und steigert sich regelmäßig in Sorgenspiralen darüber hinein, was ihren Kindern wohl bevorsteht, wenn es so weiter geht mit uns Menschen und unserer unsäglichen Ignoranz gegenüber den begrenzten Ressourcen unserer Erde.

Und mein Liebster, der nicht ganz so veränderungs- und entscheidungsfreudig ist wie die Verwandlungskünstlerin an seiner Seite, steht gerade vor einer nicht ganz freiwilligen beruflichen Entscheidung, die zwar durchaus Verbesserungen bringen könnte … aber eben nur könnte.

Wie wird es weitergehen? Keiner weiß das so genau. Und das löst Ängste aus.

Selbst eine wie ich, die niemals fernsieht und Tageszeitungen liest und sich alles vom Leib hält, was auch nur im Entferntesten nach Gewalt- oder Katastrophenmeldung riecht, tut sich manchmal schwer, sich nicht von diesen Ängsten anstecken zu lassen.

Zum Glück sind aber nicht nur Ängste hochgradig infektiös, sondern auch Zuversicht und Vertrauen!

Gute und nachhaltige Lösungen zu finden ist verdammt schwierig, wenn unsere Wahrnehmung eng wird vor lauter Angst, wenn der entsprechende Hormoncocktail durch unseren Körper schwappt, und wenn unser Nervensystem chronisch im Fight-Flight-Freeze-Modus unterwegs ist.

Natürlich geht es nicht darum, mögliche Bedrohungen oder reale Gefahren zu ignorieren oder blind vor Optimismus durch die Gegend zu laufen.

Aber was wir brauchen, ist ein ruhiger und klarer Geist – um unsere Angst zu verstehen, ihre Botschaft zu hören und dann sinnvoll und souverän zu handeln.

Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, dass man sie sehend überwindet.
~ Jean Paul

 

Zukunftsängste? Diese 10 Strategien können helfen!

 

# 1 Reality Check

Viele Ängste sind übertrieben. Das liegt daran, dass unser Gehirn aus vergangenen Erfahrungen auf die Zukunft schließt – aber dummerweise sind negative Erfahrungen in unserer Erinnerung viel stärker repräsentiert als positive. Hach, schon wieder diese negativity bias! Sie führt dazu, dass wir die Zukunft viel düsterer sehen, als sie wahrscheinlich sein wird. Wir leben in der sichersten Zeit seit Menschengedenken – und doch sind Zukunfts-Ängste verbreiteter als je zuvor.

Ein Reality Check kann helfen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das, wovor du Angst hast, wirklich eintritt?

Und falls es wirklich so wahrscheinlich ist – ist es wirklich so schlimm, wie du glaubst?

Und falls es wirklich so schlimm ist – wer oder was kann dir helfen, Lösungen zu finden und es zu meistern?

Tipp: Mach diesem Reality-Check gemeinsam mit deinem Partner, deiner Freundin oder einer Kollegin, der du vertraust (*). Eine zweite Perspektive einzuholen kann ungemein erleichternd sein!

{* Oder mit deiner Katze. Fellige Vierbeiner eignen sich für Reality-Checks ganz wunderbar 🙂 }

 

# 2 Zurück ins Hier und Jetzt

Im Hier und Jetzt ist meistens alles gut. In fast allen Augenblicken unseres Lebens sind wir in Sicherheit und relativ gesund.  Das, wovor wir Angst haben, existiert nirgendwo – außer in unserem Kopf. Und genau aus diesem sollten wir schleunigst verschwinden, wenn wir uns nicht heillos in unsere Ängste hineinschwurbeln wollen.

Und wer oder was existiert IMMER und AUSSCHLIESSLICH im Hier und Jetzt? Genau – unser Atem! Und unser Körper!

In Momenten, in denen die Angst dich zu überfluten droht, kannst du deinem Atem für ein paar Momente deine volle Aufmerksamkeit schenken.

Oder dich auf deine Sinne be-sinnen: Was hörst du? Was schmeckst du? Was riechst du? Was siehst du? Was fühlst du auf deiner Haut?

Oder eine Hand auf deinen Bauch und eine auf dein Herz legen: Hallo Körper! Ach wie gut, dass du da bist, und wie gut, dass ICH da bin, hier, und jetzt.

Und was ist genau JETZT? Keine Gefahr.

So einfach. Und so wirkungsvoll.

Wenige Momente genügen oft, um Abstand zur Angst zu gewinnen. Und aus diesem sicheren Abstand heraus können wir die Angst genauer untersuchen, statt uns in sie zu verstricken.

