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Erkenne deine wahre Natur – mit diesen 5 Fragen 

 Juni 15, 2021

Ich sitze in einem Café in der Fußgängerzone von Ljubljana. 

Zwei Stunden später, die Nachmittagssonne steht schon tief, sitze ich immer noch dort. Ob ich noch einen Kaffee will, fragt der Kellner mit den tiefbraunen Augen über der schwarzen Maske.

Ja, will ich. 

Die Sehenswürdigkeiten und Shops der zauberhaften Stadt müssen ohne mich auskommen, und während ich hier schreibend, lesend, sinnierend, reflektierend und Cappuccino schlürfend sitze, streunt mein Liebster irgendwo anders durch die Straßen. Wir machen das immer so, wenn wir gemeinsam auf Reisen sind - einen Teil der Zeit verbringt jede*r von uns mit sich allein. 

Aber es hat gedauert, bis wir gelernt haben, uns das zu erlauben.  

Es hat auch gedauert, bis ICH gelernt habe, mir zu erlauben, zu tun was WIRKLICH WIRKLICH WIRKLICH meiner Natur entspricht. 

Denn sogar im Urlaub sind da jede Menge "Solltest du nicht...?" und "Aber alle anderen ..."

Ich höre diese Stimmen im Kopf, sie sind noch immer da - manchmal zumindest. 

Aber ich lasse sie an mir vorüber ziehen. 

Ich erinnere mich an das, was ich schon als Kind am allerliebsten getan habe: Lesen. Mit Worten spielen. Allein sein. Tagträumen. Tagebuch schreiben. Menschen beobachten und raten, welche Geschichte sich wohl hinter ihren Gesichtern verbirgt, wie sie leben, lieben und leiden. 

Für dich ist es vielleicht etwas ganz anderes - vielleicht kommen in deinen Reisekoffer keine Bücher, Stifte und Journals, sondern Sportschuhe und dein Lauf-Dress. 

Vielleicht bist du am liebsten den ganzen Tag am oder im Wasser. 

Vielleicht schlenderst du mit Leidenschaft durch Flohmärkte und vergisst die Zeit, während du in Second Hand Läden oder Antiquariaten nach Kostbarkeiten stöberst. 

Vielleicht zieht dich jedes Museum magisch an, jeder Gewürzladen oder jedes Blumengeschäft. 

Vielleicht liebst du den Winter, vielleicht den Sommer. 

Vielleicht genießt du es, mit einem Rudel von Menschen unterwegs zu sein, vielleicht ziehst du am liebsten alleine los. 

Aber weißt du eigentlich, was du wirklich willst und brauchst? Was DIR wirklich Freude macht, dich nährt und erfüllt, dir gut tut, deiner Natur entspricht, auch wenn es etwas anderes ist als für die meisten anderen Menschen? 

Oder haben sich so viele Schichten von Konditionierungen und Konventionen um deinen Wesenskern gelegt, dass du gar nicht mehr durchdringst zu dem, wer du wirklich bist und welches Leben  zu dir passt? 

Interessanterweise fühlen sich oft Dinge für uns wohlig und angenehm an, die NICHT unserer wahren Natur entsprechen. 

Einfach, weil sie uns vertraut sind. Weil wir sie kennen, weil wir sie gewohnt sind, weil sie sich sicher anfühlen. 

Nicht immer ist es einfach, zu unterscheiden, welche Dinge wir nur übernommen und verinnerlicht haben, und welche wirklich unserer wahren Natur entsprechen.

Daher lautet die entscheidende Frage nicht: "Fühlt es sich GUT an?"

Sondern "Fühlt es sich gut und FREI an?"

Einst fragte ein Schüler: "Wie kann ich mich nur befreien?"
Der Meister antwortete:  "Wer hat Dich nur versklavt?"
~ Zen-Weisheit


eS IST NICHT EINFACH, ZU UNTERSCHIEDEN, WELCHE DINGE WIR NUR ÜBERNOMMEN UND VERINNERLICHT HABEN, UND WELCHE WIRKLICH UNSERER WAHREN NATUR ENTSPRECHEN.  


DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE IST: "WAS FÜHLT SICH GUT UND FREI AN?"



Die folgenden fünf Fragen helfen dir, dich an deine wahre Natur zu erinnern: 


# 1 Was fühlt sich so natürlich an, dass du es nicht einmal bemerkst? 

Mein Liebster ist unglaublich geschickt mit seinen Händen. Er kann nicht nur ALLES reparieren, sondern auch jedes Marmeladeglas öffnen, an dem ich verzweifle, verknotete Halsketten auseinanderdröseln, und mein klappriges Fahrrad in Schuss bringen. Er ist in diesen Dingen unglaublich geduldig. Alles Mechanische liegt ihm einfach - und er liest gründlich Gebrauchsanweisungen, die ich nicht einmal eines Blickes würdige. 

Herr Sohn und ich sind von völlig anderer Natur. Alles Mechanische ist uns ein spanisches Dorf, und wir werfen innerhalb von Millisekunden die Nerven weg, wenn irgendwo etwas klemmt oder nicht gleich so funktioniert, wie es sollte. Dafür sind wir mit Worten ebenso geschickt wie mein Liebster mit seinen Händen. Ich kann hundert Emails an einem Tag in die Tastatur klopfen, während er für ein einziges oft Stunden braucht. Mein Sohn blüht auf, wenn er ein Referat halten soll, während mein Liebster kaum etwas weniger mag, als im Mittelpunkt zu stehen oder andere überzeugen zu müssen. 

Du merkst schon, was ich damit sagen will:

Es gibt Dinge, die für dich so natürlich, einfach und mühelos sind, dass du gar nicht auf die Idee kommst, es könnte für jemand anderen NICHT so sein!

Du bewegst dich wie ein Fisch im Wasser, bist in deinem Element ... und weil es sich so selbstverständlich anfühlt, ist dir gar nicht bewusst, dass es sich um etwas Besonderes handelt! 

Genau das, was du für selbstverständlich hältst, ist das Einzigartige an dir.

Vielleicht hast du einen ganz natürlichen Bezug zu Pflanzen, vielleicht zu kleinen Kindern oder zu älteren Menschen.  

Vielleicht ist es deine natürliche Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen, vielleicht gibst du ihnen das Gefühl, willkommen zu sein. Vielleicht hast du ein natürliches Gefühl für Farben und Formen, vielleicht bist du jemand, dem es unglaublich leicht fällt, etwas zu starten, oder jemand, der aufblüht, wenn er etwas Bestehendes aufrecht erhalten und optimieren kann. Vielleicht bist du diejenige, die Strukturen erschafft, oder diejenige, der die Liebe zum Detail oder die größtmögliche Effizienz im Blut liegt - oder du bist diejenige, die andere daran erinnert, dass morgen auch noch ein Tag ist, und dass es immer etwas zu feiern gibt!  

Wann und wo fühlst du dich ganz in deinem Element? Wofür bewundern andere dich - während du dich wunderst, warum es ihnen nicht genauso leicht fällt wie dir? Was musstest du nicht lernen oder üben - einfach, weil du es immer schon KONNTEST? 


# 2 Was gibt dir Energie? 

Nach zehn Minuten Telefonat mit dem Juristen von der Wirtschaftskammer fühle ich mich so ausgelutscht, als wäre ich auf einen Achttausender gestiegen, während besagter Jurist gar nicht mehr aufhören will, mich in jedes Detail der gesetzlichen Bestimmungen für geringfügig Angestellte einzuweihen - voller Enthusiasmus und mit einer Inbrunst, als gäbe es auf der Welt nichts Spannenderes als das. Gibt es vielleicht auch nicht - für IHN. 

Im Gegensatz dazu kann ich stundenlang Inhalte für die DEEP JOURNALIG ACADEMY entwickeln, Folien gestalten, Workshops halten, coachen oder Interviews führen, ohne dass mir die Luft ausgeht. Ganz im Gegenteil - all das energetisiert mich! 

Klar, Dinge zu tun, die deiner wahren Natur entsprechen, kann auch Anstrengung und Selbstdisziplin erfordern. 

Aber es laugt dich nicht aus. Am Ende ist die Bilanz positiv. Du bist erfüllt und erkennst Sinn in dem, was du getan hast. Du magst körperlich müde sein - aber dein Spirit segelt mühelos über den Wolken dahin, und die Begeisterung sprüht nur so aus deinen Augen.

Was energetisiert und inspiriert dich? Was GIBT dir Energie, statt sie dir zu rauben? Was begeistert und beflügelt dich? 


# 3 Welche Stärke würdest du am meisten vermissen? 

Willst du in deinem Leben wirklich aufblühen? Dann erkenne deine Stärken und bring sie zur Blüte!