Angst liegt nie in den Dingen selbst, sondern darin, wie man sie betrachtet.
~  Anthony de Mello

 

# 3 Die Botschaft der Angst verstehen

Angst hat eine wichtige Funktion: Sie warnt uns vor realen Bedrohungen oder gibt uns Hinweise darauf, wo Handlungsbedarf besteht, oder wo wir dringend unsere Perspektive aufs Leben ändern sollten.

Wir können die Botschaft der Angst aber nur dann verstehen, wenn sie uns nicht im Nacken sitzt, und wir ihr stattdessen ins Auge blicken. Das erfordert natürlich viel Mut. Aber ich bin sicher, du bist eine von denen, die regelmäßig Mutausbrüche haben 😊

Also schau sie dir (in einem ruhigen, geborgenen Moment) an, deine größte Angst, und frag sie, was sie dir sagen möchte. Wunderbar eignet sich dafür ein schriftlicher Dialog mit der Angst – denn mit Intuitivem Schreiben locken wir Botschaften aus unserem Unbewussten aufs Papier und heben sie damit ins Bewusstsein.

Setze dich deiner tiefsten Angst aus. 
Danach hat die Angst keine Macht mehr über dich und die Angst vor Freiheit schrumpft und verschwindet. 
Du bist frei.
~ Jim Morrison

Die Angst will dir höchstwahrscheinlich NICHT sagen, dass etwas Furchtbares passieren wird. Eher schon, dass du unter einem ULP leidest. Oder dass es ratsam ist, achtsam und wach zu sein. Oder dass du vor-sorgen solltest – siehe Strategie #6.

Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.
~  Marie Curie

 

# 4 Move your ass!

Der Volksmund spricht nicht umsonst davon, die Angst „abzuschütteln“.

So wie Psyche und Geist auf den Körper wirken, so wirken Körperbewegung und -haltung umgekehrt auf Psyche und Geist. Also einfach den Spieß umdrehen und in Bewegung kommen, statt in Angstlähmung zu verharren! Schütteln eignet sich dafür hervorragend, Tanzen, die Badewanne schrubben oder den Keller aufräumen sind aber auch nicht schlecht.

Hauptsache, der Allerwerteste kommt dabei in Bewegung, und die Angst-Reaktions-Kette im Körper wird unterbrochen!

 

# 5 Mantras

Singen hilft erwiesenermaßen gegen Ängste. Das müssen nicht unbedingt Mantras sein! Nach meiner denkwürdigen Begegnung mit Wildschweinen im Wald zwischen Il Gualdo und Stia habe ich zum Beispiel meinen eigenen Wildschwein-Song kreiert und ihn laut vor mich hingeschmettert  – und zwar immer dann, wenn verräterische Abdrücke am Waldboden oder ein eindeutiger Geruch darauf hingewiesen haben, dass die schweinische Gefahr in unmittelbarer Nähe lauerte. Und was soll ich sagen – mein lautstarker Singsang hat Wunder gewirkt!

Einen eigenen Anti-Angst-Song zu kreieren kann ich dir wärmstens ans Herz legen. Alternativ dazu kannst du auf bewährte und bekannte Mantras zurückgreifen – zum Beispiel auf das Tara-Mantra oder das Schutz-Mantra Ong Namo Guru Dev Namo. Sogar das Mantra innerlich zu rezitieren wirkt – für den Fall, falls du gerade mit KollegInnen im Meeting-Raum sitzt oder mit dem Flieger in 8000 Metern Höhe unterwegs bist, und es etwas seltsam anmuten würde, wenn du plötzlich laut zu chanten beginnst 😊

 

# 6 VORsorgen statt sorgen

Ich bin ein Vata-Typ – und würde ich nicht bewusst und konsequent dagegen anarbeiten, wäre “Sorge” mein dritter Vorname.

Aber:

Sich sorgen nimmt dem Morgen nichts von seinem Leid, aber es raubt dem Heute die Kraft.
~ Corrie ten Boom

Daher habe ich mir angewöhnt, Sorge in Vorsorge zu verwandeln.

Wenn ich mir zum Beispiel ums Älterwerden und um potenzielle Krankheiten Sorgen mache, dann überlege ich: „Was kann ich tun, um möglichst lange möglichst gesund zu bleiben?“ Und setze die notwendigen Schritte.

Wenn ich mir Sorgen um meine finanzielle Absicherung mache, überlege ich: „Was kann ich tun, um mehr Sicherheit für mich zu erschaffen?“ Und setze die notwendigen Schritte.

Wenn ich mir Sorgen um Herrn Sohn mache, überlege ich: „Was kann ich mit ihm vereinbaren, so dass er sich nicht seiner Freiheit beraubt fühlt, ich aber trotzdem nicht von meinen Sorgen zerfressen werde?“ Und setze die notwendigen Schritte.