Das ist einer der zentralen Grundsätze der Positiven Psychologie.

Aber es ist nicht immer einfach, herauszufinden, was diese Stärken und Gaben in der Essenz wirklich sind. Denn manche Dinge können wir zwar gut - aber sie sind nicht das, wofür wir auf die Welt gekommen sind. 

Eine Frage, die der bekannte Stärken-Forscher Ryan M. Niemiec stellt, hat mich persönlich auf eine heiße Fährte gebracht: 

Stell dir vor, eine deiner Stärken / Gaben / Fähigkeiten würde dir für 24 Stunden abhanden kommen. Welche würde dir am meisten fehlen?

Zugegeben, ich konnte mich nicht für eine einzelne entscheiden. Würde mir mein Gefühl für Sprache am meisten fehlen? Meine Empathie-Fähigkeit? Meine Intuition?  Oder meine Innovations-Kraft?

Egal. Allein mir diese Frage zu stellen hat mir bewusst gemacht, wie schmerzlich ich diese Qualitäten vermissen würde - und wie untrennbar sie mit meiner wahren Natur verbunden sind.


# 4 Was würdest du tun, wenn du kein Geld verdienen müsstest? 

Was ist das sicherste Zeichen dafür, dass du ein Leben führst, in dem sich deine wahre Natur widerspiegelt? 

Genau. Dass du genau mit DEM dein Geld verdienst, was du auch machen würdest, würde Geld keine Rolle spielen. 

Wäre ich nicht Coach, Mentorin und Schreibtherapeutin, würde ich den ganzen Tag mit Menschen über das Leben reden; ich würde versuchen, sie zu verstehen, ihr Potenzial und ihren Seelenauftrag zu erkennen und sie dabei unterstützen, beides zu verwirklichen. Ich würde tausende Bücher lesen und schreiben, schreiben, schreiben - am liebsten natürlich mit der Hand und im Café. Ich würde mich an inspirierenden Zitaten erfreuen und sie teilen - und so weiter.

Im Grunde würde ich also genau das tun, womit ich mein Geld verdiene. 

Ich gebe zu, ich tue auch andere Dinge - Stichwort Wirtschaftskammer-Jurist 😉 

Und ja, auch ich brauche manchmal Abstand, Auszeiten und Erholung. 

Aber innerhalb kürzester Zeit will ich wieder dorthin zurück, wo ich mich am erfülltesten fühle: Mit meinen Klientinnen und Teilnehmerinnen, bei meinen Büchern und Journals, an meinem Schreibtisch, mit Papier und Stift in der Hand oder mit meinen Fingern auf der Tastatur.

Womit würdest du deine Zeit verbringen, hättest du finanziell ausgesorgt? Wie würdest du deine Tage gestalten, müsstest du kein Geld verdienen? 


# 5 Was ist deine größte Angst? Wo liegt dein größter Schmerz?  

Ich kenne es von mir selbst nur allzu gut - und von unzähligen Coaching-Klientinnen: 

Unsere größten Schätze werden von den grimmigsten Drachen bewacht. Uns zu zeigen mit dem, was unserer wahren Natur entspricht, ist mit den größten Ängsten und Unsicherheiten verbunden. 

Warum? 

Oberflächlich betrachtet deshalb, weil wir alle Schamwunden in uns tragen. Weil wir schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. Wir wurden zurückgewiesen, nicht beachtet oder nicht gesehen; vielleicht haben andere sich sogar über uns lustig gemacht oder uns gemobbt. Deshalb haben wir solche Angst davor, unser wahres Wesen zu zeigen - wir wollen diese Kränkung, diesen Schmerz nicht noch einmal erleben. Wir verbergen unsere wahre Natur sogar vor uns selbst - eben WEIL sie mit der Erfahrung dieses Schmerzes verbunden ist. 

Auf einer tieferen, seelischen Ebene glaube ich, dass es ein Teil unserer Lebensaufgabe ist, die zu finden und zum Erblühen zu bringen, als die wir gemeint sind - und dass es ein Teil dieses Weges darin besteht, von genau dieser Essenz getrennt zu sein.

Der Schmerz ist eine Erinnerung. Er ist Ausdruck der Sehnsucht nach Ganzheit. 