 

Falls du zum Beispiel Angst vor dem Klimawandel hast oder dir Sorgen um die Flüchtlingskrise machst, dann frag dich: Was kannst DU konkret tun, um Teil der Lösung zu sein?

Und dann setz die notwendigen Schritte. Wie klein dein Beitrag auch sein mag – er ist bedeutungsvoll. Und er macht dich vom Opfer zur aktiven Gestalterin deiner – und unserer – Zukunft.

Handlungsfähig zu bleiben oder zu werden – auch wenn es nur baby steps sind, die wir unternehmen – ist ein wahres Wundermittel gegen Ängste!

Wirf deine Angst ab, verlass dich auf deine inneren Hilfsquellen, vertraue dem Leben, und es wird dir’s vergelten. 
Du vermagst mehr als du denkst.
~ Ralph Waldo Emerson

 

# 7 Chakra, Chakra

Wiederkehrende Ängste ohne reale Bedrohung haben immer etwas mit einer Blockade im Wurzelchakra zu tun. Also: Erstes Chakra stärken und dadurch Urvertrauen und Stabilität aufbauen! Zum Beispiel mit dieser Asana-Praxis oder mit Affirmationen, Erdung, gezielter Ernährung & Co!

 

 

 

# 8 Keine Angst vor Veränderungen!

Buddha hat gelehrt, dass das Leiden an der Veränderung eine der drei Hauptformen des Leidens ist.

Irgendwo in unserem Oberstübchen sitzt jemand, der uns weismachen möchte, dass Veränderungen gefährlich sind und sehr wahrscheinlich zu Verschlechterungen führen. Dabei lehrt uns unsere Erfahrung meist etwas ganz anderes!

Jeder, der mit seinem Verstand identifiziert ist statt mit seiner wahren Stärke, dem tieferen, im Sein verankerten Selbst, wird die Angst als ständigen Begleiter haben.
~ Eckhart Tolle

Mach dir also bewusst:

Welche Veränderungen in deinem Leben haben dir mehr Positives als Negatives gebracht?

Welche Chancen haben dir bisherige Veränderungen eröffnet?

Welche Veränderungen hast du bereits bewältigt und bist daran gewachsen und gereift?

Mit diesen Argumenten im Ärmel kannst du das kleine ängstliche Kerlchen da oben zumindest ein bisschen beruhigen – oder sogar als klugen Ratgeber mit ins Veränderungsboot nehmen.

Sei nicht vorsichtig – du könntest dir weh tun.
~ Byron Katie

 

 

# 9 Kontrollitis adé

Und wenn ich mich noch so gesund ernähre, mich ausreichend bewege, viel schlafe, meiner Berufung folge und mich von meinem Liebsten lausen lasse: Ich könnte trotzdem an K erkranken – eventuell sogar an einem Hodentumor 😊

Vieles haben wir in unserer Hand – aber nicht alles. Das Allerschlimmste, das wir uns ausmalen können, wird zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht passieren.

Aber Wahrscheinlichkeit hin oder her:  Ausgeschlossen ist es nicht.

Ein Leben ohne Gefahren gibt es nicht. Wir können sie nicht bannen – aber wir können lernen, damit umzugehen. Wir können dem Leben mit Mut und Demut begegnen. Und mit Vertrauen.

Vertrauen ist die stillste Art von Mut.
~ Quelle unbekannt

Und Mut ist es, der die Angst überwindet

 

# 10 Zum Leuchtturm werden

Ich kann ein ziemliches Angstkarnickel sein, wenn es um Kleinigkeiten wie den Sprung vom Steg in einen kalten Kärntner See oder ums Snowboarden geht. Wenn sich jedoch echte Herausforderungen anbahnen, dann laufe ich zur Höchstform auf. Je mehr Angst ich rund um mich spüre, desto ruhiger und souveräner werde ich.

Es ist schön, ein Leuchtturm zu sein. Und vielleicht ist das das beste Gegenmittel gegen die Angst: bewusst ein Mut-Beispiel abzugeben. Für andere zu leuchten. Andere mit der eigenen Zuversicht anzustecken und ihnen so Wege aus der Angst zu zeigen.

Menschen dabei behilflich zu sein, nicht von Ängsten zerstört zu werden, ist das größte Geschenk überhaupt.
~ Thich Nhat Han

Big, wild love

Laya

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Photo by Dayne Topkin on Unsplash

Anregend wie der erste Schluck Kaffee.
Wohltuend wie die Morgensonne.
Nährend wie eine Umarmung.
 

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