Und vielleicht ist jede Erfahrung, die wir machen - egal, wie schwierig oder verletzend sie ist - eine Möglichkeit, in unserer Ganzheit zurückzufinden. 

Ich halte nicht viel davon, Schmerz und Leiden zu verherrlichen, und ich bin überzeugt davon, dass auch Freude, Leichtigkeit und Liebe Wege sind, zu unserer Ganzheit zurückzukehren - zu unserer wahren Natur. 

Aber ohne Schmerz und Getrenntheit würden wir wohl diese tiefe Sehnsucht nicht spüren. Ohne die schwierigen Erfahrungen würde das Leben wohl nie die Tiefe bekommen, die es wirklich lebenswert macht. 

"Echte Verpflichtung, vollständige Hingabe und eine sich ständig erweiternde Offenheit für alles, was sich zeigen kann - das sind einige der Voraussetzungen, die wir brauchen, wenn uns unser Weg in die Transformation führen soll."
~A. H. Almaas


Die Drachen, die unsere größten Schätze bewachen - unsere Ängste, Unsicherheiten und Schmerzen -, müssen wir nicht bekämpfen.  Wenn wir sie uns zu Freunden machen, hören sie auf, wild mit den Augen zu rollen, die Zähne zu fletschen und ihre Stacheln auszufahren. Wenn wir uns ihnen liebevoll zuwenden, fressen sie uns aus der Hand - und gewähren uns Zugang zu dem, was unser Ureigenstes ist. 

Was ist deine größte Angst? Wo spürst du den größten Schmerz? Wende dich deinen Dämonen und Schatten liebevoll zu - und sie werden dir den Weg zu deinen größten Schätzen zeigen. 

 

... und was entspricht dir NICHT? 

Das Leben wäre sehr einseitig, würden wir ausschließlich Dinge tun, die ganz im Einklang mit unserer wahren Natur sind. 

Wir brauchen auch Abwechslung. Wir brauchen Inspirationen und neue, aufregende Erfahrungen. Wir brauchen sogar Irritationen und Ent-Täuschungen, um uns selbst zu erkennen. 

Unsere Natur, unser wahres Wesen ist nichts Statisches, und nur, indem wir immer wieder etwas Neues ausprobieren, lernen wir sie wirklich in alle ihren Facetten, Nuancen und Schichten kennen. 

Manchmal probieren wir etwas aus, nur um zu merken: Hm, nein. Das bin ich NICHT. 

Und manchmal stolpern wir überraschend über etwas und erkennen: Hey, da gibt es eine Seite an mir, die kannte ich noch gar nicht! 

Wir dürfen ganz viel ausprobieren in diesem Leben. Manche Dinge werden wir beibehalten, andere wieder verwerfen.

Manche Erfahrungen sind Wooooow!!!!

Manche sind bestenfalls Naja. 

Und einige sind einfach nur ?????

Na und? Wie Buddha so schön lehrte, ist das Leben kein Problem, das wir lösen müssen, sondern eine Erfahrung, die gemacht werden will. 

Am Ende erkennen wir unsere wahre Natur weniger, indem wir über sie nachdenken, als indem wir ihr mutig entgegen leben. 

Dennoch können dir diese fünf Fragen helfen, dich deiner ureigensten Natur ein Stück zu nähern. 

Also nimm Papier und Stift zur Hand und lass deine Antworten fließen!

Finde Worte dafür. Drück sie aus, gib deinem wahren Wesen eine Stimme. 

Schreibend kommst du dir selbst nah.

Deine eigenen Worte sprechen zu dir. 

Und deine wahre Natur darf zum Vorschein kommen. 


Noch ein Schritt tiefer: "Ich bin."

Und dann gibt es noch DIESE Momente. Die, in denen es gar nicht mehr darum geht, zu erkennen, wie wir ticken, was authentisch ist, was uns entspricht und was nicht. 

Die Momente, in denen wir unsere pure Lebendigkeit und Präsenz erfahren, und in denen alles andere von uns abfällt. 

"Ich bin" Momente.

Momente, in denen diese beiden Worte völlig ausreichen.

Ja - das sind wir AUCH: Reines Bewusstsein, das sich selbst erkennt. 

Aber wir sind eben auch ganz viel anderes - unser Dasein hier auf Erden hat viele Dimensionen, und alle davon wollen erfahren und durchdrungen werden. 

Ist das nicht die wundervollste Abenteuerreise, die es gibt? 

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